Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 26 (30.6.1922)
- Date
- 1922-06-30
- Page
- Seite 331 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 331 zusammengesetzte Kommission erörtert werden. Wenn zwischen dieser Kommission und der Palästinaregierung Meinungsverschiedenheiten entstehen, sollen die betreffenden Fälle der britischen Regierung in London zur Entscheidung unterbreitet werden. Zugleich mit dieser Deklaration soll eine Erklärung der Zionistischen Organisation über ihre Stellungnahme zu diesem Dokument erscheinen. Das Oberhaus gegen das Palästinamandat Nach Abschluß dieser Nummer erhalten wir eine vorläufig noch nicht bestätigte Nachricht, wonach das englische Oberhaus einem Antrag von Lord Ellington mit 60 gegen 29 Stimmen zustimmte, der das Palästinamandat in seiner gegenwärtigen Form für unannehmbar erklärte. Der Standpunkt der Regierung wurde von Lord Balfour vertreten. Das Oberhaus ist die zweite englische Kammer. Sein politischer Einfluß ist sehr beschränkt. Zudem wurde der Beschluß gegen das Palästinamandat bei äußerst geringer Besetzung des Hauses, dem etwa 700 Peers angehören, gefaßt. Dennoch handelt es sich sicherlich um einen Erfolg der Feinde des Mandats und um eine unleugbare Verschärfung der an und für sich schwierigen Lage. Die Palästina-Resolution* im amerikanischen Kongreß angenommen (J.P.C.) Ein Telegramm aus Washington meldet, daß der amerikanische Kongreß dieselbe Resolution wie der Senat über die Begünstigung der Errichtung einer jüdischen Heimstätte in Palästina mit einer Majorität von 32 Stimmen angenommen hat. Es ist sehr erfreulich, daß durch die Annahme im Kongreß die Palästina-Resolution, über deren Zustandekommen wir bereits berichtet haben, nunmehr von beiden Häusern der amerikanischen Volksvertretung bestätigt und somit die Vereinigten Staaten sich in aller gesetzlichen Form offiziell für die Schaffung der jüdischen Heimstätte im Sinne der Balfour-Deklaration ausgesprochen haben. Die englische Judenheit fordert die Ratifizierung des Palästina-Mandats Das aus Vertretern des Jewish Board of Deputies und] der Anglo-Jewish Association zusammengesetzte Joint Foreign Committee nahm in seiner jüngsten Sitzung eine einstimmige Resolution an, in welcher die britische Regierung namens der gesamten englischen Judenheit ersucht wird, ihr möglichstes aufzubieten, um die Bestätigung des Palästina-Mandats in der bevorstehenden Sitzung des Völkerbundrates zu sichern. Die Resolution wendet sich gleichzeitig mit einem Appell an den Völkerbundrat, das britische Mandat über Palästina ohne weitere Verzögerung zu ratifizieren. Palästina Herbert Samuel an Ruthenberg Herbert Samuel hat an Ruthenberg vor dessen Abreise nach Amerika einen Brief gerichtet, in dem es heißt: „Die Mission, der Sie in Amerika dienen wollen, ist von größter Bedeutung für Paläsina. Der Plan zur Nutzbarmachung der hauptsächlichsten Wasserkräfte des Landes zur Hervorbringung elektrischer Energie, verbunden mit der Bewässerung und Kolonisierung von bestimmten, jetzt gar nicht oder spärlich kultivierten Landstrecken gehört zu den wertvollsten Maßnahmen, die für die ökonomische Entwicklung des Landes getroffen werden können. Die Regierung Sr. Majestät und die Verwaltung von Palästina sind an diesem Plan sehr interessiert und sind gewillt, ihm jede Ermutigung angedeihen zu lassen. Seine erfolgreiche Durchführung zur Vergrößerung der Blüte des Landes wird allen Teilen der palästinensischen Bevölkerung nützen. Es wird ein schlagendes Beispiel für den Nutzen bieten, der durch die Einführung jüdischer Unternehmungen und jüdischen Kapitals und durch die Errichtung weiterer jüdischer Siedlungen erreicht werden kann. Ich möchte der ernstesten Hoffnung Ausdruck geben, daß Sie in Amerika eine große finanzielle Unterstützung finden mögen, die geeignet ist, Ihr sehr wertvolles Projekt zur Ausführung zu bringen.“ Die Arbeit der Palestine Land Development Co. J e r n s a 1 e m. Auf einer Sitzung der Direktoren der Palestine Land Development Co. wurde eine Dividende von 6 Prozent bewilligt, die die Gesellschaft sofort auszuschütten bereit ist. Nach einem Bericht der Gesellschaft wurden im Jahre 1921 Bodenankäufe in der Höhe von 600 000 engl. Pfund getätigt. Im Jahre 1921 wurden Bodenflächen im Werte von 400 000 engl. Pfund verkauft. In nächster Zeit wird die Palestine Land Development Co. in der Umgebung der Städte Jaffa und Haifa Bodenankäufe im Umfange von 30 000 Dunam (11 Dunam gleich 1 Hektar) ausführen. Eine neue Niederlassung Die „Aehusa A“, Dew York, hat bekanntlich durch die P.L.D.C. in der Nähe der Kfar Saba und Ain Chai 5000 Dunam gekauft. Kürzlich wurden unter Leitung von Jesaiah Jarcho, einem amerikanischen Elektroingenieur, die Vorbereitungsarbeiten unter Benutzung eines neuen Bewässerungssystems begonnen. An Stelle einer großen Röhre werden mehrere kleine von 5 Zoll Durchmesser an verschiedenen Stellen in den Boden getrieben. Es wurde bereits in 27 m Tiefe auf Wasser gestoßen. Die Arbeiter leben in Zelten, die gemeinsame Küche kauft alle Nahrungsmittel direkt bei den Produzenten. Arabisch-jüdischer Stadtrat in Tiberias In Tiberias ist ein neuer Beweis für die Möglichkeit fruchtbarer gemeinsamer Arbeit von Juden und Arabern gegeben worden. Es ist ein gemeinsamer Stadtrat gebildet worden, dem drei Juden, drei Mohammedaner und ein Christ angehören. Bürgermeister ist ein Araber. Die gemeinsame Arbeit findet ohne alle Reibungen statt, auch das gegenseitige Verhältnis der Bevölkerungsteile ist ein ausgezeichnetes. Alle Verfügungen des Stadtrates erfolgen in hebräischer und arabischer Sprache. Deutschland Die Deutschnationalen in Preußen gegen die Ostjuden. Die Deutschnationale Volkspartei hat im preußischen Landtag folgende „Große Anfrage“ eingebracht: J. A. HENCKELS ZWILLINGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8