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Das jüdische Echo · 1922-04-21 · 16 (21.4.1922) · p. Seite 206

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
16 (21.4.1922)
Date
1922-04-21
Page
Seite 206 (sequence 6)
Language
German
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206 Das Jüdische Echo Nr. 16 klärt, ihre Dienste während der ganzen Sammelzeit zur Verfügung zu stellen. Listen vom Freiwilligen werden in allen Städten aufgestellt. Bei Gelegenheit des Besuches von Herrn Jabotinsky in Boston haben sich 300 Personen in die Liste der Haussammler eintragen lassen. Die Zionisten Bostons veranstalteten ein Bankett zu Ehren Jabotinskys. Am Schluß desselben wurde dem Ehrengast ein Scheck auf 25 000 Dollar für den Keren Hajessod überreicht. In Portland (Oregon) sprach, Nahum Sokolow auf einer Versammlung, auf welcher 15 000 Dollar für den Keren Hajessod gezeichnet wurden. In Seattle (Washington) wurden durch Herrn Sokolow auf einer Versammlung 13 000 Dollar gesammelt. Nach dem erfolgreichen Beginn der Keren Hajessod-Kampagne in Los Angelos, die einen Barbetrag von über 100 000 Dollar einbrachte, verließen Nahum Sokolow, Prof. Warburg, Col. Patterson und Dr. Goldstein die Stadt, um Portland, Seattle und Vancouver zu besuchen. Die Stadt Seattle hat besonders große Vorbereitungen für den Empfang der Delegation getroffen, und es ist anzunehmenn, daß die jüdische Gemeinde dieser Stadt eine beträchtliche Summe für Palästina aufbringen wird. Unmittelbar nach ihrem Eintreffen haben die einzelnen Mitglieder des Komitees Sondermeetings veranstaltet, die unter dem Zeichen bestimmter Aufbaupläne einberufen waren. Prof. Warburg sprach für die jüdische Universität, Nahum Sokolow für die jüdischen Schulen in Palästina, Col. Patterson für den ökonomischen Aufbau. In der großen Stadtsynagoge von Seattle wurden am nächsten Tage begeisterte Reden zugunsten des Keren Hajessod gehaltem Die Arbeit in den drei genannten Städten ist noch nicht abgeschlossen, sodaß Endresultate noch nicht genannt werden können. Ein anderer Erfolg wird aus San Franzisko gemeldet. Gelegentlich eines Banketts zu Ehren der Delegation wurden ansehnliche Zeichnungen und Barbeträge eingebracht. Der britische Generalkonsul, der der Veranstaltung beiwohnte, unterstützte die Reden der Delegationsmitglieder. Ein von Nahum Sokolow und Prof. Warburg veranstaltetes Massenmeeting ergab über 10 000 Doll. Während der Pacificreise der übrigen Delegationsmitglieder organisiert Jabotinsky die Keren Hajessod-Kampagne in New York. In allen Schichten der Bevölkerung findet er Freiwillige, die sich ihm anschließem um den Erfolg der Delegation durch die Ergebnisse des New Yorker „Drive“ zu krönen. Die Arbeit steht unter Leitung von Judge Dannenbaum. Eine Liste von 100 000 Adressen in New York, die besucht werden sollen, ist in Bearbeitung, und jeder Mitarbeiter erhält eine Anzahl Personen zugewiesen, die er besuchen soll. Um Kollisionen mit der Aktion des „Joint“ zu vermeiden, hat man den Beginn des „Drive“ bis zum 16. April hinausgeschoben. Dann wird die große Arbeit einsetzen und jedem Juden New Yorks zur Bezeugung seines guten Willens Gelegenheit bieten.« Drei Wochen lang sollen von den Mitgliedern der Delegation Meetings und Konferenzen abgehalten werden. Vom 7. Mai bis zum 1. Juni wird das Einsammeln der Zeichnungen erfolgen. Auch in Chicago werden große Vorbereitungen für den Drive gemacht, unter persönlicher Leitung von Peter Schweitzer und Morris Rothenberg, beides Mitglieder der. amerikanischen Leitung. In Boston wurde Jabotinsky nach einem zu seinen Ehren veranstalteten Bankett, bei dem Sekretär Em. Newmann ‘sprach, ein Scheck auf 15 000 Dollar überreicht. In derselben Stadt meldeten sich auf einen Appell Jabotinskys in öffentlicher Versammlung 300 freiwillige Mitarbeiter, darunter mehrere ehemalige Legionäre. Auftakt in Chile. Im Aufträge des Keren Hajessod-Direktoriums ist Dr. Wilensky in Santiago eingetroffen, um in den einzelnen jüdischen Gemeinden in Chile für den Keren Hajessod zu wirken. Unmittelbar nach seiner Ankunft hat Dr. Wilensky mehrere Massenversammlungen abgehalten, die außerordentlich erfolgreich verlaufen sind, Der Präsident der chilenischen Republik hat Dr. Wilensky in längerer Audienz empfangen und ihm dabei seine Bewunderung für den gewaltigen Regenerationsversuch des jüdischen Volkes zum Ausdruck gebracht. Die Kampagne für den Keren Hajessod hat seit dem Eintreffen Dr. Wilenskys gute Fortschritte gemacht; besondere Begeisterung wird in allen Städten der Maasser-Idee entgegengebracht. (Ziko.) Intensive Arbeit in den deutschen Provinzen Die Anfang April in Köln abgehaltene Keren Hajessod-Konferenz hat, wie erwartet, die deutschen Juden im besten Sinne beeinflußt. Besonders in den jüdischen Gemeinden des Rheinlandes empfindet man heute den Palästina-Aufbau als eine Angelegenheit, die die aktive Mitarbeit jedes Juden verlangt. Unmittelbar nach der erfolgreichen Tagung hat der Leiter des Nürnberger Keren Hajessod-Sekretariats, Karl Glaser, eine Tournee durch die rheinischen Städte angetreten und bereits in den ersten Tagen günstige Arbeitsergebnisse erzielt. Aber auch in den anderen deutschen Provinzen zeigt sich das wachsende Interesse für den Keren Hajessod. Am 9. April hat die bereits von uns angekündigte Stadtkampagne in Chemnitz stattgefunden. Dr. H a n t k e vom Keren Hajessod, Abteilung für Zentraleuropa, hatte sich nach Chemnitz begeben, um die Aktion persönlich zu leiten. Der Verlauf der Werbetage läßt beträchtliche Zeichnungen erwarten. Mehrere erfolgreiche Versammlungen wurden in Magdeburg abgehalten. Führende Mitglieder der dortigen jüdischen Gemeinde haben in der letzten Woche ein Keren Hajessod-Komitee gebildet, dem auch der bekannte Bankier Karl Strauß angehört. Wie in anderen deutschen Städten, so zeigt sich auch hier, daß gerade hervorragende Wirtschaftsführer dem Gedanken des Keren Hajessod rege Sympathie entgegenbringen. (Ziko.) Aus der Jüdischen Welt Palästina Die palästinensische Delegierten-Versammlung an den Völkerbund Die jüdische Delegierten-Versammlung in Palästina (Assefath Haniwcharim) richtete im Laufe ihrer zweiten Session ein längeres Telegramm an den Völkerbund, worin es u. a. heißt: „Im Namen aller palästinensischen Juden unterstützen wir die nationalen Forderungen der Zionistischen Organisation, die die Vertreterin des jüdischen Volkes ist, und ersuchen den Völkerbund* auf seiner nächsten Tagung das Palästina-Mandat für Großbritannien zu ratifizieren... Wir haben den aufrichtigen Wunsch, in Gemeinschaft mit dem britischen Volk und unseren arabischen Nachbarn das Land zum Wöhle aller Bewohner zu entwickeln. Die Verzögerung der Ratifizierung des Mandats stört jedoch die Entfaltung der schaffenden Kräfte.“ (Ziko.)

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