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Das jüdische Echo · 1922-03-31 · 13 (31.3.1922) · p. Seite 171

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
13 (31.3.1922)
Date
1922-03-31
Page
Seite 171 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 171 Nach jener Musterung hören wir nichts mehr von einer Schekelabgabe. Weder zur Zeit der Wüstenwanderung noch bei der Eroberung des Landes noch zur Zeit der Richter und der ersten Könige, ja nicht einmal bei der Erbauung des Tempels durch Salomo ist von einer Schekelabgabe die Rede. Erst im siebenten Jahrhundert vor der gewöhnlichen Zeitrechnung unter dem König Joas (Könige II, 12, 5) wird von einer Abgabe unter dem Titel „Kesef-ober“, Geld der Gemusterten, berichtet, und in der korrespondierenden Stelle in der Chronik (II, 24, 6 und ibid. 9) wird diese Abgabe „Masath-Mosche“, „die Abgabe Moses’, des Dieners Gottes, die er Israel in der Wüste auferlegte“, genannt. Joas verlangte nun, daß diese Abgaben alljährlich eingefordert werden und! betraute zunächst die Priester und Leviten mit der Eintreibung dieser und auch der anderen Abgaben, um damit „das Haus Gottes auszubessern“, doch diese waren in ihrem Eifer für die gute Sache sehr saumselig und unzuverlässig, und so ließ der König und mit ihm der Hohepriester Jojada eine große Lade, die mit einer Öffnung versehen war, anfertigen, welche im Tore des Tempels aufgestellt wurde. Jeder, der die Abgaben brachte, warf sie durch die Öffnung in die Lade. Das Volk wurde nun aufgef ordert, die Abgabe alljährlich nach Jerusalem zu entsenden. Vielleicht hat sich auch seither die Schekelsteuer stabilisiert und ist zu einer selbständigen, alljährlich zu entrichtenden Steuer geworden. Anhaltspunkte hiefür können wir auch darin erblicken, daß die Form, die König Joas der Ablieferung des Schekels gab, nämlich daß die Abgabe in eine Lade, die eigens zu diesem Zwecke im Tempel aufgestellt wurde, geworfen werden sollte, sich auch zur Zeit des zweiten Tempels, wo die Schekelabgabe eine stehende Institution war, behauptete. Es bleibe dahingestellt, wann die Schekelsteuer die Selbständigkeit erlangte, aber man muß daran festhalten, daß diese Abgabe, die ursprünglich nur eine Begleiterscheinung der Volkszählung war, sich mit der Zeit zu einer selbständigen, jährlichen Kopfsteuer entwickelte und auf der Höhe der Entwicklung auch, das ursprüngliche Merkmal der Halbheit ablegte, so daß die Münze, die entrichtet wurde, nicht mehr ein „halber“, sondern ein „Schekel“ schlechtweg genannt wurde. Zu erwähnen wäre nur noch, daß auch ln diesem Stadium der Entwicklung dem Schekel seine ursprüngliche Bedeutung anzusehen war, da nur männliche Personen und nur solche, die das zwanzigste Lebensjahr überschritten hatten, die Pflicht hatten, den Schekel zu entrichten. Dieses Musterungsmerkmal ist also geblieben. Die Schekelsteuer war nunmehr die populärste Abgabe. Das zeigte sich auch ganz deutlich, als das jüdische Volk in die Verbannung ging und kein Heiligtum und keine Opfer mehr hatte. Die Jahrhunderte und Jahrtausende der Galuth mit ihren Verfolgungen und Unterdrückungen vermochten die Erinnerung an den Schekel nicht auszumerzen. Freilich verlor der Schekel in der Diaspora seine Selbständigkeit; er war jetzt bloß Symbol, Erinnerungszeichen, an die frühere Herrlichkeit und diese innere Verwandlung zeigte sich wiederum im äußeren Gewände des Galuth-Schekels. Der Schekel verlor wiederum das Merkmal der Ganzheit, er ist wiederum ein „Machozith-haschekel“ geworden. Anderthalb Kreuzer für jedes Familienmitglied wurde alljährlich gegeben, es kam da nicht auf den Wert an, aber es sollte eben keine abgerundete Zahl sein, sondern ein „Machazith“, eine Hälfte. Es sollte, auch kein großer Betrag sein, der entrichtet werden mußte, weil es sich doch nicht um eine Steuer handelt, die „Selbstzweck“, sondern bloß „Erinnerungszeichen“ ist. Jeder von uns erinnert sich noch an die Rührung unserer Alten, wenn sie am Vorabend des Purim in den Teller, der in der Synagoge zu diesem Zwecke aufgestellt wurde, als Erinnerung an den Schekel legten. Sie wußten, daß den Armen, denen diese Beträge zugeführt wurden, damit nicht viel geholfen wird, aber sie waren sich dessen bewußt, daß sie eine Handlung vollbringen, welche die ehrwürdige Krone des Alters schmückt und die in uns auch Hoffnungen auf die Zukunft erweckt. So dauerte es Jahrhunderte. Der neue lebendige Geist, den der Zionismus ins jüdische Lager brachte, erweckte auch den Schekel zu neuem Leben. Er soll nicht, wie so viele Jahrhunderte hindurch, bloß Symbol, bloß Mittel zum Zwecke sein, sondern soll wiederum wie in seiner Blütezeit, seine Selbständigkeit erlangen, er soll einen Baustein zum Aufbau des Landes darstellen, ja, er soll noch mehr sein: ein Bekenntnis zum Judentum und zur lebendigen Kraft, die diesem Volke innewohnt und die unvertilgbar ist. Das soll uns allen der Alt-Neu-Schekel bedeuten. Verlorene Schekelblocks Berlin. Wir geben hierdurch bekannt, daß eine Sendung Schekelblocks, und zwar die nachfolgenden Nummern, nach Mitteilung der Post bei der Beförderung verloren gegangen ist. Diese Blocks werden hiermit für ungültig erklärt. 14 791, 14 771, 14 751, 14 731, 14 711, 15 591, 15 591, 15611, 15631, 15 651, 15671, 15 691, 15 711, 15 731, 15751, 15771, 15791, 15811, 15831, 15851, 15871, 15 891, 15 911, 15 931, 15 951, 14 781, 14 761, 14 741, 14 721, 14 701, 15 581, 15 601, 15 621, 15 641, 15 661, 15 681, 15 701, 15 721, 15 741, 15 761, 15 781, 15 801, 15 821, 15 841, 15 861, 15 881, 15 901, 15 921, 15 941, 15 961. Zion. Gruppenverband für Bayern u. Württemberg, Nürnberg, Fürtherstr. 87. - Ein Äufruf des Deutsch-Israelitischen Gemeindehundes Zum 23. Januar 1 922. An unsere B un d e s g e m ein d e n! Am 23. Januar jährte sich der Tag, an dem die deutsche Judenheit mit einer noch nie dagewese- KREIL-UCKO DAS HAU SB^Pfcfchh~W^V%^^THEATINERSTR.16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN

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