Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 16 (21.4.1922)
- Date
- 1922-04-21
- Page
- Seite 207 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 207 Die neue palästinensische Gendarmerie Nach einer Meldung des „Daily Telegraph“ ist die Rekrutierung der neuen britischen Gendarmerie für Palästina nunmehr abgeschlossen. Die Truppe zählt 700 Offiziere und Mannschaften und wird von Colonel A. Mc. Neill geführt. Nach Auflegung der Rekrutierungsliisten hatten sich nahezu 5000 Mann um die Eintragung bemüht. Die Formation befindet sich gegenwärtig in einem britischen Südhafen, wo sie noch Trainmaterial, Automobile, Wagen und Fahrräder empfangen wird. Die Kosten, die die Gendarmerie jährlich verursachen wird, betragen nach dem genannten Blatt 300 000 Pfund. Wie erinnerlich, ist die Aufstellung dieser halbmilitärischen Truppe erfolgt, weil ein Teil der britischen Garnison aus Palästina zurückgezogen ist. .(Ziko.) Kalvarisky Mitglied der Zionistischen Exekutive in Jerusalem Das Mitglied des Advisory council der palästinensischen Regierung und seit Jahren der Hauptvertreter der ICA in Palästina, Herr Kalvarisky, ist zum Mitglied der palästinensischen zionistischen Exekutive gewählt worden. Herr Kalvarisky ist als Wortführer einer Entente zwischen Juden und Arabern bekannt. (J. C. B.) Sir Wyndham Deedes und die Araber London. Aus Jerusalem wird berichtet: Vor kurzem besuchte der Sekretär der palästinensischen Regierung Sir Wyndham Deedes Safed und wurde dort von Vertretern der christlichen, der inohamedänischen und der jüdischen Gemeinde empfangen. Während dieses Empfanges stellte ein arabischer Würdenträger an den Sekretär die Frage, wie es kommt, daß die Juden in Palästina eine bevorzugte Stellung einnehmen. Sir Wyndham Deedes erwiderte, diese Behauptung entspräche nicht den Tatsachen. Darauf fragte der Araber, warum die Regierung unter den Juden Waffen verteilt habe. Sir Deedes’ Antwort lautete: „Nach den Ereignissen des vergangenen Mais (1921) besuchte ich die jüdischen Kolonien, insbesondere Kafr Saba und Ein Hai. Ich fand dort alles zerstört. Wer hat die Kolonien zerstört wenn nicht die Einwohner benachbarter Kolonien, die doch seit 40 Jahren mit den Juden in Frieden und Freundschaft beisammen lebten und von den Juden ihren Lebensunterhalt erhielten? Diese Nachbarn aber hatten geraubt, geplündert und gemordet Aus diesem Grunde verteilte die Regierung Gewehre unter die jüdischen Kolonisten unter der Bedingung, daß diese nur im Falle eines Überfalles benutzt werden dürfen. Sobald die Ruhe sicher gestellt ist, werden die Juden die Waffen zuriickerstatten ....“ (J. C. B.) Palästina-Gesellschaft zur Förderung des Reiseverkehrs Unter dem Vorsitz des Zivilsekretärs Sir Wyndham Deedes haben die Vertreter der Banken, Hotels und Handelskammern in Jerusalem eine Konferenz über die Reorganisierung des palästinensischen Reiseverkehrs abgehalten. Im Laufe der Tagung wurde beschlossen, eine Gesellschaft zu gründen, die den gesamten Verkehrsdienst innerhalb des Landes übernehmen soll. Dem Vorstand des neuen Unternehmens gehören auch Vertreter des Handels- und Industrie-Departements der Zionistischen Organisation an. (Ziko.) Deutschland Wilhelm II. und die Juden Berlin. In verschiedenen deutschen und ausländischen Blättern erschienen in dem letzten Jahre Schilderungen über Besuche bei dem früheren deutschen Kaiser in Haus Doorn, aus welchen hervorging, daß in der Umgebung Wilhelm II. ein stark antijüdischer Zug sich bemerkbar macht. Es wurde versichert, daß in diesem Kreise alle noch so krassen Legenden über die Schuld der Juden am Weltkriege und über ihre Weltherrschafts-Pläne einen fruchtbaren Boden finden. Die in Berlin erscheinende antisemitische „Staatsbürgerzeitung“ bringt in einer ihrer letzten Nummern unter der Überschrift „Wilhelm II. als Antisemit“ den Bericht eines deutschen Pastors im Hause Doorn, der u. a. über eine dort neu entstandene antiljüdische Legende berichtet. Wilhelm II. erzählte bei dieser Gelegenheit dem Pastor, „der russische Machthaber Trotzki.... habe kürzlich einen neuen Orden verliehen: den „Orden des Antichristen“. (J. C. B.) Österreich DL Nathan Birnbaums Austritt aus Agudath-Yisroel Wien. (J. C. B.) Dr. Nathan Birnbaum hielt vor kurzem einen Vortrag, in dein er bekanntgab, daß er seine Verbindungen mit der Agudath-Yisroel gelöst habe. Dr. Birnbaum schlug die Gründung einer Organisation vor, die die Gläubigen aller Religionen vereinigen und die Bildung einer Einheitsfront von religiösen Juden, Mohamedanern und Christen gegen 'die sich immer mehr ausbreitende Ungläubigkeit in der Welt vorbereiten soll. Dr. Birnbaum erklärte, er fühle sich einem frommen Katholiken mehr verwandt als einem jüdischen „Apikores“. Eröffnung des jüdischen Sportplatzes in Wien Wien. Nächsten Sonntag wird der neue, an der Peripherie Wiens gelegene Hakoah-Sportplatz eröffnet werden. Die Eröffnung des neuen Sportplatzes, der mit einem Aufwand« von über 30 Millionen Kronen aufgebaut wurde, bedeutet für die jüdische Sportjugend Wiens ein großes Ereignis. Die Eröffnung dieses ersten großen jüdischen Sportplatzes in der Welt wird unter großen Feierlichkeiten erfolgen. — Durch den letzten Sieg der Hakoah über den langjährigen österreichischen Meisterklub „Rapid“ hat die jüdische Mannschaft die Führung in der österreichischen Fußballmeisterschaft übernommen. KREII-UCKO DAS HAU S Itlübh W THEATINERSTR. 16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGM&DCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN