Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 20 (19.5.1922)
- Date
- 1922-05-19
- Page
- Seite 257 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 257 Goldeinfuhr nach Palästina. Jerusalem. (J.C.B.) Die hiesige Handelskammer wandte sich an die Regierung mit dem Ansuchen, die zollfreie Einfuhr von Gold zu gestatten, dagegen die Ausfuhr zu verzollen, weil in Palästina ein empfindlicher Goldmangel herrscht. Wirtschaftsnachrichten aus Palästina Aus einer soeben veröffentlichten Übersicht geht hervor, daß in Palästina von Juni 1919 bis Oktober 1920 nahezu 300 größere und kleinere Wirtschaftsunternehmungen handelsgerichtlich eingetragen wurden. ln Jerusalem wurde letzthin eine Filiale der American Expreß Company eröffnet, die bekanntlich in mehreren europäischen Hauptstädten, unter anderen in Berlin, Zweiginstitute unterhält. Die Gesellschaft, deren Zentrale in New York ist, wird sich in Palästina allen Bank- und Transportgeschäften widmen. Die palästinensischen Orangenpflanzer waren während der Saison 1920/21 vornehmlich um die Reorganisation ihres Ausfuhrhandels bemüht. Der Krieg hatte zahlreiche Plantagen vernichtet und natürlich auch alle auswärtigen Geschäftsverbindungen unterbrochen. Erst als die neue Einwanderung begann, konnten die Pflanzer mit qualifizierten Arbeitskräften den Wiederaufbau ihrer Besitzungen vornehmen. Ein enger Zusammenschluß der Pflanzer und Exporteure bewirkte sehr bald mannigfache Erleichterungen für den See- und Landtransport der Waren. Mit der Reederei Ellerman Moses Prince konnte ein günstiges Abkommen getroffen werden, so daß allmählich stattliche Aufträge, besonders aus England, eingingen. Vergleicht man die Exportziffern der letzten ungestörten Arbeitsjahre, so ergibt sich folgendes Bild: Jahr Zahl der exportierten Kisten 1913 1,608.570 1920 Oach dem Wiederaufbau der zerstört. Plantagen) 647.063 1921 830.959 Gesamtwert ägypt. Pfund. 297.700 162.409 200.475 Das Ergebnis der Saison 1921/22 ist amtlich noch nicht festgestellt, da die Ernte erst im Mai abgeschlossen wird. Im amtlichen Handelsbulletin wird jedoch die Gesamtzahl der ausgeführten Kisten auf über eine Million geschätzt. Von jüdischer Kulturarbeit Gesellschaft für jüdische Wissenschaft in Jerusalem. Unter dem Namen „Jawne“ wurde in Jerusalem eine Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Wissenschaft gegründet. Die Mitglieder der „Jawne“ werden sich besonders der Erforschung der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte widmen. Zum leitenden Komitee gehören u. a. Y e 11 i n und B. D i'i - n a b u r g. (Ziko.) Eine Theatergemeinschaft in Palästina. Mehrere Schauspieler und Schauspielerinnen, die vor ihrer Niederlassung in Palästina an großen europäischen Bühnen tätig waren, haben im März eine Gemeinschaft palästinensischer Theaterfreunde ins Leben gerufen, die hervorragende Werke der europäischen und jüdischen Literatur in Jaffa und Jerusalem zur Aufführung bringen will. (Ziko.) Die öffentlichen Arbeiten der jüdischen Arbeiter in Palästina Haifa. (J.C.B.) Hier findet zurzeit eine Konferenz von Vertretern der 1400 jüdischen Arbeiter statt, die unter der Aufsicht der jüdischen Kooperativen und der jüdischen Arbeiterparteien öffentliche Arbeiten der palästinensischen Regierung ausgeführt hatten. Der finanzielle Bericht der Kooperative weist nach, daß während der letzten 18 Monate die Arbeiter Chaussee- und Gebäudebauten, Eisenbahnreparaturen und andere Arbeiten im Gesamtwerte von 224 000 Pfund ausgeführt haben. Für die Arbeiten wurden jedoch nur 93 000 Pfund auf gewendet. Deutschland Deutschfeindliche Propaganda aus Judenhaß. Daß den Antisemiten zur Hetze gegen die Juden jedes Mittel recht ist und sie sich zu diesem Beruf auch direkt deutschfeindlicher Quellen bedienen, beweist eine Veröffentlichung des Hammer- Verlags, der ein übles Machwerk des amerikanischen Automobilfabrikanten Henry Ford, „Der internationale Jude“, in deutscher Übersetzung, übersetzt von Paul Lehmann, herausgegeben hat. Der jetzt erschienene zweite Band des Buches ist von einem polnisch gesinnten Antisemiten verfaßt, der zugleich mit dem antisemitischen auch einen deutschfeindlichen Standpunkt vertritt. So wird es den Vereinigten Staaten zum Vorwurf gemacht, daß sie unter jüdischem Einfluß im Friedensvertrag die Übereinkommen betreffend rassische, sprachliche und religiöse Minderheiten unter die Bürgschaft des Völkerbundes gestellt hätten, was die Juden in Polen der polnischen Botmäßigkeit entziehe. In diesem Zusammenhänge wird von dem ruch- und ruhelosen Haß der Juden gegen die Polen gesprochen, den die ganze Propaganda der Juden gegen Polen atme. Der antisemitische Verlag verbreitet diese Hetze, obgleich die hier bekämpften Bestimmungen auch zum Schutze der deutschen nichtjüdischen Minderheit in den abge- PORZELiiM-KIEDEBLAdl MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »3 gegenüber der FeldherrnhalU GnÖSSTK AUSWAHL IH 6HBBAUCHSFOBZHLLAH TÄGLICMB LAHHHHßdÄHZUKH