Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 31 (4.8.1922)
- Date
- 1922-08-04
- Page
- Seite 397 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 3o7 Bau einer neuen jüdischen Kolonie begannen. Der Boden wurde durch die Palestine Land Development Co. erworben. Eine Arbeitergruppe hat bereits eine Wasserleitung angelegt. (Ziko.) Ein jüdisches Häuser viertel für Jerusalem. Die Vereinigung „Bone Bajit“ wird noch in diesem Sommer iin Jerusalem 80 Häuser errichten. Die von der zionistischen Brandeis-Gruppe gegründete Hypothekenbank hat die erforderlichen Kredite gewährt. (Ziko.) Amerika Der amerikanische Präsident hat für eine jüdische Einwanderung großen Stils ein Territorium zur Verfügung gestellt, das aus 16,5 Millionen acres besteht, von denen 9 Millionen bebauungsfähig sein sollen. England Die Konferenz der englischen Zionisten London. (J. C. B.) Auf der Jahreskonferenz der englischen Zionisten sind Dr. Weitzmann und Sokolow für stärkere finanzielle Förderung der Ruthenberg-Konzession durch die englischen Zionisten eingetreten. Ruthenberg selbst erklärte in einer Ansprache an die Konferenz, daß er sich mit bloßen Erwägungen und Versprechungen nicht zufrieden geben könne. Die englischen Zionisten müssen einen fixen Betrag übernehmen. Hätte man in den letzten zwei Jahren einige Millionen Pfund in Palästina investiert und eifrige Hunderttausende Juden angesiedelt, so wären die Bedingungen in Palästina gegenwärtig viel besser. Er appelliert daher an die Juden der ganzen Welt, das erforderliche Kapital für die Ausführung seines Projekts aufzubrifrgen, da Palästina nicht eine Angelegenheit für Debatten und Diskussionen sei. Board of Deputies und Keren Hajessod Am 16. Juli fand die zweite Sitzung des neugewählten Board of Deputies in London statt. Auf Antrag des Expräsidenten, Sir Stuart Samuel, der auch von Lord Rothschild unterstützt wird, wurde Mr. Henriques zum neuen Präsidenten gewählt. Die Frage der Beteiligung am Keren Hajessod ruft eine lebhafte Debatte hervor. Schließlich macht Sir Stuart Samuel den Vorschlag, daß dem Law and Parlamentary Committee der heiße Wunsch des Board mitgeteilt werde, sich am KH zu beteiligen und daß das Komitee einen Modus finden möge, die konstitutionellen Schwierigkeiten zu beseitigen. Mr. Louris Magnus, der Redakteur des „Jewish Guardian“, appelliert an den Board, diesen Vorschlag zu akzeptieren, der sodann auch einstimmig angenommen wurde. (J.P.Z.) Polen Antisemitische Ausschreitungen Kattowitz. (J.C.B.) Nach Meldungen aus verschiedenen Städten in Polnisch-Oberschlesien dauern dort die Treibereien gegen die jüdische Einwohnerschaft an. Die polnische Polizei und die Beamtenschaft nehmen an dieser Bewegung tätigen Anteil. Jüdische Reisende werden in der Eisenbahn belästigt, geschlagen und oft sogar aus den Abteilen hinausgeworfen. Die Kattowitzer Juden wagen es nicht, in später Abendstunde die Straßen zu passieren. Diese Bewegung zielt besonders auf die ökonomische Schädigung der Juden in Oberschlesien. Anklage gegen das Warschauer Rozwoj-Organ Warschau. (J. C. B.) Der Staatsanwalt hat gegen das hiesige Wochenorgan des antisemitischen Rozwoj-Bundes „Rozwoj“ wegen der Beleuchtung der Wilnaer Geschehnisse durch dieses Blatt die Anklage erhoben. Nach der Darstellung des „Rozwoj“ hatten die Wilnaer Juden einen Pogrom gegen die Christen vorbereitet! In Lodz überfielen die mit einem Militärzüge angekommenen Ulanen die jüdischen Passagiere, sowie die anderen dort befindlichen Juden, die sie verprügelten. Die Polizeiwache schritt ein und verhaftete 6 Exzedenten. (J.P.Z.) Syrien Unruhen Paris. Die Agence Havas meldet: Ausländische Blätter haben einen Zwischenfall mit Räubern, die vom linken Ufer des Jordan gekommen waren und einen Urheber des Angriffes auf Gouraud und die ihn begleitenden Soldaten versucht hatten, als eine allgemeine Erhebung der syrischen Bevölkerung darzustellen versucht. Es handelt sich um ein einfaches Scharmützel, bei dem drei] französische Soldaten und ein Offizier getötet worden sind. Tschechoslowakei Antisemitische Kampagne Prag. J. C. B. London.) Die bekannte Antlsemitin Vikova-Kuneticka, Schriftstellerin und national-demokratisches Mitglied der Nationalversammlung, bereist die Republik mit einem Vortrag über das Thema: „Mensch, Volk und Rasse“ und hetzt gegen den judophilen Präsidenten Masaryk und gegen das Judentum, welches angeblich eine Beleidigung der ganzen slawischen Moral sei. Gemelnden-u.Vereins-Echo Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba München. Seit langen Jahren vereinigen sich wieder die jüdischen Turnvereine zu einem, friedlichen Wettstreit. Die Einladung des Bar Kochba München fand von allen Seiten begeisterten Beifall und so wird das Fest am 3. September eine lückenlose Heerschau über Turnen und Sport in den jüdischen Vereinen Deutschlands, Österreichs, der Tschechoslowakei usw. geben. Wir wollen aber unseren Freunden Festtage aus ihrem Aufenthalt in München machen und hierzu bedürfen wir der Mithilfe aller, die für unseren Verein und seine Bestrebungen Interesse haben. Es werden etwa 100 Gäste erwartet. Um diese unterzubringen, wenden wir uns an alle unsere Freunde. Wir bitten Euch dringend, stellt uns Freiquartiere und Freitische zur Verfügung. Wenn jede Familie nur einen Gast übernimmt, bedeutet es für niemand eine zu große Belastung, dagegen für unseren Verein eine große Hilfe. Anmeldungen für Quartiere und Freitische nehmen entgegen: Masur, Kohellstr. 15, Tel. 53878; Orljansky, Neuhauserstrr. 29, Tel. 54561. Der Begrüßungsabend am 2. September im Rokokosaal und der eigentliche Festabend am 3. September in der Tonhalle wird eine Fülle von erstklassigen Darbietungen bringen und bitten wir heute schon, an diese Tage zu denken und uns zu besuchen. Spenden für das Fest in jeder Art sind dringend erwünscht. Wir sind für jede Gabe dankbar. Obige Adressen geben jede gewünschte Auskunft und nehmen Anmeldungen, Spenden usw. jederzeit gerne entgegen. Habe meine Praxis nach Adalbertstr. 43 (Ecke Barerstr.) verlegt. H.UUMANN, Dentist MUnchen / Telefon 25904 Spezialität: Laboratorium für feine Zahntechnik