Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 17 (28.4.1922)
- Date
- 1922-04-28
- Page
- Seite 219 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 219 England ausgetretenen Gerüchte über seinen Rücktritt vom Posten eines High Commissioners in Palästina jeder Grundlage. Ferner teilt die Zeitung mit, General Tud'or reise nicht nach Palästina, um Sir Herbert Samuel’s Nachfolger zu werden, sondern um das Oberkommando über die neue Gendarmerie in Palästina zu übernehmein. Während der Dauer der Abwesenheit Sir Herbert Samuel’s wird der Zivilsekretär Sir Wyndham Deedes die Regierungsgeschäfte leiten. Der High Commission er soll Anfang Juni nach Palästina zurückkehren. Die ungarische Regierung und die Bombenattentäter. Budapest. (J.C.B.) Der Minister des Innern, Graf Klebeisberg, hat den ungarischen Premierminister Graf Bethlen telegraphisch ersucht, aus Genua zurückzukehren, damit, er sich mit ihm über die Schritte verständigen könne, die die Regierung gegen die Anführer des Bombenattentates der „Erwachenden Magyaren“, und gegen den „Liberalen Klub“ nunmehr unternehmen will. Graf Kiebelsberg behauptet, die Namen der Attentäter seien ihm bekannt, er könne jedoch die Verhaftung der Schuldigen ohne Zustimmung des Premierministers nicht durchführen,. Die Organe der „Erwachenden Magyaren“ warnen den Minister davor, die Verhaftung vorzunehmen und sparen dabei nicht mit gefährlichen Drohungen. Die Namen der Attentäter, die dem, Minister durch ^die Polizei übermittelt wurden, sind folgende: Leutnant Dionysius Bibo, Leutnant Georg Sefscik, Leutnant Ladislaus Sesevits, Leutnant Attila Rumbold, M. Ladislaus Uly, Dr. Alexander Daniel und Dr. Egon Turehanyi. Von den Erwähnten sind die ersten vier Offiziere der bekannten, von Kommandeur Pronay angeführten militärischen Pogrombanden. Dr. Kiebelsberg hat an Avdmiral Horty wiederholt das Ersuchen gestellt, seine Zustimmung zu den Verhaftungen zu erteilen. Der Reichsverweser weigerte sich aber, seine Einwilligung zu geben und die nötigen Maßnahmen zu unterstützen. Antisemitenhetze gegen die Genua-Delegation. Berlin. (J.C.B.) Eine Gruppe Reichstagsabgeordneter der äußersten Rechten unterbreiteten der Reichsregierung die folgende Anfrage: „Unter den bekanntgegebenen Personen der Delegation und der Sachverständigen für die Konferenz in Genua befinden sich mindestens 12 Herren jüdischer Rasse. Das Zahlenverhältnis der deutschen Staatsbürger jüdischer Rasse zu denen arischen Geblüts beträgt wenig mehr als 1 Prozent, nach der ostjüdischen Zuwanderung mag es vielleicht an 2 Prozent herankommen. Da die Zahl der Delegierten und Sachverständigen für Genua insgesamt 39 Personen betragen soll, bedeutet der rassenmäßige jüdische Anteil nach obiger Feststellung fast 33 Prozent. Wie will die Reichsregierung diese ungeheuerliche Bevorzugung der Juden bei der Auswahl der Delegierten und Sachverständigen zur Vertretung der deutschen Belange in Genua rechtfertigen?“ literarisches Sehe Talmudproben. Von Rabb. Dr. S. Funk. Sammlung Göschen. 2. verbesserte und vermehrte Auflage. 1921. Schon die Tatsache, daß das Büchlein in zweiter Auflage erscheinen konnte, zeugt für es. Mehr und mehr macht sich auch in nichttheologischen Kreisen die Einsicht geltend, daß der Talmud sozusagen zur jüdischen Literatur gehört, so gut wie die Bibel oder — Achad Haam und Bialik. Allein zur gründlichen Kenntnis des Talmuds ist ein außerordentlich eingehendes und konzentriertes Studium, wenn nicht während des ganzen Lebens, so jedenfalls während einer langen Reihe von Jahren allererste Voraussetzung. Der Talmud gilt als „ein Meer, das keine Grenzen hat.“ Daher erscheint es durchaus in der Ordnung, wenn vielen die Fahrt auf diesem Meere schlecht bekommt und viele von vornherein sie gar nicht zu unternehmen wagen. Zwar gibt es heute einen ausgezeichneten Notbehelf, ein Mittel, das tatsächlich im Stande ist, ein gewisses Mindestmaß talmudischen Wüssens zu verschaffen —■ den im Entstehen begriffenen „Kizzur Hatalmud“ von Ch. Tschern o w i t z. Aber dessen Studium erfordert immerhin die Kenntnis der hebräischen Sprache. Wer nicht hebräisch versteht, dem wilrd man raten müssen, sich an die kleine Auswahl talmudischer Stücke zu halten, die Funk in lesbarer Übersetzung als „Talmudproben“ darbietet, und die wenigstens einen kleinen Einblick in die Welt des Talmuds gewähren. Ich halte das Büchlein besonders geeignet zur Verwendung beim Religionsunterricht an den Oberklassen höherer Schulen, bei Kursen in Jugendvereinen u. dgl., zumal dann, wenn seine Durchnahme iim Zusammenhang mit dem anderen von Funk früher in der Sammlung Göschen veröffentlichten Bändchen „Entstehung des Talmuds“ erfolgt. Inhaltlich zerfällt das Buch in zwei Hauptteile, in Halakha und Haggada. Der balaknische Teil ist historisch geordnet: Stücke aus der Zeit der Laferim, dann aus der Epoche von Simeon Justus bis Schammaj und Hillel usw. Der haggadische Teil unterliegt einer gegenständlichen Ordnung: Gott, die Schöpfung, Israel, die Völker usw. Ich wünsche dem Büchlein, daß es dazu beitragen möge, die Kenntnis unseres historischen Schrifttums zu mehren und zu dessen Studium in seiner eigenen Sprache anzuregen. Buchau a. F. Schlesinger. DAS HAUS KRELl-UCKO THEATINERSTRu 16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN -GARDINEN — DECKEN m