Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 20 (19.5.1922)
- Date
- 1922-05-19
- Page
- Seite 256 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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256 Das Jüdische Echo Nr. 20 Besonders wurde betont, daß diese Arbeit eines der Hauptmittel im Kampf gegen die antisemitische Bewegung sei. Es wurde allseitig gewünscht, daß mehr als bisher die Öffentlichkeit mit dem Material, das dem Arbeiterfürsorgeamt zur Verfügung steht, bekannt werde. Mit besonderer Genugtuung wurde die Mitteilung über die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen ostjüdischen und deutschen Arbeitern aufgenommen. Ebenso fanden die Zeugnisse der Arbeitgeber über die Leistungen der jüdischen Arbeiter sichtliches Interesse. Die deutsche Judenheit kann mit Stolz darauf hinweisen, daß sie sich von Anfang an bemüht hat, die ostjüdischen Einwanderer, soweit sie in Deutschland verbleiben müssen, nach Möglichkeit dem deutschen Wirtschaftsleben produktiv und schaffend einzugliedern. Die Zahl von 40 000 in Deutschland produktiv arbeitenden Ostjuden — das sind fast zwei Drittel der von den neu eingewandten in Deutschland verbliebenen Ostjuden — beweist am besten, in welch außerordentlichem Maße diese Arbeit dem Arbeiterfürsorgeamt gelungen ist. Zum Schluß wurde ein besonders wichtiger Beschluß für die Zukunft des Hilfswerkes in Deutschland gefaßt: der Arbeitsgemeinschaft mit der Zentralstelle für Wanderfürsorge wurde einstimmig zugestimmt. Auf dem Wege zur Vereinheitlichung des gesamten Hilfswerkes sind wir damit erneut ein gutes Stück vorwärts gekommen. Diese Vereinheitlichung der Fürsorgearbeit wird hoffentlich in Bälde gute Früchte tragen. Die Vertreterversammlung beschloß, erneut die gesamte deutsche Judenheit, insbesondere die jüdischen Gemeinden und Institutionen zur tatkräftigen Mitarbeit und finanziellen Unterstützung des Hilfswerkes des Arbeiterfürsorgeamtes aufzurufen und drückte die Hoffnung aus, daß dann auch unsere ausländischen Freunde, insbesondere der Joint, ihre erneute Mithilfe nicht versagen werden. — Der Palästinafilm des Jüdischen Nationalfonds. Es ist gelungen, nach der vor kurzem erfolgten Uraufführung in Berlin, den neuen, ausgezeichneten! Palästinafilm: „Das neue jüdische Palästina“ zur Erstaufführung für Bayern in den Städten Nürnberg und Fürth zu erwerben. Von der Güte des Filmes legten die in der letzten Nummer des Echo abgedruckten ganz hervorragenden Berliner Pressekritiken beredtes Zeugnis ab. Welchen materiellen Erfolg die — übrigens ständig ausverkauften und überfüllten — Häuser für den Nationalfonds brachten, entnehmen wir der letzten Nummer der „Jüdischen Rundschau“. Nicht weniger als 37 000 Mark Reinertrag waren allein von den. Berliner Aufführungen zu verzeichnen. Es steht jetzt schon fest, daß auch die Nürnberger und Fürther Aufführungen des Films sich eines sehr guten Besuches erfreuen werden. Es ist daher dringend anzuraten, die Karten für die am 21. Mai im Kristallpalast in Fürth, und am 28. Mai im Lu-Li in Nürnberg stattfindenden Aufführungen im Vorverkauf zu erwerben, da bei der beschränkten Anzahl der zur Verfügung stehenden numerierten Plätze es nicht ausgeschlossen erscheint, daß eine größere Anzahl von Besuchern ab gewiesen werden müssen. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat in der heutigen Nummer. Aus der Jüdischen Welt Das Palästinamandat vor dem Völkerbund Genf, 13. Mai. Der Völkerbund ist gestern eröffnet worden. Bald nach der Eröffnung stellte namens Englands Balfour den Antrag, die Ratifizierung des Palästinamandats auf die Tagesordnung zu setzen. Balfour erklärte, es bestehe für die Ratifizierung des Mandats kein Hindernis, da die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten beendet seien und diese gegen das Mandat keinerlei Einwendungen erheben. Das Mandat an England würde die volle Legalität erhalten, bis der volle Friedenszustand mit der Türkei hergestellt sei. Vorbedingung sei jedoch die Genehmigung durch den Völkerbund. Es sei der besondere Wunsch Englands, daß diese Session des Völkerbundrates das Mandat genehmige, da der ungeklärte Zustand die Spannung zwischen Juden und Arabern gezeitigt habe und das Land stets in neue Unruhen versetze. Es sei die Aufgabe des Völkerbundrates. seine Beschlüsse über Palästina ehestens zu fassen, da er dazu berufen sei, für die Herstellung des Friedens in der Welt zu sorgen. Die Beschlußfassung über Balfours Antrag wurde auf eine der nächsten Sitzungen verschoben. (W. Mztg.) Palästina. Die erste Kolonie jüdischer Legionäre. J e r u s a 1 e m. (J.C.B.) Wie bereits gemeldet, hat die Regierung ihre Zustimmung gegeben, daß den ehemaligen Legionären ein Grundstück Tel- Arad (bei Hebron) überlassen werden. Die erste Gruppe ist bereits dort eingetroffen, um zunächst einen Brunnen zu graben — den Lebensquell dieser ersten jüdischen Ansiedlung im Süden Palästinas. Die Siedler wurden von den arabischen Fellachen mit großer Freude begrüßt. Die Araber kommen täglich zu den Juden, um sich von den Fortschritten der Bohrarbeiten zu überzeugen. Die englische Gendarmerie. London. (J.C.B.) In Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus über den Charakter der für Palästina bestimmten englischen Gendarmerie erklärte Kolonialminister Churchill, daß das ganze Korps ausschließlich aus Engländern bestehen wird und daß die jährlichen ErhaJtungskosten dieser Truppe mit 280 000 Pfund Sterling präliminiert sind. KREU-UCKO DAS HAU S|%KBhh~W%H%^THEATINERSTR.16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN