Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 17 (28.4.1922)
- Date
- 1922-04-28
- Page
- Seite 218 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Das Jüdische Echo Nr. 17 Christentum zur Ehre gereicht, und durch welches dem Hause Israel die lange vorenthaltene Gelegenheit geboten wird, im alten jüdischen Lande von neuem ein fruchtbares jüdisches Leben und eine Kultur zu schaffen. Washington. (J. C. B.) Der republikanische Führer und Vorsitzende der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, Senator Lodge, brachte im am orkanischen Senat eine Resolution ein, welche den Plan der Beschaffung eines jüdisch-nationalen Heims in Palästina im Einklang mit der Balfour-Deklaration gutheißt. Dieser Schritt Senator Lodges rief im amerikanischen zionistischen Kreisen freudige Genugtuung hervor. Man erwartet die sichere Annahme der Resolution, wodurch die Sache der Ratifizierung des britischen Mandats eine bedeutende Stärkung erfahren werde. Die Ratifizierung des Palästina-Mandats In der jüngsten Zeit setzte in Amerika eine Aktion ein, um die amerikanische Regierung zu veranlassen, durch ihren Einfluß die Beschleunigung der Ratifizierung des Palästina-Mandats herbeizuführen. Zu den wichtigsten politischen Ereignissen in dieser Beziehung während der letzten Wochen gehört eine Erklärung, die der Führer der republikanischen Partei und derzeit Präsident der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten im Senat, Senator Lodge, abgegeben hat. Senator Lodge versicherte der zionistischen Delegation, daß er bereit sei, seinen ganzen Einfluß bei der amerikanischen Regierung aufzuwenden, um die endgültige Gestaltung Palästinas zum jüdischen Nationalheim so rasch als möglich herbeizuführen. Auch andere einflußreiche Männer des öffentlichen politischen Lebens der Vereinigten Staaten haben ihrer Sympathie für die zionistischen Ziele Ausdruck gegeben. Der Vizepräsident der amerikanischen Republik, Coolidge, sprach seine völlige Wertschätzung der zionistischen Aspirationen aus, während des Herausgeber des „Independent“ und Präsident des Wilson-Fonds, Hamilton Holt, sich dahin äußerte, daß die Ratifizierung der Balfour- Deklaration und die unverzügliche Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung im Heiligen Lande nicht nur für das jüdische Volk, sondern für jeden, dem Ordnung und Gesetzmäßigkeit am Herzen liegt, von allerhöchster Wichtigkeit sei. In ähnlichem Sinne haben sich andere politische Persönlichkeiten ausgesprochen und die führenden amerikanischen Blätter in Leitaufsätzen geschrieben. Nicht unerwähnt sei, daß selbst einer der Führer des amerikanischen Reformjudentums, Rabbi Josef Silverman, der vor nicht allzulanger Zeit ein heftiger Antizionist war, nunmehr öffentlich und auch in seinen Kanzelreden warme Worte für die Erledigung des Palästina-Mandats findet. Dieser allgemeinen amerikanischen Stimmung wird die in einer der letzten Konferenzen gefaßte Resolution der Zionistischen Organisation von Amerika gerecht, in welcher die rascheste Ratifizierung des Mandats gefordert wird. Dentist ANTON KOBLER München, Baaderstr. 23/1 Die Lage in Palästina. Jerusalem, (J.C.B.) Das mohamedamische Nebi- Musahfest und die christlichen Ostertage sind in völliger Ruhe verlaufen. Die zahlreichen mohamedanischen Pilger haben bereits die Stadt verlassen. Im allgemeinen läßt sich eine gewisse Besserung in den jüdisch-arabischen Beziehungen feststellen. London. (J.C.B.) Die „Times“ schreibt: Dank der energischen und taktischen Beherrschung der einmal sogar bedrohlich gewordenen Situation durch den Gouverneur von Jerusalem ist es während des Osterfestes zu keinerlei Unruhen gekommen. Die „Times“ fügt hinzu: „Als Nachwirkung macht sich vorübergehend eine gewisse Verbesserung der Beziehungen zwischen den Juden und Arabern bemerkbar. Die Wahl eines arabophilen palästinensischen Juden in die zionistische Exekutive und die unlängst stattgefundene Eröffnung einer jüdisch-arabischen Bank in Jaffa sind hierfür günstige Symptome.“ Palästinas wirtschaftlicher Aufschwung Der Jaffaer Korrespondent der „Neuen Züricher Zeitung“ berichtet seinem Blatte über die Lage in Palästina und weist dabei, mit Nachdruck auf die Besserung der ökonomischen Situation des Landes hin. „In der Tat“ schreibt er, „hat sich die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahre merklich zum Fortschritt gewendet. Der Orangenexport hat weit besseren Erfolg gehabt als im Vorjahre, die Touristenbewegung, welche schon im Januar eingesetzt hat, ist jetzt im vollen Zuge. Die blühenden Dörfer und Kolonien, ebenso wie die ehrwürdigen Trümmer und historischen Stätten, werden von Scharen amerikanischer und englischer Gäste besucht, und jedes ankommende Schiff bringt eine frische Ladung von Ausflüglern, die die Nähe und gute Verbindung mit Ägypten benützen, um einen Sprung ins Heilige Land zu unternehmen. Dadurch erhielt auch der Bahn- und Schiffsverkehr einen bedeutenden Aufschwung. In den Hafenstädten Jaffa und Haifa mehren sich die Transport- und Schiffahrtsgesellschaften; Fahrzeuge von mehr als zehn Nationalitäten durchkreuzen das palästinensische Küstengebiet nach allen Richtungen. Die Eisenbahnverwaltung beginnt am 1. April mit einer Reihe von Schnell- und Luxuszügen, die die bedeutenderen Ortschaften bedienen sollen, während zwischen Jerusalem und Kairo einerseits und Bagdad andererseits ein regelmäßiger Luftpostverkehr eingeführt wurde. Auch die bis vor kurzem ganz unmöglichen Verhältnisse im Post-, Telegraph- und Telephon wesen haben in den letzten Wochen eine merkliche Besserung erfahren und die Sicherheit und Haftung für Wertsachen ist nun vollkommen gewährleistet. Die Großhandelsziffern haben im laufenden Jahre eine starke Kurve nach oben beschrieben; besonders werden Baumaterialien und Werkzeuge sowie Fabrikeinrichtungen und Kraftanlagen eingeführt. Auch der Kredit, besonders der Hypothekarkredit, nimmt zu, und dementsprechend auch die Bautätigkeit, namentlich in den Städten. Die Einwanderung, durch die Verordnungen der Regierung genau geregelt, bringt Kapitalien und nützliche Arbeitskräfte ins Land und weckt die Initiative und das Unternehmertum zu verdienstvoller Tätigkeit, besonders auf dem Gebiete des Handwerks und der Industrie.“ (Ziko.) Der Besuch Sir Herbert Samuel’s in England. London. (J.C.B.) Wie die hiesige „Westminster Gazette“ erfährt, entbehren die im Zusammenhang mit dem Besuch Sir Herbert Samuel’s in