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Das jüdische Echo · 1922-05-26 · 21 (26.5.1922) · p. Seite 271

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
21 (26.5.1922)
Date
1922-05-26
Page
Seite 271 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 271 Rückkehr der jüdischen Fraktion in den litauischen Sejm Die jüdische Fraktion, die bekanntlich, nach dem ersten Sejm-Beschluß über das jüdische Ministerium und die Spracbenfrage den litauischen Sejm demonstrativ verlassen hat, ist nunmehr zu den Sejm-Sitzungen zurückgekehrt. Der Vertreter des J. C. B. erfährt, die Rückkehr der jüdischen Deputierten sei das Resultat einer persönlichen Aktion des Sejm-Präsidenten, der nach der Verfassung gleichzeitig auch Präsident der litauischen Republik ist. Der Kampf um die nationale Autonomie in Litauen Genua. (J. C. B.) Der Vorsitzende der litauischen Delegation, Ministerpräsident Galwanowsky, äußerte sich dem Sonderberichterstatter des J.C.B. gegenüber, daß in Litauen eine volle nationale Autonomie der Juden durchgeführt wird. Der jüdische Nationalrat ist eine öffentlich-rechtliche Institution und seine, in den Grenzen seiner Kompetenz gefaßten Beschlüsse werden von den Regierungsorganen in die Tat umgesetzt. Um die nationale jüdische Autonomie zu schützen, und die sie betreffenden Fragen administrativ zu regeln, gibt es ein Ministerium für jüdische Angelegenheiten, dessen Chef vom Premierminister bei Bildung des Kabinetts berufen, der aber praktisch vom jüdischen Nationalrat ernannt wird. Der gegenwärtige Konflikt beruht auf einem Mißverständnis. Der Minister für jüdische Angelegenheiten ist nur ein Administrator, so wie z. B. der Finanz- oder Bildungsminister und hat als solcher keinen Platz in der Verfassung. Die nationale Autonomie bleibt in der Verfassung verankert und gestützt, vor allem aber bleibt sie im praktischen Leben, wo sie bereits große Erfolge erzielt hat und das ist doch die Hauptsache. Das Ministerium für jüdische Angelegenheiten wird absolut von keiner Gefahr bedroht; es ist für das Land eine Kulturentwicklung zu stören gewillt ist. Die nationale Autonomie ist im Staatsinteresse gelegen, sie wird voll und ganz aufrechterhalten werden. England Vom Aufenthalt Sir Herbert Samuels in London Sir Herbert Samuel wird noch durch einige Wochen in strenger ärztlicher Behandlung stehen. Er wird im Laufe der Woche Verhandlungen mit dem Colonial-Office, der Zionistischen Organisation und der arabischen Delegation führen. Er ist im allgemeinen sehr optimistisch über die Möglichkeiten einer arabisch-jüdischen Verständigung. Am 4. Mai wurde Sir Herbert Samuel vom englischen König in Audienz empfangen, nationale Autonomien sich auf das beste bewährt hat, daß sich alle Nationalitäten in Litauen zu Hause fühlen und niemand die andersnationale in den Sinn kommt oder kommen kann, es anzugreifen. Es muß überhaupt gesagt werden, daß die solche Notwendigkeit geworden, daß es niemand Amerika Der Präsident für den Keren Hajessod Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Harding, hat an den Sekretär des Keren Hajessod, Newman, folgende Kundgebung gerichtet: „Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß ich die Bemühungen des Palästina-Aufbaufonds zum Zweck der Wiedererrichtung von Palästina als Heimstätte für das jüdische Volk billige und dazu Glück wünsche. Ich habe immer mit einem ebenso Verstandeswie gefühlsmäßigen Interesse den Plan des Wiederaufbaus von Palästina angsehen und ich hoffe, daß die Bemühungen, die jetzt zu diesem Zwecke in diesen und anderen Ländern unternommen werden, das größte Maß von Erfolg erlangen werden. Ihr ganz ergebener Warren G. Harding.“ Feuilleton Die Golusjuden im Roman Ich will nicht vom „jüdischen Roman“ sprechen, der Juden unter Juden schildert, sondern davon, wie sich das Verhältnis der Juden zu ihrer Umwelt, der Umwelt zu ihnen, in den Köpfen rnchtjiidischer Autoren malt. Man könnte vielleicht zwei Typen von Darstellungen unterscheiden, deren Prototypen sich bereits in der Bibel finden: die Josephgeschichte, der Roman der Karriere machenden Juden, und die Erzählung von der Königin Esther, von der schönen, irgendwie berückenden Jüdin. — Während nun die Geschichte von dem Juden, der Minister wird, indem er die Regierenden von Träumen zu wirtschaftlicher Organisation führt, aktuell geblieben ist, weiß die moderne Literatur mit der Erzählung von dem Judenmädchen, die durch ihre Schönheit einen Königsthron erwirbt, und durch Opfermut und Klugheit ihr Volk errettet, nichts mehr anzufangen. Der arme blonde Junge wird von der schwarzen, schönen, allzuklugen Millionärstochter in ein Zauberschloß geführt, in dem ihm Champagner und Süßigkeiten erst ganz vorzüglich schmecken, bis er bemerkt, daß der Sekt mit Eis gekühlt ist und auch das Dessert meist aus Eis besteht. Und allmählich in einen Zustand der Vereisung gerät, aus dem er sich nur durch Flucht zu einer blonden Pfarrerstochter retten kann. Wenn nicht die Erstarrung schon so groß geworden, daß sie nur noch durch das Feuer eines Pistolenschusses gelöst werden kann. Je nach dem Publikum, für das der Deutsch-völkliche schreibt. Anders dichtet das Leben, und auch der wahre Romandichter, dessen Streben es ist, ein Zeitbild zu geben. KREU-UCKO DAS HAU S niUbb~V THEATINERSTR. 16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN

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