Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 31 (4.8.1922)
- Date
- 1922-08-04
- Page
- Seite 394 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Das Jüdische Echo Nr. 31 und den erhöhten Betrag für das ganze Jahr einzuzahlen. Nicht durch Spenden und Beiträge — durch Opfer wird die Jüdische Nationale Heimstätte wieder auf geh aut. 3. Jeder Jude wird aufgerufen, ohne eine weitere Mahnung abzuwarten, binnen vier Wochen seiine ganze fiir das laufende Jahr fällige Zahlungsverpflichtung zu erfüllen. Kein Jude darf in diesen vier Wochen Mahn- und Ein Sammelaktionen erwarten. Nicht durch Zwang und Mahnung — durch freiwillige Leistung wird die Jüdische Nationale Heimstätte wieder aufgebaut. An die Juden der ganzen Welt! An euch alle, ohne Ausnahme, ergeht in dieser entscheidenden Stunde unserer Geschichte der Ruf: Steht nicht beiseite! Laßt nicht eure Brüder allein! Viel ist erreicht. Schon blüht eine Siedlung in Erez Jsrael. Tausende und abertausende Juden richten ihren Blick und ihre Sehnsucht nach dem Land unserer Väter. Helft durch die Mandatsaktion für den Keren Hajessod, daß der Ausbau der Jüdischen Nationalen Heimstätte schnell und würdig vor sich geht. Das Direktorium des Keren Hajessod. Pressesfcimmen Wir bringen im folgenden Äußerungen der verschiedensten jüdischen Zeitungen, die zu den letzten Ereignissen Stellung nehmen: „S e 1 b s t w e h r“, Prag, 28. Juli 1922. Werden wir durch jenes Tor, das zur jüdischen Zukunft führt, hindurchzuschreiten vermögen? So sonderbar die Frage ist, muß doch) vor allem sie in diesem Augenblick der Freudenkunde unsern Geist beherrschen. Wir sind nicht mehr dieselben, die die Botschaft von San Remo vernahmen. Gründlich haben wir gelernt, daß weder England, noch irgend wer anderer uns die eigene Kraftanstrengung abzunehmen vermag. Das Tor ist offen, gehen müssen wir selbst. Unser Gang in die jüdische Zukunft fordert von uns zweierlei: Jüdische Menschen und jüdisches Geld. Beides ist nur durch eins zu gewinnen: durch die emporreißende Kraft der zionistischen Bewegung, die die Menschen aus ihrer Bequemlichkeit reißt und sie mitsamt ihrem Gelde in den Dienst der nationalen Wiedergeburt stellt. Von selbst wird das Geld auch aus Amerika nicht kommen. Nach dem Bericht der 25. Konvention, die Ende Juni in Philadelphia getagt hat, sind in 13 Monaten Keren Hajessod-Arb eit bar im ganzen zwei Millionen Dollars eingegangen, während das Joint Distribution Comittee bei seinem letzten Drive zwölf Millionen Dollar aufgebracht hat. Die Rolle, die die zionistische Organisation durch die Ratifizierung des Mandats übernommen hat, verlangt, daß der Aufbau Palästinas im Willen des jüdischen Volkes eine beherrschende Rolle spiele. Die Menschen, die Palästina aufbauen sollen, dürfen keine Desperados sein. Der Zionismus ist keine Bewegung für „die unglücklichen Brüder aus dem Osten“. Auch rein philantropische Hilfe ist beim Aufbau Palästinas ohne Einschränkung freudig zu begrüßen. Aber wehe, wenn sie zum, Zentrum unseres Aufbaues werden sollte! Die Menschen, die um der schöneren jüdischen Zukunft willen ihr Leben oder ihre Habe oder beides in den Dienst des Palästinaaufbaues stellen, sie müssen uns Kern und Pfeiler bilden. Auf ihn gestützt, wird das jüdische Volk durch das aufgeschlossene Tor der jüdischen Heimstätte zu einem neuen Leben und zu neuer Größe schreiten. * „W iener Morgenzeitun g“, Wien, 30. Juli 1922. (Aus dem Artkel „Der Ruf ans Volk“). An dem jüdischen Volk jedoch liegt es, diese Aufrichtung seines Heims zu beschleunigen. Wir stehen an dem Wendepunkt unseres nationalen Seins und die Augen der Welt sind auf uns gerichtet. Der große Erfolg, den wir errungen haben, wird von der arabischen Delegation mit einem Protest an den Völkerbund beantwortet, während gewisse zionistische oder jüdische Heißsporne von einem Mißerfolg sprechen, weil uns die Entscheidung des Völkertribunals nicht die Herrschaft über Erez Jsrael eingehändigt hat und weil England die nunmehr international sanktionierte Balfour-Erklärung in einer Weise interpretiert, welche durch die Rücksicht auf die realen Verhältnisse diktiert erscheint. Man wird im jüdischen Lager die Konsequenzen aus der Erkenntnis ziehen müssen, daß nicht in den politischen Formeln, nicht in den Abmachungen das letzte Heil gelegen sein kann, daß vielmehr die lebendige Kraft berufen ist, neue Realitäten zu schaffen. Die Welt von heute bietet vielfach ein anderes Bild als in den Tagen der Balfour-Erklärung oder des Waffenstillstandes: neue Tendenzen, neue Widerstände, neuartige Spannungen zwischen den Völkern sind zutage getreten, und die Sache des politischen Zionismus ist Jahre hindurch der Spielball widerstreitender politischer Interessen außerjüdischer Natur gewesen. Die Erklärungen und Abmachungen spiegeln den heutigen Zustand wider, aber man darf nicht der unendlichen Möglichkeiten vergessen, welche sie uns bieten. Sie entheben uns nicht der eigenen Anstrengungen, sie versetzen uns nicht in ein Fertiges, aber sie enthalten die notwendigen politischen Sicherungen internationaler Natur, deren unser Werk als Voraussetzung bedarf. An uns ist es nunmehr gelegen, den Rahmen durch unsere Leistung auszufüllen, der weit genug gezogen ist, um dem aufbauenden Wirken eines Volkes Raum zu bieten. Die Position, die wir in Erez Jsrael erringen wollen, in unserem und der anderen Interesse und niemand zu Schaden, kann letzten Endes in keinem Paragraphen endgültig umschrieben werden. Staaten zerfallen und neue erstehen, Landesgrenzen und Bevölkerungsverhältnisse än- KREIL-UCKO DAS HAU SllnKH V THEATINERSTR. 16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN