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Das jüdische Echo · 1922-07-28 · 30 (28.7.1922) · p. Seite 382

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
30 (28.7.1922)
Date
1922-07-28
Page
Seite 382 (sequence 6)
Language
German
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382 Das Jüdische Echo Nr. 30 erin Esre Maassemfliclil! Erlüitii Eure ZeicAaunoeo für den Keren Hajessod oemi der Maasserordnung für Deulscbland. während doch auch von ihrer Seile letzten Endes die Anerkennung des Mandats angestrebt wird. So sandten agudiistische Kreilse der Slowakei an den Völkerbundsrat ein Telegramm, wo u. a. auch von der Ablehnung des religionslosen Zionismus (auch des Misrachiü!) die Rede ist. Welche Konsequenzen und Lehren ergeben sich für uns Zionisten aus der augenblicklichen Lage? Zunächst sehen wir. wie diie arabische Exekutive und der Vatikan alle ihre Trümpfe einsetzen, alle moralischen und sonstigen Mittel ergreifen, um eine Bresche in den Wall der Mandatsbestimmungen zu schlagen. Für uns folgt hieraus, daß wir fieberhaft und angestrengt arbeiten müssen, daß auch wir uns aller zur Verfügung stehender Mittel zu bedienen haben. Wir müssen ständig mit dem Vatikan und den Arabern verhandeln^ ihnen zeigen, daß ihre Einwendungen nicht begründet sind und ihnen so die moralischen Möglichkeiten einer Verwirklichung ihrer Pläne nehmen. Das zweite, was uns die heutige Lage lehrt, ist, daß das Mandat heute als eine Gegebenheit betrachtet wird, die man als solche nicht mehr aus der Welt schaffen kann, mit der man sich im Gegenteil abzufinden und auseinanderzusetzen hat. Ein Beweis hierfür ist z. B. das neueste Zugeständnis des Vatikan. Hierüber meldet uns das Jüdische Korrespondenzbüro: „In dem Vatikan nahestehenden Kreisen verlautet, daß der Besuch Sir Samuels im Vatikan doch den Erfolg gehabt hat, auf die bisher intransigente Haltung der vatikanischen Diklomatie in der Frage des Palästinamandats und der jüdischen Heimstätte mäßigend einzuwirken, wenngleich die vatikanische Opposition gegen den Mandatsentwurf im allgemeinen noch weilterbesteht. Voraussichtlich wird der Heilige Stuhl dem Völkerbundsrat eine Teilung der Frage in dem Sinne vorschlagen, daß die die Frage der jüdischen Heimstätte betreffenden Punkte ohne weiteres ratifiziert werden sollen, wogegen die Fragen der heiligen Stätten und der Rechte der katholischen Kirche einer späteren Diskussion Vorbehalten bleiben sollen; die sich in der Richtung der Schaffung ausreichender Garantien bewegen solle.“ Wir ersehen hieraus ganz deutlich, wie doch allgemein das Mandat als gegeben betrachtet wird. Man versucht, Modifikationen desselben herbeizuführen und muß doch gleichzeitig — gezwungenermaßen — Abstand nehmen, den Gedanken einer nationalen jüdischen Heimstätte zu bekämpfen. Diese Konstellation, die Realität des Mandats, vermag uns über die heutige Lage zu beruhigen und unsere Zukunft, vorausgesetzt, daß wir bei unserer eigenen Arbeit nicht versagen, zu sichern. Das Wesentlichste ist gesagt. Noch eine kleine Schlußbemerkung: Palästina ist kein Paradies. Hier prallen alle Gegensätze hart auf hart. Man ist bemüht, unsere Arbeit unmöglich zu machen, ihren Erfolg aufzuheben. Da setzen unsere Widerstände ein. Wir stellen uns nicht wehrlos allen Geschehnissen und Ereignissen gegenüber, sondern wir verteidigen uns, unser Leben, unser Werk bis aufs äußerste. Das soll man auch bei einer Beurteilung unserer Politik bedenken und nicht leichtfertig an Hand abstrakter Theoreme alles in Grund und Boden kritisieren, wie es der „Israelit“ mit Vorliebe tut. Wi'r müssen wissen, daß Palästina in erster Linie von solchen Menschen aufgebaut und verteidigt wird, die sich einem Ideale verschrieben haben, dile ihm in wortwörtlichstem Sinne Geld, Blut und Leben hingeben, die wirklich Helden und Märtyrer sind und nicht — Agudisten. fei;,'.... .. ■ L. XVIII. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland am 11.. 12. und 13. September 1922 in Cassel, Stadthalie Mit Rücksicht auf die für den 22. August nach Wien einberufene Jahreskonfexenz muß der Delegiertentag auf den oben genannten Termin verschoben werden. Tagesordnung des Delegiertentages Am Sonntag, den 10. September, werden Sonderberatungen über Gemeindearbeit, Jugendarbeit Keren Hajessod-Arb eit undl Kulturarbeit stattfinden, Die Referenten für die Sonderberatungen werden noch bekanntgegeben. Montag, den 11. September 1922. Vormittags-Sitzung 9.30 Uhr. 1. Eröffnungsrede des Vorsitzenden über: „Die allgemeine Lage der zionistischen Gesamtbewegung sowie der zionistischen Arbeit in Deutschland“. 2. Wahl des Büros. 3. Diskussion. Nachmittags-Sitzung 3.30 Uhr. 4. Referat: „Die allgemeine Lage m Palästina und die Palästina-Aufgaben des deutschen Zionismus“. Referent wird noch bekanntgegeben. 5. Debatte über das Referat zu 4. Dienstag, den 12. September 1922. Vormittags-Sitzung 9.30 Uhr. 6. Fortsetzung der Debatte über das Referat zu 4. 7. „Inhalt und Möglichkeiten zionistischer Propaganda“. Referent: Kurt Blumenfeld. Nachmittags-Sitzung 3.30 Uhr. 8. Debatte über das Referat zu 7. Mittwoch, den 13. September 1922. V ormittags-Sitzung. 9. Fortsetzung der Debatte über das Referat zu 7. ':*v J. A. HENCKELS ZWILLINGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8 4956

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