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Das jüdische Echo · 1922-06-02 · 22 (2.6.1922) · p. Seite 283

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
22 (2.6.1922)
Date
1922-06-02
Page
Seite 283 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 283 daß diese Tatsache am Palästina-Mandat auch ausdrücklich festgestellt werden möge. Ich weiß nicht recht, worauf sich die Behauptung, daß die Justizverwaltung in Palästina parteiisch sei. wenn eine solche Behauptung überhaupt gefallen ist, zu stützen> vermochte. Sie ist auch völlig unwahr. Ukraine Die Hilfsaktion in der Ukraine Wiie dem J. C. B. in London gemeldet wird, hat dae amerikanische Relief Administration mit Rücksicht auf die schreckliche Lage in der Ukraine beschlossen, ihre Ausspeisung auch auf Erwachsene auszudehnen. Das Hauptprogramm der Aktion erfordert die Austeilung von 800 000 warmen Mahlzeiten täglich. Hierzu kommen noch jetzt 400 000 Erwachsene. Soweit es die Mittel erlauben, würde die Zahl noch vergrößert werden. Das Programm der „Ara“ in der Ukraine, zu der der „Joint“ in großem Maße beiträgt umfaßt bekanntlich die Ausspeisung von fünf Millionen Erwachsenen und drei Millionen Kindern. lil ■ ■ ■ ■ ■Hl 1 ■ Feuilleton ||| || um in 11 II llll II Bismark gegen Stöcker Bericht an Kaiser Wilhelm I. Aus dem kürzlich erschienenen aufschlußreichen Buch „Bismarck und die Juden“ von Jöhlinger. Erhältlich in der Ewer-Buchhandlung. Friedrichsruhe, 4. Dezember 1882. Berlin. An Seine Majestät den Kaiser und König. Eure Kaiserliche und Königliche Majestät haben die mit Anlage ehrfurchtsvoll wieder angeschlossene ImmediatvorStellung des Geheimen Kommerzienrats von Bleichröder hienselbst betr. die Tätigkeit des Hof- und Dompredigers Stöcker als Leiter des von ihm gegründeten christlichhsozialen Arbeiter-Vereins uns zur Kenntnisnahme, Prüfung und Bericht aJlergnädigst zufertigen zu lassen geruht. In Folge dessen verfehlen wir nicht, den nachstehenden alleruntertänigsten Bericht zu ersatten. „Unseres alleruntertänigsten Dafürhaltens haben die unter Leitung des Hofpredigers Stöcker in diesem Frühjahr veranstalteten Versammlungen der christlich-sozialen Partei einen Charakter angenommen, der von Aufreizung zu Kllassenhaß nicht frei ist und unerfüllbare Versprechungen macht, daher für die Ordnung des Staates als bedenklich bezeichnet werden muß und »hat der Hof Prediger Stöcker selbst in diesen Versammlungen namentlich die Judenfrage in einer Weise behandelt, die ernste Mißbilligung verdient. In erster Beziehung ist nicht in Abrede zu nehmen, daß wenn große Versammlungen, deren Mitglieder in überwiegender Zahl dem Handwerker¬ und Arbeiterstande angehören, einen so tumultarischen Charkter annehmen, wie es bei den Stöckerischen Versammlungen gegen Schluß des Winters und im Frühjahr der Fall gewesen ist, dies notwendig in den Teilnehmern dile Achtung vor Ordnung untergraben und die Neigung zu Exzessen fördern muß. vWlas aber das Verhalten dies Hofpredigers Stöcker selbst anbelangt, so fällt ihm als Veranstalter und Leiter jener Versammlungen nicht allein zur Last, daß er denselben ruhigen und der Sache würdigen Charakter nicht zu erhalten verstanden hat, sondern ihn trifft auch der Vorwurf, daß er durch seine Reden und die Art der von ihm geführten Politik wesentlich selbst dazu beigetragen hat, daß die fraglichen Versammlungen einen so tumultarischen Charakter angenommen haben. ' Insbesondere fällt hier die Art und Weise, wie er die Judenfrage behandelt hat, ins Gewicht, die in der Tat geeignet erscheint, die besitzlosen Bevölkerungsklassen gegen das begüterte Judentum aufzuregen, zumal der Hofprediger Stöcker in der Versammlung vom 11. Juni d. J., welche den eigentlichen Gegenstand der Beschwerde von p. von Bleichröder bildet, sich dazu hat hinreißen lassen, auf eine bestimmte Persönlichkeit, eben den Geh. Kommerzienrat v. Bleichröder als Prototyp des übermäßige Schätze ansammelnden Judentums in einer die gesetzlose Begehrlichkeit ermutigenden Art hinzuweisen. Das für eine objektive berechtigte Polemik ausreichende und gebotene Maß hat Hofprediger Stöcker in seinen überdies vor einem überaus gemischten und an sich urteilsunfähigen Publikum gehaltenen Reden offenbar überschritten und sich dadurch nicht nur von gegnerischer Seite die lebhaftesten Anfeindungen zugezogen, sondern unleugbar auch die Sympathien eines großen Teiles derjenigen verscherzt, die an sich mit ihm auf demselben Boden des Glaubens stehen. Dagegen wird sich fragen, in welcher Weise am zweckmäßigsten hier einzugreifen sei. Da nun überdies die amtliche Stellung des p. Stöcker als Hof- und Domprediger bei Beurteilung der Sache nicht außer Betracht gelassen werden kann, so habe ich der alleruntertänigst mitunterzeichnete Minister der geistlichen Angelegenheiten nicht unterlassen zu dürfen geglaubt, dem Präsidenten des Evangelischen Ober-Kirchenrats Dr. Hermes Gelegenheit zu einer vertraulichen Äußerung zu geben. PORZBLLM-NIEDEBLACiE MÜNCHEN THEATINER STRASSE *3 gegenüber der FeldherrnhalU gVÖSSTfi AUSWAHL IK HüJBKAUCHSP0RZKLLAK TÄGLICHE LAdXSBEßGÄÜ Z U JN

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