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Das jüdische Echo · 1922-07-07 · 27 (7.7.1922) · p. Seite 340

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
27 (7.7.1922)
Date
1922-07-07
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 Das Jüdische Echo Nr. 27 bleibt die Arbeit in Palästina und in der Diaspora für Palästina: Tatsachen sind) stärker als Erklärungen und Verhandlungen, reale Macht ist besser als Prestige. Unsere Schwäche liegt in dem Verhältnis von 100 000 Juden zu 600 00 oder mehr Arabern in Palästina. Jede weiteren 10 000 Juden verändern die Lage zu unseren Gunsten. Der Weg, den wir gehen müssen, ist also klar. Wir werden ihn ohne viel Nervosität zu gehen haben. Unser Schifflein schwimmt auf dem wogenden Meer der großen Politik. Da gibt es hohe Wellen und wilde Stürme. Der scharfe Wind aus der Richtung des Oberhauses soll uns nicht verwirren; er ist noch lange kein Orkan. Der Kompaß, dem wir folgen und der uns die rechte Richtung zeigt, heißt jüdische Arbeit im Galuth und in Erez Jiisroel. Er wird uns in den Hafen führen, den unser Volk nun seit fast 2000 Jahren ersehnt. G—. Wie lange noch? Man schreibt uns unter diesem Titel: Der Fränkische Kurier, das deutschnationale Blatt unter demokratischer Flagge, versucht den Eindruck seiner beiden antisemitischen Eddaaufsätze durch einen dritten Artikel abzuschwächen. Er habe die Auslassungen des Herrn Gorsleben, eines soigar aus dem deutschvölkischee Schutz- und Trutzbund ausgeschlossenen Individuums, nur gebracht, um sie sich durch ihre Maßlosigkeit selbst wiederlegen zu lassen. Gemach, wir wagen an dieser Erklärung zu zweifeln. Wann hat man in gewissen Kreisen auch noch so maßlose antisemitische Anwürfe zurückgewiesen? Gefreut hat man sich darüber, ausgenutzt hat man sie. Wir leben in Bayern und haben ein Recht, uns einigermaßen bedroht zu fühlen. Da wollte wohl uns der liebe Kurier zu Hilfe kommen, indem er in zwei Nummern unwidersprochene Ausführungen eines berüchtigten Antisemiten veröffentlichte und in besonderen Notizen seine Werke der Beachtung empfahl? Das mag glauben, wer will. Wir sind der Überzeugung, daß der Kurier einen Fühler ausstreckte, um festzustellen, wie weit er in der Bekundung seiner antisemitischen' Gesinnung gehen könnte, ohne jüdische Leser und Inserenten zu verlieren. Der leider nicht allzu große Widerstand, den er fand, veranlaßte ihn, seinen Fühler vorläufig einzuziehen. Wie lange wir ein so unwürdiges Spiel noch dulden? Es ist eine Schande für uns, ein derartiges Blatt zu unterstützen. Wir verscherzen uns dadurch gewiß auch die Sympathien vieler Mg uh cius ers/r. /5, gegenüber der alten JtHademie \eine Nichtjuden, die es ehrlicher mit uns meinen als der Fränkische Kurier. Für uns gibt es nur einen Standpunkt: Inserenten- und Abonnentenboykott an* tisemischer Blätter. Der Kurier gehört in erster Linie dazu. D—m Die Fränkische Tagespost berichtet: Rechtsanwalt Dr. Froschmann, der Rechtsbeiistand des Fränkischen Kuriers, ist aus der Demokratischen Partei ausgetreten und dem Wirtschafts verband der antisemitischen deutschen Werkgeimeinschaft beigetretem. — Wann folgt die Redaktion des Fränkischen Kuriers nach? Aus der Jüdischen Weit Zur Mandatsfrage Die Orientfragen London. (Havas.) Über die Verhandlungen zwischen Lloyd George sowie Balfour einerseits und Schanzer andererseits verlautet, daß von englischer Seite die italienischen Wünsche bezüglich Palästinas, namentlich bezüglich des Besitzes des sogenannten Abendmahlraumes, als im Augenblick und unter den von Italien vor geschlagenen Bedingungen unerfüllbar bezeichnet werden. Auch in der Frage der Berichtigung der Grenzen zwischen Tripolis und Ägypten hätten die englischen Staatsmänner ein Eingreifen im Sinne der italienischen Wünsche mit dem Hinweis darauf abgelehnt, daß die fraglichen Gebiete unter ägyptischer Oberhoheit stehen und infolgedessen ohne die Regierung des Khedive nichts unternommen werden könnte. In der Frage von Tanger sind die Besprechungen betreffend die Teilnahme Italiens an der bei der letzten englisch-französischen Zusammenkunft in London ins Auge gefaßten Konferenz noch nicht beendet Verhandlungen der Westmächte über das Mandat. London. (J. C.B.) Wie wir erfahren, haben die Verhandlungen zwischen dler französischen, italienischen und der englischen Regierung in der Frage des Palästina-Mandats zu einem Einvernehmen bezüglich gewisser Änderungen im Artikel 14 des Mandatsentwurfes geführt. (Eine offizielle Bestätigung dieser Nachricht muß abigewartet werden. Der Artikel 14 des englischem Mandatsentwurfes enthält die Verpflichtungen für England zur Einsetzung einer Kommission zwecks Studiums der Fragen und Ansprüche der verschiedenen religiösen Gemeinschaften. Letzte Drahtmeldung Das englische Unterhaus billigte mit überwältigender Mehrheit (292 zu 35 Stimmen) die Palästinapolitik der englischen Regierung. Der Beschluß des englischen Oberhauses London. (J. C. B.) Wie wir aus autoritativen zionistischen Kreisen erfahren, bedeutet die Resolution des englischen Oberhauses noch lange nicht, daß die britische Regierung sich dadurch veranlaßt sehen müßte, sogleich politische Konsequenzen inbezug auf Palästina zu ziehen. Die Regie-

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