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Das jüdische Echo · 1922-03-31 · 13 (31.3.1922) · p. Seite 170

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
13 (31.3.1922)
Date
1922-03-31
Page
Seite 170 (sequence 6)
Language
German
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170 Das Jüdische Echo Nr. 13 gedeckt werden kann, weil in einer Reihe europäischer Länder die entsprechenden Anstrengungen für den Erfolg des Keren Hajessod nicht gemacht worden sind. Das Aktiions-Comite wendet sich an die breite jüdische und zionistische Öffentlichkeit Europas, alle Kräfte anzuspannen, um die benötigten Gelder für die Deckung des Palästinabudgets zu schaffen, und fordert alle zionistischen Föderationen und Fraktionen auf, ihre besten organisatorischen und agitatorischen Kräfte der Keren Hajessod-Arbeit zu widmen. II. In Anbetracht dessen, daß die Reduktion des landwirtschaftlichen Budgets eine Gefahr für die kolonisatorischen Anfänge darstellt, fordert das Aktions-Comite die Exekutive auf, alle notwendigen Mittel anzuwenden, daß die angefangenen landwirtschaftlichen und öffentlichen Arbeiten in beschlossenem Umfang ungestört fortgesetzt werden können. III. Das Aktions-Comite spricht der Delegation in Amerika für ihre mühevolle und erfolgreiche Tätigkeit seinen Dank aus. Die Kampagne der Opposition. Das Aktions-Comite verurteilt aufs schärfste die in der letzten Zeit von einer Anzahl von Zionisten geführte Kampagne, in deren Verlauf sachlich ungerechtfertigte und formal schwer beleidigende Beschuldigungen gegen die Leitung der Zionistischen Organisation erhoben worden sind. Das Aktions-Comite hofft, daß, unbeirrt durch die während dieser Kampagne erfolgten Angriffe, auch in Zukunft die besten und verantwortungsvollsten Männer der zionistischen Bewegung ihre ganze Arbeitskraft in den Dienst der Zionistischen Organisation stellen werden. Ersparnis-Kommission. In Übereinstimmung mit dem Vorschläge der Exekutive wählt das Aktions-Comite eine Kommission, um in sämtlichen Ämtern der Zionistischen Organisation in Palästina und im Galuth festzustellen, ob und welcher Stelle Ersparnisse möglich sind. Die Kommission soll der nächsten Sitzung des Aktions-Comites Bericht erstatten. Geschäftsordnung. Für die Ausarbeitung einer Geschäftsordnung des Aktions-Comites wird ein Ausschuß, bestehend aus dem Präsidium und den Mitgliedern des Aktions-Comites, welche in Wien ihren Wohnsitz haben, eingesetzt, der bis zur nächsten Aktions-Comite-Sitzung die Geschäftsordnung auszuarbeiten und sie dem Aktions-Comite vorzulegen hat. Dem gleichen Ausschuß wird der Antrag auf Einrichtung eines ständigen Büros beim Präsidium des Aktions-Comites überwiesen. Der Schekel und seine Entwicklungsphasen Die Zionistische Exekutive hat zur Schekelsammlung aufgerufen. In diesem Moment dürfte folgender, in der Wiener Morgenzeitung erschienener Aufsatz des Herrn Dr. J. Mark, Rabbiner in Biala. interessieren. Dör Schekel, das Bekenntnis zum Baseler Programm, kostet heute M. 25—. Schekelblocks sind bei den Leitern der Ortsgruppen erhältliche Von Dr. Abraham J. Mark, Rabbiner in Biala Der Neumond Adar erinnert an den Schekel, da man in alter Zeit am ersten Adar an das Volk den Aufruf ergehen ließ, die Schekalim nach Jerusalem zu senden, weshalb auch der Sabbat, der dem ersten Adar vorangeht, „Parschath-Schekalim“ genannt wird. Diese Schekelsteuer wechselte im Laufe der Jahrhunderte sowohl das äußere Gewand, den Namen der Münze, die entrichtet wurde, als auch den inneren Kern, die Bedeutung. Der Name dieser Abgabe war in alter Zeit, in der Bibel „Machzith-Haschekel“, ein halber Schekel, entsprechend der Münze, die entrichtet wurde, und die einen halben Schekel repräsentierte. In der talmudisohen Literatur jedoch, wo von der Entrichtung dieser Steuer zur Zeit des Bestandes des zweiten Tempels die Rede ist, spricht man nicht mehr von einem halben Schekel, sondern von einem Schekel schlechtwieg. Auch dort, wo es sich um eine einzelne Person handelt, heißt es einfach, er hat seinen Schekel zu entrichten — er geht nach Jerusalem. Dabei ist der Wert der Münze derselbe geblieben und nur die Benennung eine andere geworden; was in der Bibel als halber Schekel bezeichnet wird, das nennt man zur Zeit des zweiten Tempels einen ganzen Schekel, und in beiden Fällen handelt es sich um einen Betrag von zwei Denaren. Diese äußere Umwandlung hat für uns insofern große Bedeutung, als wir daraus auch auf die innere Umwandlung der Schekelsteuer schließen können. Die geänderte Benennung der Münze zeigt uns nämlich, daß die Entwicklung der Schekelsteuer zu einer beständigen, periodisch wiederkehrenden Institution bereits den Höhepunkt erreicht hat. Solange nämlich die Schekelsteuer nicht alljährlich, sondern von Fall zu Fall entrichtet wurde, genügte diie Benennung „halber Schekel“; als aber später diese Steuer alljährlich entrichtet werden mußte, gewann die Münze, die dazu verwendet wurde, dadurch, daß sie so allgemein im Gebrauch stand und in unendlich vielen Exemplaren geprägt wurde — die Schekelzahler hatten auch ein materielles Interesse daran, nur diese Münze selbst dazu zu verwenden, da sie in allen anderen Fällen als Agio ein Geldstück (Collybus) dazu geben mußten —■ so sehr an Bedeutung, daß sie das Merkmal der Halbheit ablegte und schlechtweg ein Schekel genannt wurde. Aber nicht allein in der Benennung trat eine Änderung ein, sondern auch bezüglich der Verwandlung der Schekelsteuer. Bei der ersten Bekanntschaft, die wir in unserem alten Schrifttum mit dem Schekel als Abgabe machen, erscheint er noch nicht als Selbstzweck, das heißt die Schekelabgabe war bei ihrem ersten Auftauchen keine selbständige Steuer und überhaupt keine Steuer als solche, sondern figurierte bloß als eine Begleiterscheinung der Volkszählung. Es sollte eine Musterung des Volkes stattfinden, und um es nicht wie das Vieh stückweise zu zählen, was übrigens nach jüdischer Auffassung auch eine Gefahr für die Gemusterten in sich birgt, erging der Auftrag an alle männlichen Personen, die das zwanzigste Lebensjahr erreicht hatten, und somit musterungspflichtig waren, je einen halben Schekel zu entrichten, damit anstatt der Köpfe die Münzen gezählt würden. Die betreffende Stelle (Exod. 30, 12 bis 16) ist eindeutig und lautet also: „Wenn du aufnimmst die Zahl der Söhne Israels nach ihren Gemusterten, so soll ein Jeder ein Sühngeld seiner Seele dem Ewigen geben, indem man sie mustert, daß nicht eine Plage über sie komme, indem man sie mustert. Dies sollen sie geben: ein jeder, der durch die Musterung geht, einen halben Schekel, nach dem Schekel des Heiligtums, zwanzig Gerah der Schekel, einen halben Schekel als Habe dem Ewigen.“ Das war der Schekel in seiner ursprünglichen Bedeutung, bloß ein Mittel zum Zweck, um mit seiner Hilfe die Zahl der Gemusterten festzustellen, weshalb er vielleicht auch das Merkmal der „Halbheit“ trug, zum Zeichen, daß er bloß eine Nebenrolle spielt, als Begleiterscheinung der Musterung.

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