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Das jüdische Echo · 1922-06-02 · 22 (2.6.1922) · p. Seite 282

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
22 (2.6.1922)
Date
1922-06-02
Page
Seite 282 (sequence 6)
Language
German
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V 282 Das jüdische Echo Nr. 22 nur jüdische Arbeiter beschäftigt worden. In der Zeit der Orangenernte fanden 550 Arbeiter Beschäftigung und die Zahl stieg zeitweise bis 800. Vor einigen Wochen ist zwischen der Kolonie und den Nachbarn Friede geschlossen worden und infolgedessen ist wieder arabische Arbeit in die Kolonie eingedrungen. Jetzt arbeiten nur mehr 200 jüdische Arbeiter in der Kolonie. In letzter Zeit fanden Verhandlungen zwischen der Kolonie und den jüdischen Arbeitern statt. Die Kolonisten erklärten sich bereit die Zahl der Arbeiter zu erhöhen, wenn diese sicht mit einem Arbeitslohn von 3 Schilling an Stelle der bisherigen 4—5 Schilling begnügen würden. Die Arbeiter ihrerseits waren dazu bereit, falls sich die Kolonisten verpflichten, 500 Arbeiter unterzubringen. Diese Bedingung haben die Kolonisten abgelehnt und die Verhandlungen abgebrochen. Derzeit sind in Petachtikwah 150 Arbeitslose. (J. C. B.) Die Orthodoxen und die jüdische Arbeit In Jerusalem wird seit einigen Wochen das große Waisenhaus Diskin gebaut. Die Mittel stammen von Spendern aus dem Auslande. Die Arbeit wird größtenteils von Nichtjuden durchgeführt. Am 3. Mai fand in Jerusalem eine Protestversammlung jüdischer Arbeiter statt, welche sich in sehr scharfen Resolutionen dagegen wendet, daß die Leitung dieses streng orthodoxen Waisenhauses es den Chaluzim in jeder Weise erschwert, bei den Bauarbeiten Beschäftigung zu finden. Auflassung des ägyptischen Arbeitskorps Infolge der Übergabe der Militärarbeiten an die Zivilbehörden ist das von der Militärverwaltung organisierte ägyptische Arbeitskorps aufgelöst worden. 150 jüdische Arbeiter, die in diesem Korps gearbeitet haben, werden damit arbeitslos. Die Arbeit im ägyptischen Korps gehört zu den schönsten Taten der Chaluzim, die. um dem jüdischen Arbeiter eiine Position zu erobern, im vorigen Sommer freudig die schweren Bedingungen der militärischen Zucht ägyptischer Zivilarbeiter auf sich genommen haben. (J. C. B.) Die erste öffentliche jüdische Anleihe Jerusalem. Die Regierung hat dile Stadtverwaltung von Tel-Awiw ermächtigt, eine Anleihe von 80 000 Pfund aufzunehmen. Dies ist die erste jüdische öffentliche Anleihe. Die Anleihe ist durch die städtischen Steuern sichergestellt, zu 6 Prozent verzinslich und rückzahlbar in 20 Jahren. Das amerikanische Mitglied der palästinensisch-zionistischen Exekutive, Richter Rosenblatt, begibt sich am 2. Juni nach Amerika, um Abmachungen über die Zeichnung der Anleihe in New York zu treffen. Die Tätigkeit der Jerusalemer B’nai B’rith B’nai B’rith gründet ein Informationsbureau für Ansiedilung in1 Jerusalem. Die Mitglieder der B’nai B’rith-Loge in Jerusalem, die besonders tätigen Anteil an defc Ansiedlung jüdischer Handwerker und Gewerbetreibenden zeigen, haben beschlossen, ein Informationsbureau für Ansiedlung in Jerusalem zu gründen. Diesem Bureau, das ohne Budget und ohne Beamtenapparat arbeiten soll, werden die reichen Erfahrungen der meist in Jerusalem geborenen Logenmitglieder zur Verfügung stehen. Gleichzeitig mit der Nachricht von der Gründung des Infonnationsbureaus gab die Loge der zionistischen Exekutive ihren unerschütterlichen Entschluß bekannt, alle ihre Kräfte in den Dienst des Ansiedlungswerkes zu stellen. Italien Der Vatikan und das Palästinamandat (J.P. Z.) Die „Jewish Times“ weiß zu melden, daß der Vatikan, der die Ratifizierung des Palästina-Mandats zu verhindern suche, die Unterstützung einiger katholischer Länder, Brasilien eingeschilossen, erlangt habe. (J. P. Z.) Mgr. Barlassina, der lateinische Patriarch von Jerusalem, ist vom Papst in Audienz empfangen worden, dem er über die Lage in Palästina und über die angeblichen „Pläne der Zionisten für die Wiedererrichtung des jüdischen Königreiches“ (so heißt es im offiziellen Communique) referierte. Wie verlautet, soll Mgr. Barlassina einen Plan für eine christliche Kolonisation Palästinas ausgearbeitet haben. Der Patriarch verlangt, daß die römisch-katholische Kirche gleiche Rechte in Palästina besitzen soll wie die „Jewish Agency“. Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt. daß das neue französische anti-zionistische Organ „La Palestine“ von Mgr. Barlassina herausgegeben wird. Der „Osservatore Romano“ und die „Agudas Jisroel“ R o m. (J. C. B.) Das offizielle Organ des Vatikans „Osservatore Romano“ setzt seine Hetze gegen die zionistische Bewegung fort. Als besonders kennzeichnend mag der Umstand angeführt werden, daß er eine spezielle, mit „Palästina und Zionismus“ überschriebene Rubrik führt. In einem seiner letzten Artikel sucht er zu beweisen, daß die Balfourdeklaration nur mit Hilfe des Militärs durchgeführt werden könne. Hiebei bezieht sich das Blatt auf die Erklärungen der Agudas Jisroel und leitet daraus den Schluß ab, daß die zionistische Organisation nicht das Vertrauen des jüdischen Volkes besitze. England Die Rede des Patriarchen von Jerusalem London. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung“.) Im Unterhause antwortete Unterstaatssekretär für die Kolonien E. Wood auf eine Anfrage betreffend den Vortrag, den der katholische Patriarch von Jerusalem vor kurzem in Rom gehalten hat. Der Patriarch behauptete in diesem Vortrage u. a., daß die Justizverwaltung in Palästina parteiisch sei und beschwerte sich darüber, daß die Katholiken Palästinas nicht mehr das Privilegium eines eigenen Gerichtshofes besitzen. Unterstaatssekretär Wood sagte hierauf: „Ich habe die Abschrift jener Rede mit einigem Erstaunen gelesen, denn sie enthält Behauptungen, von denen ich nur annehmen kann, daß sie unrichtig wiedergegeben sind. Die Annahme, daß irgend ein Vorrecht, welches die Katholiken in Palästina genossen hatten, aufgehoben oder überhaupt in Behandlung gezogen worden sei, entbehrt natürlich jeder Grundlage. Es ilst wohl wahr, daß die Notwendigkeit eigener Konsulargerichte für die europäischen Staatsbürger — seien sie nun römisch-katholisch oder nicht — unter der britischen Verwaltung nicht mehr besteht, und es ist vorgeschlagen worden, J. A. HENCKELS ZWILLINGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8

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