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Das jüdische Echo · 1922-06-30 · 26 (30.6.1922) · p. Seite 330

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
26 (30.6.1922)
Date
1922-06-30
Page
Seite 330 (sequence 6)
Language
German
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330 Das Jüdische Eche Nr. 26 der die Majorität des deutschen Judentums repräsentiere, habe sich nicht nur gegen den Keren Hejessod, sondern gegen die Palästina-Arbeit im allgemeinen ausgesprochen. Sein Antrag gehe dähin, die Kasseler Beschlüsse aufzwheben. Der nächste Redner, Dr. Carl Löwenstein-Aachen, erklärt die Gründe, weshalb er für die Resolution und gegen den bestehenden Keren Hajessod sei. Die Palästianafrage sei stets eine Frage gewesen, mit der sich die deutschen Juden, gleichgültig welcher Parteirichtung, beschäftigt haben. Was gefordert werden müsse, sei jedoch, daß der Palästina-Aufbau in einer Weise vor sich gehe, die tatsächlich der strengen Neutralität, die zu verlangen notwendig ist, entspricht Der jetzige Keren Hajessod täte dies in keiner Weise. Die Hälfte des Direktoriums wird von der Zionistischen Exekutive eingesetzt, nur die andere Hälfte wird von den Zeichnern gewählt. Dr. Feiwel, der derzeitige Geschäftsführer des Keren Hajessod, habe erklärt, daß der Keren Hajessod ein unter zionistische Ägide und von Zionisten geleitetes Finanzinstrument darstelle, das auch Nichtzionisten für die Hergabe von Mitteln für Palästina interessieren wird. Das besage klar und deutlich, daß es sich um einen zionistischen Fonds handle. Dr. Fritz Löwenstein-Berlin habe in einer der letzten Nummern der „Jüdischen Rundschau“ über die Keren Hajessod-Arbeit geschrieben und in diesen Ausführungen meine er, daß es sich hierbei darum handele, die zionistische Idee zu verbreiten und nicht nur Gelder zu erhalten. Alle diese Gründe bestimmen den Redner, den Keren Hajessod in seiner jetzigen Form abzulehnen, es bleibe jedoch die Notwendigkeit bestehen, daß die deutschen Juden sich an dem Aufbauwerk beteiligen. Es wird die Aufgabe der nächsten Zeit sein, einen Weg zu finden, der allen Ansprüchen genügt. Der nächste Redner, Herr Dr. Emil Cohn- Bonn, setzt sich in längeren Ausführungen mit der Neutralität des Verbandes auseinander. Neutralität heiße nicht,* sich von Gesamtaufgaben des deutschen Judentums fernzuhalten. Palästina sei das einzig Greifbare, das die Jugend augenblicklich' besitze, um ihr Judentum zu betätigen. Palästina sei mehr wie eine Aufgabe, es sei ein Symbol, und Kreise dieser Versammlung wollen den ganzen Palästinagedanken ins Herz treffen. Aus diesem Grunde wurde die Resolution eingebracht. Der Verband wird nicht gesprengt werden, wenn er einen Beschluß, der einstimmig gefaßt wurde, aufrecht erhält und somit zeigt, daß er sich seiner Verantwortung bewußt ist. Jeder einzelne denke an diese Verantwortung. Der nächste Redner, Dr. Markus-Braunschweig, begründet nochmals den ablehnenden Standpunkt seines Kreises und betont, daß die Rede von Dr. Emil Cohn sicherlich viele Mitläufer umwerfen werde, daß er und seine Freunde jedoch ihren Antrag unbedingt aufrecht erhalten. Die Abstimmung über den von Dr. Krombach und dem gesamten Vorstand (auch Dr. Löwenstein-Aachen) Unterzeichneten Antrag, betr. Aufrechterhaltung der Kasseler Resolution f ü r den Kerren Hajessod ergab ein Stimmenverhältnis von 260 gegen 13 Stimmen. Der Antrag ist somit angenommen. Der Wortlaut der Palästina-Resolution; Der Delegiertentag des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands stellt sich1 auf den Boden des Krombachschen Referates, das ausführlich in den „Jüdischen Blättern“ zu veröffentlichen ist, und erklärt unter Ablehnung aller zur Palästinafrage eingebrachten Anträge: 1. Der Beschluß der Kasseler Führertagung wird vom Delegiertentag bestätigt. 2. Der Delegiertentag würde es freudig begrüßen, wenn es gelingen würde, die Neutralität des gesamten Keren Hajessod in Rücksicht auf die von einigen Vereinen und Mitgliedern eingebrachten Bedenken zweifelsfrei klarzustellen, um dadurch die Mitarbeit aller Kreise am Palästina-Aufbauwerk zu ermöglichen. In den Verbandsvorstand wurden einstimmig gewählt: Frl. Dr. Cora Berliner, erste Vorsitzende; Kurt Neu-Berliri, erster stellvertr. Vorsitzender: Kurt Zacharias-Bremen, zweiter stellvertretender Vorsi.; Paul Aufseesser-Nürnberg. dritter stellvertr. Vors.; Dr. Alfred Apfel-Berlin, Siegfr. Bachrach-Hannover, Alfred Cohen-Bochum, Dr. M. Paul Block-Köln, Dr. Ludwig Frank-Nürnberg, Frau Elsa Hirschel-Dresden, Grete Kovacs- Berlin, Dr. David Krombach-Essen, Dr. Gustav Löffler-Frankfurt a. M„ Rabbiner Dr. Paul Lazarus-Wiesbaden, Richard Marcks-Köln. Dr. Fritz Noack-Gotha, Levi Wolf-Trier. Aus der jüdischen Welt Eine neue englische Palästina-Deklaration? Aus zuverlässiger Quelle wird dem J.C.B. mitgeteilt, daß die Berufung der Mitglieder der zionistischen Exekutive zu einer außerordentlichen Sitzung nach London zu dem Zwecke erfolgt ist, die neu entstandene politische Lage zu besprechen in Hinblick auf einen Beschluß der englischen Regierung, eine neue Deklaration wegen der Palästinafrage zu veröffentlichen, die als eine Art Interpretation der Balfour-Deklaration dienen soll. Wie J.C.B. erfährt, soll die neue Deklaration die Erklärung enthalten, daß die Balfour-Deklaration niemals die Tendenz hatte, den Juden eine privilegierte Stellung in Palästina zu gewähren. Die englische Regierung hat die Absicht, den Juden eine nationale Heimstätte in Palästina zu gewähren, nicht aber Palästina als die nationale Heimstätte der Juden zu erklären. Was die Vertretung des jüdischen Volkes bei der Palästinaregierung (Jewish Agency) anbetrifft, so soll diese Institution keinesfalls als ein Bestandteil der Regierungsmacht angesehen werden. In dem Teil der Deklaration, der sich mit den praktischen Fragen befaßt, soll die Deklaration auch die Frage der Immigration nach Palästina berühren. Danach sollen alle, die Immigration betreffenden Fragen durch, eine besondere, aus Vertretern der örtlichen Bevölkerung KREIL-UCKO DAS HAU S|%n&hh~W^V%WTHEATINERSTR.16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN

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