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Das jüdische Echo · 1922-08-04 · 31 (4.8.1922) · p. Seite 393

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
31 (4.8.1922)
Date
1922-08-04
Page
Seite 393 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 393 ker bundsdelegierten, stößt die Verwirklichung des syrischem Mandats auf keime Schwierigkeiten mehr. Wir sehen also, die Bestätig ungdes Mandats ist nun Realität geworden, mit seinem Inkrafttreten ist in Kürze zu rechnen. Während der Verhandlungen im St. James-Palace antichambrierten außer den Zionisten Vertreter der arabischen Delegation und —■ Agudiisten. Dile Delegierten der Agudah, die sich weigerten, ihre Namen anzugeben, überreichten ein Memorandum, in dem sie die Änderung des Artikels 4, der die Frage der Jewish Agency behandelt, forderten. Diese Haltung der Agudah^ die unsere Arbeit hätte empfindlich stören können, kann von zionistischer Seite nicht genug gebrandmarkt werden. Die Schwierigkeiten und Hindernisse, die es zu besiegen galt, waren also sehr groß. Insbesondere Ohailm Weitzmann und Nahum Sokolow, die sich in einem auch in dieser Nummer veröffentlichten Aufruf an das jüdische Volk wenden, haben für das Judentum Ungeheures geleistet und erreicht. Das soll immer über dem stehen, was wir an dem Mandat auszusetzen haben. Die Fragen der Jewish Agency, die Immigration, sind ungeklärt und oft nicht unseren Wünschen entsprechend im Mandat beantwortet. Aber dennoch freuen wir uns des Erfolges. Auf zwei Fragen wollen wir hier noch eingehen: Welche politischen und praktischen Folgen hat das Mandat für unsere Lage in Palästina, und was resultiert für uns Juden aus seiner Ratifizierung? Die erste Folge des Mandats wird eine Entspannung der Lage im Lande sein. Der letzte Leitartikel des „Jüdischen Echo“ wird zur Genüge die fieberhaft erregte Stimmung unter der Bevölkerung Palästinas gezeigt haben, die sich in Streiks, Demonstrationen, Protesttelegrammen, in der Bitte der zionistischen Behörde -um Verstärkung der englischen Garnisonen, in den Aufrufen, in dien an den Völkerbund gerichteten Aufforderungen, baldigst das Mandat zu ratifizieren, äußerte. Jetzt ist Öl auf die Fluten der Erregung gegossen. Das Mandat ist bestätigt, England ist auch de jure der Mandatar Palästinas geworden. Bisher stand die englische Verwaltung in Palästina unter dem Zeichen des Provisoriums, was die Arbeit sehr behinderte. Diesem Zustand ist nun ein Ende gemacht, die Beziehungen zwischen England und Palästina, die palästinensischen Verhältnisse selbst, haben eine legale Grundlage erhalten. Das bringt gleichzeitig mit sich, daß die Politik der englischen Regierung nunmehr festgelegt und bestimmt ist. Ihre Arbeit in Palästina isst geleitet von der Verpflichtung der Errichtung eines Jüdischen Nationalen Heims im Lande. Die Zionistische Organisation ist Jewish Agency geworden, d. h. die Vertretung der Juden der Regierung gegenüber. Uber die Ausgestaltung der Jewish Agency, über die Frage der Erfassung der nichtzionistischen Kreise können wir zur Zeit noch nichts sagen. Das wird Gegenstand der Verhandlungen der Jahreskonferenz sein, die für den 25. August nach Karlsbad einberufen wurde. Jedoch allein die Tatsache, daß wir Jewish Agency wurden, legt uns — fast übermenschliche Verpflichtungen auf: Wir sollen das Palästinawerk leiten und überwachen! Noch schwierige politische Verhandlungen sind zu führen, noch haben wir nicht eine befriedigende Lösung der Imimiigratüonsfrage erzielen können. Bedenken wir unsere Lage! Wir müssen dem Völkerbund, England, tagtäglich und stündlich die Richtigkeit unserer Forderungen und der von ihnen unternommenen Schritte beweisen, wir müssen zeigen, daß wir kolonisieren können. Hierzu bedarf es einer guten menschlichen Vorarbeit und stärkster pekuniärer Anspannung. Wir haben alsoständig auf dem Posten zu stehen, um Menschen für unsere Arbeit zu gewinnen und die Idee des Keren Hajessod zu propagieren, ihm neue große Mittel zu zuführ en. Nur so wird es uns gelingen, wahrhaft fruchtbare, befreiende Aufbauarbeit zu leisten. Die Lehren der Ratifizierung bedeuten also Selbstbesinnung, Selbsterkenntnis. Nur wir, das jüdische Volk, können jüdische Realitäten schaffen, nur wir, das jüdische Volk, können den Bau des jüdischen nationalen Heims in Palästina vollbringen. Die anderen helfen uns, wir aber haben die Aufgabe. L. Die Mandatsaktion des Keren Hajessod Programm und Aufruf 1. Jeder Jude, der noch nicht seinen Maßer, den Zehent für Erez Jsrael an den Keren Hajessod gezeichnet hat, ist aufgerufen und' verpflichtet, dem Keren Hajessod-Komitee seines Landes unverzüglich seihe Maß er Verpflichtung bekanntzugeben und die volle erste Jahresrate sofort einzuzahlen. Nicht durch Forderung und Anspruch — durch das persönliche Verantwortungsgefühl wird die Jüdische Nationale Heimstätte wieder aufgebaut. 2. Jeder Jude, der nach gewissenhafter Prüfung erkennt, daß seine bisher vorgenommene Zeichnung an den Keren Hajessod erhöht werden muß, um zu einem wirklichen Opfer zu werden, wird aufgerufen, diese Erhöhung sofort vorzunehmen

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