Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 15 (14.4.1922)
- Date
- 1922-04-14
- Page
- Seite 194 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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194 Das Jüdische Echo Nr. 15 Von den in Deutschland befindlichen sind 105 Landwirte und 60 Gärtner. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium besitzen 6, im Hochschulstudium befinden sich 29; spezialisiert im Weinbau sind 2, im Obstbau 10, in der Molkerei 2, in der Hühnerzucht 2. Ein landwirtschaftliches Handwerk betreiben nebenbei 3. Im ersten Jahr der Ausbildung befinden sich 29, im zweiten 60, im dritten 51, im vierten 17, im fünften und länger 8. Von den Chawerim in Palästina sind 58 landwirtschaftlich, 6 gärtnerisch vorgebildet. Von letzteren je einer im Obst und im Weinbau. Davon sind auf die Dauer untergebracht in Kwuzoth 22 (Chefzibah-Gruppe, die aus der hiesigen Mahapecha-Gruppe hervorgegangen ist), und 11 jetzt auf dem Markenhof bei Freiburg i. Br. ausgebildeten Leuten, die sich eventuell in Petach-Tikwah ansiedeln wollen. In den landwirtschaftlichen Abteilungen des Waad Hazirim und der Regierung sind 5 beschäftigt. In der Ausbildung befinden sich zerstreut im Lande: in Kwuzoth 12, bei Kolonisten 16, handwerkliche Ausbildung 4, zurzeit ohne Beschäftigung 5. Die Absicht, im Frühjahr nach Palästina zu gehen, haben 9. Von den Palästinensern sind im Berufe: im zweiten Jahr 5, im dritten 25, im vierten 27, im fünften und mehr 7. In Migdal wird jetzt ein Zusammenschluß beabsichtigt. Zu diesem Zwecke werden Unterhandlungen mit der Leitung der „Ica“ in Palästina geführt. Die Schwierigkeiten liegen nach außen in der Finanzierung und dem Mangel an wirtschaftlich tüchtigen Mädchen, und nach innen an der Differenz der Anschauung betreffend Kwuzah und Einzelsiedlung. Der Chaluz Von Arthur Holitscher. Im Märzheft der „Neuen Rundschau“ läßt Arthur Holitscher den ersten Teil seiner „Aufzeichnungen aus Palästina“ erscheinen, die bereits im April in Buchform vorliegen werden. Auf einer Studienreise fand der Verfasser Gelegenheit, die Chaluzim zu beobachten, deren Leben er nun beschreibt. Erfüllt von dem Heldentum unserer Pioniere gedenkt er ihrer grenzenlosen Hingabe, aber zugleich ihrer Not, die auch nach seiner Meinung nur der wachsende Anteil der jüdischen Gesamtheit am Aufbauwerk zu bannen vermag. Der Verlag S. Fischer, Berlin, hat der „Zion. Korrespondenz“ den folgenden Auszug freundlichst zur Verfügung gestellt: Die Klippen von Jaffa sie sind keine Metapher; es sind wirkliche Klippen, boshafte, zackige Riffe, die bei rauher See das Landen der Schiffe und das Ausbooten der Passagiere unmöglich machen. Dann muß das Schiff nach Haifa weiterfahren; oft aber gelingt es erst in Beyrut, den Einwanderer an Land zu setzen. In Haifa sah ich im Haus der Chaluzim einen neu eingetroffenen Transport junger rumänischer und ukrainischer Arbeiter. Das große Haus war überfüllt. Es gewährte nur dreihundert Aufnahme. Unten im Garten, der mit Palmen und Agaven gar herrlich auf die offene Bucht bis nach Acco und dem blauen Libanon in der Ferne blickt, waren Zelte errichtet, in denen weitere Hundert Platz fanden. Furchtbarer Regenguß hatte den Boden unter diesen Zelten aufgewühlt, Bettzeug, Matratzen, alle Habseligkeiten der Bewohner durchtränkt. Im Speisesaal, einer ehemaligen Kapelle, saßen die jungen Menschen bei Tische. Der erste Gang der Mahlzeit bestand aus Chinin. Ich ging mit den Herren vom Einwanderungsamt an den Tischen vorüber. Welch wunderbarer Menschenschlag! Kräftig, froh, mutig, geschwellt vom Atem des aufgehenden Abenteuers: Israelland, der Erfüllung des Traumes seit Kindheitstagen, Erwartung der Arbeit, der Muskeln und Seele entgegenglühten. Glühend auch vom Fieberschauer, den das mörderische Klima über den Europäer verhängt. Freunde, Genossen, ihr meines Stammes! Nicht lange, drei, fünf Wochen lang, steht der Chaluz unter Obhut der zionistischen Kommission. Dann muß er weiter für sich sorgen. In Jaffa, Haifa, in Jerusalem registriert zugleich mit dem Einwanderungsamt die Hitachduth, kooperative Vereinigung und Arbeitsnachweis der Arbeiterparteien, die Ankömmlinge, verteilt sie übers Land an die Stellen, in die Gewerbe, die Arbeiter verlangen, in die landwirtschaftlichen, städtischen, im den Straßenbau. Der Weg, den der Chaluz durchzumachen hat, bis er in die ersehnte landwirtschaftliche Stelle vordringt, ist mitunter ein langwieriger Schmerzensweg, und nicht jeder legt ihn heil an Körper und Seele zurück. T?aulhallmcuer München %eaänerta-.i8. minus. f7>* O&rscollcuw. I