Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 25 (23.6.1922)
- Date
- 1922-06-23
- Page
- Seite 317 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 317 lastina kommen können oder nicht. Die Beeinflussung: der Berufsentscheidung: wird deshalb in immer erhöhtem Maße eine erzieherische Aufgabe des K.J.V. sein. Diese Aufgabe ist um so schwieriger zu lösen, als natürlich nur von einem wirklichen Zionisten erwartet werden kann, daß er bei der Wahl seines Berufes zionistische Momente mitsprechen läßt. Da nun die jungen K.J.V.er, die die Berufsentscheidung fällen müssen, vielfach erst am Anfang ihrer zionistischen Entwicklung stehen, können sie eine solche Entscheidung noch nicht fällen, während später die Änderung der Berufsentscheidung natürlich sehr schwer ist. Aber die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Behandlung dieser Fragen war auf dem Kartelltag allgemein verbreitet und hat seit dem vorigen Kartelltag entschiedene Fortschritte gemacht. Auf der anderen Seite legt man heute im K.J.V. entscheidenden Wert darauf, die K.J.V.er zu positiver Mitarbeit in der Zionistischen Organisation zu erziehen. Der Gedanke, von dem alle K.J.V.-Erziehung getragen ist, war stets, daß der einzelne nur dienendes Glied der Gesamtheit ist, daß er lernt, sich einzuordnen, seine Kräfte zu entwickeln, um sie für unser Volk nutzbar machen zu können. In diesem Sinne hat das K.J.V.-Präsidium durch den Ausbau der Zionistischen Arbeitsstellen und in anderer Weise versucht in immer höherem Maße K.J.V.er zur Mitarbeit der Zionistischen Organisation zu führen. Hierbei besteht ein intimes Zusammenarbeiten mit den betreffenden Stellen der Z.V.f.D. Einen breiten Raum in den Verhandlungen des Kartelltages nahmen die speziellen Fragen der Erziehung und des Unterrichts ein. Das Hebräische hat im K.J.V. ohne Zweifel Fortschritte gemacht, und die hebräische Rede, mit der der Vorsitzende des Präsidiums, Dr. Moritz Bileski, die Tagung eröffnete. war keine leere Demonstration, wie auch die hebräischen Reden eines Palästinensers und eines russischen Zionisten vom größten Teil der Teilnehmer verstanden wurden. Seit dem Leipziger Kartelltag von 1920 bildet den Abschluß der aktiven Zeit ein besonderes Inaktivenexamen, dessen Hauptfach das Hebräische ist. Es zeigt sich deutlich, daß der Gedanke des Hebräischen heute nicht nur allgemein anerkannt wird, sondern daß auch seine Durchführung in immer höherem Maße ermöglicht wird. Von besonderem Interesse war ein Referat von Universitätsprofessor Dr. Fodor (Halle), das sich mit den Fragen der Universität und der Bibliothek in Palästina beschäftigt. Der Vortragende verlangte, daß die wichtigsten Forschungsinstitute möglichst bald in Angriff genommen würden und wies nach, daß diese Forschungsinstitute einen Teil wirklicher praktischer Aufbauarbeit darstellen. Es wird eine Aufgabe des K.J.V. im nächsten Jahre sein, diese Fragen zu studieren und, wenn möglich, einer Lösung näherzubringen. Die Wahlen des neuen Präsidiums ergaben die einstimmige Wiederwahl von Dr. Moritz Bileski zum Vorsitzenden, sie ergaben aber auch die erfreuliche Tatsache, daß, entsprechend dem Vorschlag des Präsidiums, eine große Anzahl jüngerer Berliner K.J.V.er, die aus der Nachkriegsgeneration stammen, in das Präsidium aufgenommen wurden, das somit heute in seiner Mehrheit aus jungen Bundesbrüdern zusammengesetzt ist. Der Kartelltag war von einer Reihe geselliger Veranstaltungen begleitet, von denen besonders das Sportfest am Dienstag vormittag und die Schlußfeier am Mittwoch abend zu erwähnen sind, die die zukunftsfreudige Stimmung, die die Tagung beseelte, zu besonderem Ausdruck brachten. Dr. Fritz Löwenstein. Zu gleicher Zeit mit dem Kartelltag fand in Hannover eine Tagung des Weltstudentenverbandes statt, dessen Teilnehmer den Verhandlungen des K.J.V.-Kartelltages beiwohnten. Aus der Jüdischen Weift Die zionistische Jahreskonferenz Dile Jahreskonfeirenz ist auf den 22. August nach Wien einberufen worden. Die Schekel-Kampagne Der Endtermin für die Ablieferung der diesjährigen Schekelgelder an die Exekutive ist der 15. Juli (19. Tamuis), und nur die bis zu jenem Tage eingelaufenen Schekelbeträge werden bei der Berechnung der Zahl der Vertreter eines jeden Landes- und Sonderverbandes bei der Jahreskonferenz zur Grundlage genommen werden. Es ist für jeden Verband von großer Bedeutung, daß dieser Endtermin unfehlbar eingehalten wird, und zu diesem Zwecke fordert die Exekutive jeden Landes- und Sonderverband1 auf, unverweilt alle Vorkehrungen zu treffen, 1. damit der Monat Juni noch zu einer intensiven Schekelpropaganda verwendet wird; 2. damit der Schekelverkauf innerhalb des Verbandes bis spätestens Ende Juni abgeschlossen wird; 3. daß alle Schekelgelder restlos an die Exekutive abgeführt werden und zwar so, daß sie diese nicht später als am 15. Julii erreichen. Bis zu jenem Termin ist an die Exekutive überdies eine detail- Zeufmani3L> ~ren-Jjcden c/terustifirtrafre