Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 27 (7.7.1922)
- Date
- 1922-07-07
- Page
- Seite 342 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Das Jüdische Echo Nr. 27 Familien ihre ersten Beiträge für den Landankauf einigezahlt. Die Gesellschaft verhandelt gegenwärtig über die Aufnahme einer Anleihe zwecks rascher Ausführung ihres Planes. Die „Vereinigten jüdischen Christen“ Toronto. (J. C. B.) Aus dem Berichte der hier stattgefundenen achten Jahreskonferenz der Alliance jüdischer Christen in Amerika geht hervor, daß sie auch in Palästina eine eigene Kolonie unterhält, der die Konferenz eine Subvention von 10 000 Dollar für das laufende Jahr bestimmte. Der Budgetreferent begründete diese höchste aller Subventionen für Palästina mit der Notwendigkeit dler Gründung einer Fabrik in Palästina, in der die jüdischen Christen Beschäftigung finden sollen. Aus den Referaten ist eine Stelle iim Referate eines Mr. Reich hervorzuheben, daß die jüdischen Christen nicht aufgehört hahen, sich als einen Teil der jüdischen Nation ansehen. Deutschland Rathenau und der Aufbau Palästinas Berlin. (J. C. B.) Wie wir erfahren, bekundete Dr. Rathen au in der letzten Zeit großes Interesse für den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas. Prof. Einstein, der mit ihm über diese Frage wiederholte Besprechungen hatte, äußerte sich dem Vertreter des J. C. B. gegenüber, Rathenau habe ihn bei verschiednen Anlässen versichert, daß er sich, sobald es ihm möglich sein werde, sich von seinen ministeriellen Verpflichtungen zu befreien, am Wiederaufbau Palästinas voraussichtlich beteiligen werde. Der entlarvte Schutz- und Trutzbund Der deutsch-völkische Schutz- und Trutzbund, die nationalsozialistische Arbeiterpartei, die deutsche Werkgemeinschaft und wie diese Schoßkinder des gegenwärtigen bayerischen Kurses alle (heißen mögen, sind durch die Untersuchung des Rathenauinordes als die eigentliche Mördertruppe entlarvt worden. In Norddeutschland sind einige Parteisekretäre dieser Vereinigungen als der Mitschuld an der Mordtat verdächtig verhaftet worden. In Bayern geschieht nichts dergleichen, oder gibt es hier keine Mordgesellen in diesen Bünden? Die Nachricht, daß in Hamburg festgestellt wurde, man beabsichtige außer Rathenau etwa 12 führende jüdische Persönlichkeiten zu ermorden, erinnert an eine Rede des Herrn Julius Streicher- Nürnberg in Neustadt a. A., in der er ausführte, es würde besser aussehen, wenn man mal ein Dutzend führender jüdischer Persönlichkeiten in Deutschland aufgreifen und falls dann das internationale Judentum nicht nachgeben wollte, nach „Gebühr“ behandeln würde. — Wir nehmen an, daß Herr Streicher über die Tätigkeit der Männer nicht ganz un orientiert. ist, die die Gedanken verwirklichen, die er ausspricht. Ginge es nach Recht und Gerechtigkeit, so würde man ihn mit vor das Staatstribunal stellen, vor dem wohl in kurzem so mancher seiner Freunde wird1 erscheinen müssen. Die jüdischen Lehrer gegen die jüdische Schule! In den Pfingsttagen hat in Berlin die 6. Tagung des Verbandes der Jüdischen Lehrervereine stattgefunden. Dile Tagung hat sich auch mit der Stellung der jüdischen Lehrer zum Problem der jüdischen Schule beschäftigt. Der Referent Goldvschmidt-Dortmund erläuterte die Bestimmungen der Reichsverfassung über das Schulwesen und setzte sich für die Simultanschule ein, hielt jedoch in Rücksicht auf lokale Verhältnisse gelegentlich auch die jüdische Schule für zulässig (!). Am Schluß der Debatte wurde dann der nachfolgende Antrag angenommen; „Der Verbandstag steht grundsätzlich auf dem Boden der Gemeinschaftsschule, in welcher ohne Rücksicht auf das Bekenntnis mit gleichen Rechten und Pflichten Lehrer aller Bekenntnisse Anstellung finden. Die gegenwärtigen Volksschulen in Preußen und Bayern, auch die sogenannten Simultanschulen, tragen den Charakter christlicher Schulen. Solange die Gemeinschaftsschule in unserem Sinne nicht verwirklicht ist, treten wir für die Erhaltung der bestehenden und für die Neugründung jüdischer Volksschulen ein. Träger der Schullasten ist die Kommune.“ Diese Resolution wurde mit 24 gegen 16 Stimmen angenommen. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden Am 25. Juni hat eine von der Jüdischen Gemeinde Berlin einiberufene Tagung der preußischen Synagogen-Gemeinden stattgefunden, und nach eingehender Prüfung der für die Schaffung eines preußischen Landesverbandes angeführten Gründe und nach Durchberatung des von der Berliner Gemeinde vorgelegten Verfassungsentwurfes die Errichtung eines Landesverbandes der Synagogen- Gemeinden in Preußen beschlossen. Über die Aufgaben des neuen Verbandes sei zunächst gesagt, daß er die Zusammenfassung der preußischen Synagogen-Gemeinden zur Pflege aller "ßiuThallmaler München JhßaünevtirAQ. mm