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Das jüdische Echo · 1922-07-21 · 29 (21.7.1922) · p. Seite 370

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
29 (21.7.1922)
Date
1922-07-21
Page
Seite 370 (sequence 6)
Language
German
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3‘,0 Das Jüdische Echo Nr. 29 Aus der jüdischen Welt Zur Mandatsfrage Die Sitzung des Völkerbundes London. (J. C. B.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph“ erfährt daß die bevorstehende Sitzung des Völkerbundrates am 17. Juli1 in London stattfinden wird. Die britische Regierung wird auch diesmal durch Lord Balfour vertreten sein. Unter den ersten Agenden dieser Sitzung befindet sich die Frage des Palästinamandats. Der Vatikan Empfang Herbert Samuels beim Papst Rom. (J. C. B.) Der Oberkommissär für Palästina Sir Herbert Samuel ist auf seiner Rückreise nach Palästina hier eingetroffen und wurde vom Papst in längerer Audienz empfangen. Verschiebung der Ratifizierung des Mandats? London. (J. C. B.) Wie der Genfer Berichterstatter des „Daily Telegraph“ erfährt, wurde das brasilianische Mitglied im Völkerbundsrate vom Vatikan beeinflußt, sich gegen die Beibehaltung des gegenwärtigen Arrangements bezüglich des britischen Mandats für Palästina auszusprechen. Da für die Abstimmung im Völkerbundsrate Einstimmigkeit notwendig ist, ist gegebenenfalls mit einer Verschiebung der Ratifizierung des Mandats zu rechnen. Anm. d. Red. Es ist kaum anzunehmen, daß eine neuerliche Verschiebung des Mandats die Lage zu unseren Ungunsten beeinflussen würde. England hat sich erst vor zirka 2 Wochen feierlich für die im Sinn der Balfourdeklaration verfolgte Politik eingesetzt und in einer öffentlichen Erklärung eine eindeutige Interpretation dieser Deklaration gegeben. Palästina Mohammedanisch-christliche Vereine Jerusalem. (J. C. B.) In Sichern ist zwischen den christlichen und islamitischen Mitgliedern der mohammedanisch-christlichen Vereinigung eine Spaltung eingetreten. Die Versuche der aus Jerusalem angelangten Redakteure des „Alsaba“, den Streit zu schlichten, haben bisher zu keinem Resultat geführt. Jerusalem. (J. C. B.) Die Jaffaer arabische Zeitung „Felestine“ teilt mit, daß sich in Tulkerem nach dem Muster der in anderen Orten bestehenden mohammedanisch-christlichen Vereinigungen eine ähnliche Vereinigung gebildet habe, jedoch von der Regierung verboten wurde. Ankunft Herbert Samuels in Jerusalem Jerusalem. (J.C.B.) Der High Commissioner ist gestern aus Europa hier eingetroffen. Er hielt sich in Alexandrien bloß einen Tag auf und wohnte einem ihm zu Ehren gegebenen Diner im Hause des Marschalls Allenby bei. Es wird versichert, daß die Regierung alle Maßnahmen getroffen hat, um die Ruhe im Lande auch während der in London stattfindenden Sitzung des Völkerbundrates unbedingt aufrecht zu erhalten. Diese Maßnahmen seien notwendig, da ein Teil der Araber noch im letzten Momente die Ratifizierung des Palästina-Mandats durch Aufpeitschung der Leidenschaften verhindern möchte. Paris. (Wolff.) Die zionistischen Behörden bemühen sich um Verstärkung der englischen Garnisonen. Die letzten Anstrengungen der arabischen Nationalisten (J. P. Z.) Wie der „Jewish Times“ aus Jerusalem gemeldet wird, hat das Komitee des arabischen Kongresses beschlossen, daß die Araber in Palästina für die Dauer der Sitzungen des Völkerbundes über die Ratifizierung des Palästina-Mandates einen Streik erklären, ebenso Demonstrationen in ganz Palästina arrangieren sollen. Die Regierung trifft strenge Maßnahmen, damit es nicht zu Überfällen komme. Deutschland? Erklärungen Scheidemanns zum Antisemitismus Im „Vorwärts“ vom 12. Juli nimmt Scheidemann in -einem Aufsatz „Entwicklung zum Pogrom“ Stellung. Er fordert Unschädlichmachung des „antisemitischen Gifts“ durch eine energische Aufklärungsarbeit Die Verhetzung in Oberschlesien K a 11 o w i t z. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung“.) Die seit Übernahme Oberschlesiens durch Polen begonnenen Judenexzesse dauern noch immer fort. An diesen Exzessen nehmen auch Soldaten teil. Die „Oberschlesische Grenzzeitung“. die Korfanty nahesteht, fordert in jeder Nummer zu Judenausschreitungen auf. T3auThallmcuer München yfaaaänerÜr.lQ, ^jLasor tJjbvzollanjQ. -3»

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