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Das jüdische Echo · 1922-07-14 · 28 (14.7.1922) · p. Seite 357

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
28 (14.7.1922)
Date
1922-07-14
Page
Seite 357 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 357 geregelt da die Vereinigten Staaten es nicht zulassen wollten, daß über ihren Kopf hinweg über die Mandate verfügt werde. Inzwischen ist eine Verständigung zwischen Amerika und den verbündeten Staaten erfolgt. Insbesondere sollen die von England geführten Verhandlungen zu einem Ergebnis geführt haben. Der amerikanische Senat hat die gegenüber Palästina geübte Politik gebilligt. Lord Balfour wird beim Völkerbund dile Prüfung der Klauseln, unter denen die Oberhoheit Palästinas ausgeübt werden sollte, beantragen. Das Blatt will weiter wissen, daß Verhandlungen der anderen Staaten mit Amerika ebenfalls so weit fortgeschritten, daß in kurzer Zeit eine bestimmte Entscheidung über die Mandate in Kleinasien und Mittelafrika erwartet werden kann. Die Juden und der zionistische Erfolg Die palästinensische Judenheit und das Mandat Aus Jerusalem wilrd uns gemeldet: Alle jüdischen politischen und sozialem Institutionen in Palästina haben in den letzten Tagen Telegramme an, Lloyd George und Churchill gerichtet, in welchen die britische Regierung aufgefordert wird, alle Kräfte für die Ratifizierung des Palästina-Mandats einzusetzen. Solche Depeschen sind vom Waad haleumi, der Misrachi, der Föderation der jüdischen Kolonien, dem Jerusalemer jüdischen Rat (Waad hair), dem Waad der Aschkenasim und dem der Sephardim, der Vertretung von Tel-Awiw und vielen anderen Seifen abgegangen. Das Telegramm des Waad haleumi (Jüdischer Nationalrat) lautet: Der Jüdische Nationalrat, welcher alle Schichten der jüdischen Bevölkerung Palästinas repräsentiert, fordert, daß alle Schritte unternommen werden, um die Ratifizierung des Mandats in der nächsten Session des Völkerbundes zu sichern und die jüdischen Hoffnungen und Erwartungen auf Fortsetzung der friedlichen Arbeit für den Aufbau des Landes endlich zu sanktionieren. Der amerikanische Kongreß für die Mandatsratifizierung Die zionistische Exekutive hat ein Telegramm von der Leitung des amerikanisch-jüdischen Kongresses erhalten, in welchem sie aufgefordert wird, der britischen Regierung zu melden, daß der amerikanisch-jüdische Kongreß, welcher das ganze organisierte Judentum der Vereinigten Staaten repräsentiert, die bestimmte Hoffnung hege, daß die britische Regierung alle Möglichkeiten ausnützen werde, um die Ratifizierung des Palästina- Mandats auf der nächsten Völkerbundssitzung durchzusetzen. XVIII. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutchland am 11., 12. und 13. September 1922 in Cassel, Stadthalle. Mit Rücksicht auf die für den 22. August nach Wien einberufene Jahreskonferenz muß der Delegiertentag auf den oben genannten Termin verschoben werden. Tagesordnung des Delegiertentages Am Sonntag, den 10. September, werden Sonderberatungen über Gemeindearbeit, Jugendarbeit, Keren Hajessod-Arbeit und Kulturarbeit stattfinden. Die Referenten für die Sonderberatungen werden noch bekanntgegeben. Montag, den 11. September 1922. Vormittags-Sitzung 9.30 Uhr. 1. Eröffnungsrede des Vorsitzenden über: „Die allgemeine Lage der zionistischen Gesamtbewegung sowie der zionistischen Arbeit in Deutschland“. 2. Wahl des Büros. 3. Diskussion. Nachmittags-Sitzung 3.30 Uhr. 4. Referat: „Die allgemeine Lage in Palästina und die Palästina-Aufgaben des deutschen Zionismus“. — Referent wird noch bekanntgegeben. 5. Debatte über das Referat zu 4. Dienstag, den 12. September 1922. Vormittags-Sitzung 9.30 Uhr. 6. Fortsetzung der Debatte über das Referat zu 4. 7. „Inhalt und Möglichkeiten zionistischer Propaganda“. — Referent: Kurt Blumenfeld. Nachmittags-Sitzung 3.30 Uhr. 8. Debatte über das Referat zu 7. Mittwoch, den 13. September 1922. Vormittags-Sitzung. 9. Fortsetzung der Debatte über das Referat zu 7„ Nachmittags-Sitzung 3.30 Uhr. 10. Decharge. 11. Wahlen. a) Landesvorstand. b) Zentralkomitee. c) Finanzausschuß. d) Revisionskommission. e) Ehrengericht. Äus dem Frankfurter ostjüdischen Volksheim Das vor einigen Jahren gegründete Frankfurter jüdische Volksheim hat in vorbildlicher Weise vielen Tausenden jüdischer Flüchtlinge und Durchwanderer Heim, Essen und geistige Anregung geboten. Eine der freiwilligen Helferinnen berichtet im nachfolgenden über Arbeit und Leben im jüdischen Volksheim. Es sind meist junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren, die im Verlaufe des Abends sich im Volksheim einfinden, mit jüdischer, lebhafter Gebärde sich begrüßen und sich gleich in eifrig diskutierende Gruppen sondern. Dem Berufe nach sind alle Arbeiter oder Handwerker, von den berüchtigten „Kaufleuten“ und Schnorrern ist kaum einer dabei. Ebenso sehr wie die warme Suppe, war es das Bedürfnis, sich auszusprechen und Rat zu holen, das die jungen Flüchtlinge ins Volksheim trieb, mancher kam hier besser zurecht als vor den Schranken der strengen Unterstützungskasse, die schon von vornherein einschüchtemd wirkten tmd mißtrauisch machten. Nach Frankfurt gerade hat es viele deshalb gelockt, weil es die Stadt des „reichen Rothschild war“, von der die ostjüdische Phantasie die merkwürdigsten Bilder entworfen haben mußte. Es galt für manche als Paradies und sie wurden oft hart enttäuscht. Viele wollen weiter nach Amerika oder nach Palästina, und abends im Volks'heimi wird dann immer die vielsprachige Korrespondenz erledigt, englisch oder deutsch-jüdisch mit hebräischen Buchstaben. Das Briefschreiben ist eine Hauptbeschäftigung, viele benützen die Gelegenheit, bei hellem Licht im warmen Zimmer zu lernen. Deutsch, Englisch, Stenographie: es ist erstaunlich, wie weit es

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