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Das jüdische Echo · 1922-07-14 · 28 (14.7.1922) · p. Seite 353

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
28 (14.7.1922)
Date
1922-07-14
Page
Seite 353 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 353 Der Kolonialminister Winston Churchill verteidigte in einer glänzenden Rede die zionistische Politik der britischen Regierung. Beil der Abstimmung ergab sich eine überwältigende Majorität für die Regierung. Mit 292 gegen 35 Stimmen wurde die antizionistische Resolution abgelehnt und die Politik der Regierung gebilligt. Für das Oberhaus, welches mit einer Zweidriittelmajorität die Palästina-Politik der Regierung abgelehnt hatte, bedeutet diese Abstimmung eine sehr schwere Niederlage. Sie beweist, daß das englische Volk fest entschlossen ist, das dem jüdischen Volk gegebene Versprechen zu erfüllen. Englands Palästma*Politik Vor der Unterhausdebatte veröffentlichte die englische Regierung folgende mit der zionistischen Exekutive vereinbarte Erklärung, der die weiter unten, augefügte Antwort der zionistischen Leitung amtlicherseits beigefügt war: Die Erklärung der englischen Regierung Die Spannung, welche zeitweise in Palästina zutage tritt, ist im wesentlichen die Folge von Annahmen, welche von1 Teilen der arabischen und von Teilen der jüdischen Bevölkerung gehegt werden. Dies Annahmen sind, soweit es sich um die Araber handelt, teilweise aufgebauit auf der übertriebenen Interpretation des Sinnes der Deklaration, welche die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes in Palästina begünstigt und von Seiner Majestät Regierung am 2. November 1917 abgegeben wurde. Unautorisierte Erklärungen wurden abgegeben iln dem Sinne, daß das Ziel die Schaffung eines vollkommen jüdischen Palästina sei. Es wurden Wendungen gebraucht, wie die, daß Palästina „so jüdisch werden solle, wie England englisch“ ist. Die Regierung betrachtet alle derartigen Erwartungen als unausführbar und hat keine derartige Absicht. Ebensowenig hat die Regierung zu irgend einer Zeit, wie es die arabische offenbar fürchtet, das Verschwinden oder die Unterdrückung der arabischen Bevölkerung, Sprache oder Kultur in Palästina ins Auge gefaßt. Die Regierung möchte die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, daß die erwähnte Wendung der Deklaration nicht besagt, daß Palästina als Ganzes in ein jüdisches nationales Heim verwandelt werden soll, sondern daß solch ein Heim in Palästina gegründet werden soll. In dieser Hinsicht wurde mit Befriedigung bemerkt, daß auf der Tagung des ZioniSten-Kongresses, der obersten, leitenden Behörde der zionistischen Organisation, welche in Karlsbad im September 1921 stattfand, eine Resolution angenommen wurde, worin als offizielle Erklärung der zionistischen Ziele ausgedrückt wurde, „die Entschlossenheit des jüdischen Volkes, mit dem arabischen Volke in Eintracht und gegenseitigem Respekt zu leben und zusammen mit ihm das gemeinsame Heim in eine blühende Gemeinschaft zu verwandeln, deren Einrichtung beiden Völkern eilne ungestörte nationale Entwicklung sichern soll“. Es ist auch nötig, darauf hinzu weisen, daß die zionistische Kommission in Palästina, jetzt Palestine Zionist Exekutive genannt, nicht gewünscht hat, irgend einen Anteil an der allgemeinen Landesverwaltung zu besitzen und auch nicht besitzt. Auch die besondere Stellung, welche der zionistischen Organisation in Artikel 4 des Mandatsentwurfes für Palästina zugesichert wird, enthält keinerlei solche Funktionen. Diese besondere Stellung bezieht sich auf die Maßnahmen, die in Palästina hinsichtlich der jüdischen Bevölkerung zu treffen sind, und sieht vor, daß die Organisation bei der allgemeinen Landesentwicklung Hilfe leisten soll; aber sie berechtigt die Organisation nicht, irgendwie an der Regierung teilzunehmen. Es ist ferner vorgesehen, daß alle Bürger Palästinas vor dem Gesetz Palästinenser sein sollen und es ist niemals beabsichtigt worden, daß sie oder Teile von ihnem irgend eine andere rechtliche Stellung haben sollen. Was die jüdische Bevölkerung Palästinas angeht, so scheint es, daß einige Leute vermuten, daß Seiner Majestät Regierung die Politik aufgeben wolle, die in der Deklaration von 1917 niedergelegt ist. Es ist daher nötig, nochmals zu versichern, daß diese Befürchtungen unbegründet sind und daß diese Deklaration, welche von» der Konferenz der meisten alliierten Mächte in San Rerno und dann wieder im Friedlensvertrage von Sevres bestätigt wurde, nicht geändert werden kann. Während der letzten zwei oder drei Generationen haben die Juden in Palästina eine Gemeinschaft wiedererrichtet, die jetzt 80 000 Köpfe zählt, vom denen etwa ein Viertel Farmer oder Landarbeiter sind. Diese Gemeinschaft hat ihre eigenen politischen Organe; eine gewählte Versammlung zur Leitung ihrer inneren Angelegenheiten, gewählte Vertretungen in den Städten und eine Organisation für die Aufsicht über ihre Schulen. Sie hat ihr gewähltes Ober-Rabbinat und den Rabbiner-Rat für die Leitung ihrer religiösen Angelegenheiten. Ihre Geschäfte werden in hebräisch als Umgangssprache geführt und1 eine hebräische Presse bedient sie. Sie hat ihr ausgesprochenes (

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