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Das jüdische Echo · 1922-07-28 · 30 (28.7.1922) · p. Seite 380

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
30 (28.7.1922)
Date
1922-07-28
Page
Seite 380 (sequence 4)
Language
German
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380 Das Jüdische Echo Nr. 30 Zloiisiei erlBlll Eire MassenDidil! Erüötil Eure Zeichnungen ilir den Keren Hajessod oemao der Maasserordnnng iflr Deutschland. Awiw, L. Jaffe (Grodno) Jerusalem, Dr. Joseph Lurie (Warschau) Jerusalem. Josef Mobilewer (Bialystok) Jerusalem, S. Blewsner (Berlin) Haifa. Josef Klausner (Odessa) Jerusalem, N. Z. Rabinowiltz (Poltawa) Tel-Awiw, S. Schiller (Lemberg) Jerusalem. (Entsprechend der Übersetzung der „Jüdischen Presse“, Berlin.) Das Mandat, die Araberfrage und der Vatikan Die Bekämpfung dies Palästinamandats, die andauernden Versuche einer Verschiebung seiner Ratifizierung machen es notwendig, Umschau und Rückschau zu halten und einen Überblick über die heutige politische Lage zu gewinnen. Zwei Mächte erheben gegen das Mandat in seiner jetzigen Form Einspruch, die Araber und der Vatikan. Welches sind ihre Gründe, worauf stützt sich ihr Protest, wie ist ihre Agitation basiert? Der Kampf dieser beiden Gruppen richtet sich nicht gegen das Mandat als solches, nicht gegen seine Instituierung, sondern gegen einen integrierenden Bestandteil des Palästina mandats, gegen seine Verknüpfung mit der Judenfrage, mit dem Zionismus, „gegen die Politik der gegenwärtigen palästinensischen Regierung, welche hartnäckig (pertinaciously) an der Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte festhält“, wie ein Beschluß des Exekutivkomitees des arabischen Kongresses lautet, der am 23. und 24. Juni tagte. Man mache sich keine Illusionen. Wir mußten damit rechnen, daß wir bei einer Besiedlung Palästinas vor die größten politischem und wirtschaftlichen Schwierigkeiten gestellt werden und das Mißtrauen der Bevölkerung zu überwinden haben würden. Die zionistische Organisation und alle, diie hinter ihr stehen, der größte Teil des jüdischen Volkes mit Ausnahme der Indifferenten und Verräter, die englische Regierung, das Unterhaus, somit die Vertretung des englischen Volkes, Amerika und noch viele andere Mächte, haben der Welt verkündet und gezeigt, daß die Ansiledlung von Juden in Palästina ein Akt historischer Gerechtigkeit, keinerlei Schädigung und Benachteili- Ae uh aus ers/r. /5, gegenüber der alten Jkademie gung der einheimischen Bevölkerung bedeutet, im Gegenteil! stets eine Hebung seiner wirtschaftlichen und kulturellen) Lage hervorrufen wind. Das hat sich bei jeder Gelegenheit erwiesen. Ob es sich um sanitäre, landwirtschaftliche oder sonstige Maßnahmen handelte, immer hat die Bevölkerung davon profitiert Alle Einwände, die die Araber in dieser Beziehung erhoben, konnten jederzeit widerlegt und richtiggestellt werden. Ja, oft mußte man dile Nützlichkeit unserer Bestrebungen anerkennen — dennoch lileß die Gegenpropaganda nicht ab. Typisch ist z. B. die Sentenz einer arabischen Zeitung, daß die Araber früher, als sie allein lebten und ihr Land noch eine Einöde und Wüste und zum größten Teil versumpft war, als Malaria, Aussatz und Trachom noch im Lande wüteten, sie silch wohler als heute gefühlt hätten, wo der „Jude“ das Leben des Landes mitbestimmt, wo die Einöde und Wüste in einen blühenden Garten verwandelt, wo der Sumpf saniert und das Land aufgeforstet wurde, wo Malaria, Aussatz und Trachom ständig im Rückgang begriffen sind Wir sehen, die arabische Politik ist in anderem Grunde verankert. Sie ist, teilweise wenigstens, Folge und Ausdruck eines — vielleicht naturnotwendigen — Ressentiments. Betrachten wir die gegenwärtige Lage von einem anderen Gesichtspunkt aus. Wir erkennen das Anwachsen der panarabischen Bewegung im Lande, deren Ziel ein großes arabisches Reich von Mekka bis Ägypten ist. Hier wirkt der zionistische Gedanke störend!, „der Gedanke einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina“ (the idea of the estabi Mimen t of a jewish national home — Punkt 10 der Beschlüsse der arabischen Exekutive). Heute noch ist die angedeutete panarabische Ideologie unpopulär. Die Führer arbeiten mit Schlagworten, Übertreibungen, oft Unwahrheiten. Ihre Mittel sind demagogisch gefärbt Die Angst der Bevölkerung vor dem Neuen, ihr Ressentiment, sind ihre dankbarsten Bundesgenossen. Alles wirft die arabische Politik zur Erreichung ihres Zieles, zur Abwendung des zionistischen „Unheils“ in die Schanze. Sie arbeiten mit Boykott, sie veranstalten Generalstreiks, sie gründen Propagandafonds und Parteibüros, sie versenden jeden Tag Protesttelegramme, um zu zeigen, daß die „Nation“ das Mandat ablehnt; sie argumentieren, das Land werde bolschewistisch verseucht, die Juden seien Störenfriede, Krakeeler und Waffenschmuggler, die nicht Rücksicht auf die religiösen Bedürfnisse der Einwohner nähmen. Sie unternehmen vieles — vieles auch ohne Erfolg. Der Generalstreik am 13. und 14. Juli ist, soweit überhaupt von Generalstreik die Rede sein kann, durchaus ruhig verlaufen. In vielen Kolonien haben die Araber überhaupt nicht ihre Arbeit verlassen. Der Bahnverkehr wickelte sich regelmäßig und ungestört ab, in Haifa verkauften trotz des Streiks arabische Händler Waren an Juden. Nur ganz vereinzelt ereigneten sich Zwischenfälle; So versuchten in der Kolonie Ekron aufgeputschte Araber, sämtliche jüdischen Getreidespeicher in Brand1 zu setzen. Der Versuch mißlang aber, die Täter wurden sofort verhaftet. Es ist notwendig, die Bedeutung des Generalstreiks, des organisierten Versands von Protest-

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