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Das jüdische Echo · 1922-08-04 · 31 (4.8.1922) · p. Seite 396

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
31 (4.8.1922)
Date
1922-08-04
Page
Seite 396 (sequence 8)
Language
German
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396 Das Jüdische Echo Nr. 31 gen wart und Zukunft im Anschluß und Übergang dieser Vergangenheit zu formen. So hat Tischahbeaw in diesem Jahr für uns einen besonderen Sinn: Es zwingt uns zur Selbstbesinnung, zum klaren Blick auf das Volk, sein Elends die Verschüttung seiner Lebensströme, den schon oft begonnenen Abbau seiner wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Kräfte ohne jegliche Beschönigung zu erkennen —■ das Volk dennoch zu lieben, ihm, dem die „Anderen“ den ersten Schritt — das Mandat — erleichtert haben. Nach freudiger Stimmung wird Tischahbeaw so vielleicht der größte Trauertag, den wir begingen, sein, der Tag an dem uns die traurige Lage unseres Volkes einmal ganz deutlich vor Augen treten wird, der Tag, an dem sich aber dann unser Wille nach Zion neu entzündet und wir das Galuth überwinden werden. Mordechai. Versuchter Aktendiebstahl? In der Zeit vom Samstag, den 22. zum Montag früh den 24. Juli wurde der Versuch eines schweren Einbruchs in das Büro des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg, Nürnberg, Fürtherstr. 87, unternommen. Die Täter hoben das nach dem Hofe führende Abortfenster aus und gelangten so in den Korridor, der zum zionistischen Büro führt. Sie machten sich dann daran, die Türfüllung herauszuschneiden und den Glaseinsatz zu entfernen. Wahrscheinlich wurden sie bei der „Arbeit“ gestört, da ihr „Werk“ nicht „vollendet“ wurde. Zur Verschönerung „schnitten“ sie „in die Rinde“, will sagen in die Tür — ein Hakenkreuz. Der Kriminalpolizei, die am Montag vormittag von dem Vorfall verständigt wurde, gelang es, einen Fingerabdruck des Täters festzustellen. Offenbar handelt es sich um einen Versuch von deutschvölkisch-antisemitischer Seite, „wichtige“ Aktenstücke, für die ja der Miesbacher Anzeiger und die „Wahrheit“ (sic!) schwärmen, in deren Besitz zu bringen.. Alle Anzeichen deuten darauf hin. Eine nette Ehe der deutschvölkischr-nationalen Verbrecher mit dem Hakenkreuz und der ebenfalls mit dem Hakenkreuz sich schmückenden Partei. Beide bedienen sich desselben „Symbols“! Aus der Jüdischen Welt Die Heiligen Stätten Die neue Fassung des Artikels 14 (J. C. B.) Der neue Wortlaut des Artikels 14 des Palästinamandates, über welchen gewisse Meinungsverschiedenheiten bestanden und der in der soeben geschlossenen Tagung des Völkerbunds verschiedene Änderungen erfahren hat, ist folgender: „Es soll eine Spezialkommission ernannt werden, die die Rechte und Ansprüche, die mit den Heiligen Stätten im Zusammenhang stehen, und die sich des weiteren auf die verschiedenen Religionen in Palästina beziehen, prüfen und genau feststellen soll. Die Art der Ernennung, die Zusammensetzung und die Funktionen dieser Kommission sollen dem Völkerbundsrat zu seiner Begutachtung unterworfen sein, und die Kommission darf ohne die Einwilligung des Völkerbundsrates weder ernannt werden, noch in Funktion treten.“ Palästina Die Elektrisierung Palästinas gesichert! Nach einer Meldung des „Evening Standard“ ist es Ruthenberg gelungen, die erforderlichen ersten zwei Millionen Pfund bereits aufzubringen. Der größte Teil des Kapitals wurde von reichen englischen und amerikanischen Juden gezeichnet. London. (J. C. B.) Hier hatte eine von ML nister Sir Alfred Mond einberufene Konferenz behufs Bildung einer Gesellschaft für die Übernahme von Anteilen am Elektrizitätswerke Ruthenbergs in Palästina stattgefunden. An der Konferenz beteiligten sich- James de Rothschild, Mr. Rosenson von der Brandeis-Gruppe in Amerika sowie Dr. Halpern und H. Naiditsch für den Finanz- und Wirtschaftsrat der zionistischen Organisation. Das Ergebnis der Konferenz ist die tatsächliche Gründung der „Holding Company“ mit der Aufgabe der Bildung einer Elektrisierungsgesellschaft für Palästina, die in Kürze die Emittierung von Aktien vornehmen wird. Diese „Holding Company“ wird über ein Drittel aller Aktien des Ruthenberg- Werkes verfügen. Palästinensische Konsuln Der Londoner Korrespondent des „Doar Hayom“ meldet, daß sofort nach Ratifizierung des Palästinamandats die palästinensische Regierung Konsuln in verschiedenen Ländern ernennen werde. Auch wird die Regierung Schritte für eine allgemeine Anleihe unternehmen und in den drei Landessprachen Papiergeld, ebenso Gold- und Silbermünzen he rausgeben. Vor der palästinensischen Regierungsanleihe Wie der Korrespondent des „J. Chr.“ aus Jerusalem berichtet, hat der High Gommissioner in einer Versammlung des Advisory Council neuerlich beruhigende Erklärungen abgegeben, daß die Interessen der Moslems nicht verletzt werden sollen. Der Oberkommissär sagte, daß das Mandat den Juden nicht das Recht gebe, das Land zu regieren. Die einzige unmittelbare Folge der Bestätigung des Mandates wird die Aufbringung einer Regierungsanleihe sein, die allen •Landesbewohnern zugute kommen wird. Die neue Distriktseinteilung Jerusalem. (J. C. B.) Amtlich wird mitgeteilt: Die Regierung hat beschlossen, Palästina in vier administrative Distrikte einzuteilen. Diese sind: 1. Phönizien und Galiläa unter dem Gouverneur Oberstleutnant Symes, 2. Samaria einschließlich Tulkeran, Beisan und Dschenin unter dem Gouverneur Oberst Cox, 3. Jerusalem (ausgenommen Hebron) und Jaffa (ausgenommen Tulkeran) unter dem Gouverneur Colonel Storrs, 4. Gaza, Beerseba, Hebron und Gebiete unter dem Gouverneur Dr. Abramson.— Ein Bergbaudepartement der palästinensischen Regierung. Die Handels- und Industrieverwaltung der palästinensischen Regierung hat Mitte Mai ein besonderes Amt für den palästinensischen Bergbau errichtet. An der Spitze der neuen Behörde wird der Geologe G. S. Blake stehen. (Ziko.) Neue jüdische Siedlung bei K’Far Saba. Bei K’Far Saba (nordöstlich von Jaffa) wurde mit dem J. A. HENCKELS ZWILUNGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE S

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