Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1922-03-31 · 13 (31.3.1922) · p. Seite 169

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
13 (31.3.1922)
Date
1922-03-31
Page
Seite 169 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103027-9145527--04886-9077554
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr, 13 Das Jüdische Echo 169 rr intensiven Schekel aktion und eines Sonderbeitrages für organisatorische Zwecke der Exekutive, da die Gelder des Keren Hajessod für diesen Zweck nicht herangezogen werden können. Zum Schluß geht der Referent auf die Frage ein, welche Maßregeln die Organisation nach der Erteilung des Mandats zu ergreifen hat, um die Mitarbeit aller Juden beim Aufbau Palästinas zu sichern. Hierauf berichtet Herr Naiditsch über die Tätigkeit des Finanz- und Wirtschaftsrates. insbesondere über die Aktion für die Hypothekenbank und die Vorbereitungen des I.C.T.-Drive. Hierauf bespricht er die finanzielle Situation und erklärt die bisherigen Erfolge des Keren Hajessod für ungenügend, insbesondere haben einige Länder des Ostens noch lange nicht ihre Pflicht getan. Redner charakterisiert die Opposition, die von seiten der Marmorek-Gruppe gemacht wird, um den Keren Hajessod zu schädigen. Um den Keren Hajessod zum Erfolg zu führen, müßten gerade die besten Menschen in den Dienst der Organisation treten, das aber wird durch die unqualifizierbare Agitation gegen die Beamten unmöglich gemacht. Das Mitglied der Palästina-Exekutive, Judge Rosenblatt, der sich gerade auf der Reise von Amerika nach Palästina befindet, berichtet ausführlich über die Situation in Amerika und erzählt Details von der d^Higen Keren Hajessodr Arbeit. Er erklärt, daß die amerikanischen Zionisten die Idee des Keren Hajessod sehr ernst nehmen, während er in einigen europäischen Ländern diesen Ernst noch vermißte. Das Geld wird in Amerika von den mittleren und unteren Schichten aufgebracht, während die reichen Juden bisher versagt haben. Rosenblatt betont, daß die Opposition der Brandeis-Gruppe ganz anders sei, als die der Marmorek-Gruppe, denn die Brandeis-Gruppe arbeitet nicht gegen den Keren Hajessod. Der Keren Hajessod müsse als Steuer erklärt werden, daher dürfe man auch keinen Gewinn in Aussicht stellen. Im weiteren Verlauf seiner Rede trägt Rosenblatt seine Anschauungen über die Notwendigkeit einer Reorganisation des Apparates vor. Danach soll die Exekutive nach Palästina übersiedeln und nur die politische Vertretung in London bleiben. Auch im Budget ist eine I^eorganisation erforderlich, z. B. müßte das Schulwerk allmählich zum Teil vom Jischuw erhalten werden. Herr Blumenfeld setzt die Notwendigkeit einer Stärkung der Zionistischen Organisation auseinander, die nur durch den Ausbau des Beamtenapparates erfolgen könne. Dr. Barth beantragt Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung der Möglichkeit von Ersparnissen. Ferner beantragt er, daß an Stelle der nächsten Aktions- Comite-Sitzung eine Sitzung des Zentralkomitees einberufen wird, die sich mit der Frage des Weltkongresses zu beschäftigen hat. In der Nachmittagssitzung, die bis in die späten Abendstunden fortdauert, wird die Generaldebatte über die Politik sowie über die Sonderberichte fortgesetzt. Nachdem noch eine Reihe von Rednern sich ausgesprochen hat, legte Weizmann im Schlußwort nochmals die Eigenart der Situation dar und beschäftigte sich mitden vorgebrachten Argumenten. Weizmann wies darauf hin, daß die Weltlage sich seit 1917 erheblich verändert hat. und daß auch andere Völker unter den Schwierigkeiten leiden, die unsere Arbeit beeinträchtigen. Im besonderen sind einzelne Gruppen und Persönlichkeiten in England heute anders orientiert, so daß z. B. Männer wie Northcliffe oder Lamington, die früher unsere Sache unterstützten, heute gegen uns auftreten. Aber diese Schwierigkeiten dürfen nicht überschätzt werden. Die maßgebenden Faktoren halten fest an der einmal eimgescblagenen Politik. Wir müssen aber die Chance niitzen, und es ist unerträglich, wenn gerade in schwierigen Momenten sogar zionistische Gruppen uns desavouieren und bloßstellen. Weizmann verbreitete sich noch über die Möglichkeiten einer großzügigen Araberpolitik. Der nächste Tag war der Besprechung der eingebrachten Anträge gewidmet, die von einer Kommission bearbeitet wurden. Das A.-C. sprach eine Reihe von Wünschen bezüglich des Verhaltens der Exekutive bei den Verhandlungen über die palästinensische Verfassung aus, insbesondere bezüglich der Stellung des Jewish agency und bezüglich der Immigrationsfrage. Es wurde eine Anzahl von Beschlüssen gefaßt, von denen nachstehende zur Veröffentlichung gelangen. Resolutionen. Politik. Das Actions-Comite billigt die Politik der Exekutive der Zionistischen Organisation und unterstützt die von der Exekutive für die nächste Zukunft vorgeschlagenen politischen Maßnahmen. Schekelaktion. Das Aktions-Comite fordert alle zionistischen Verbände auf, die Schekelaktion in den nächsten zwei Monaten durchzuführen und' in der gleichen Zeit die ihnen auferlegten Sonderbeiträge abzuführen. Budget. I. Nachdem das Aktions-Comite den Bericht des Wirtschaftsrates über die finanzielle Lage und Tätigkeit des Keren Hajessod gehört hat, stellt es fest, daß trotz der erfolgreichen Arbeit der zionistischen Delegation in Amerika auch noch jetzt das reguläre Palästinabudget nicht anjsu yren-Jtcdea u./a'ßjlcj?/cwj(/ineuhxeir SV;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.