Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 11 (17.3.1922)
- Date
- 1922-03-17
- Page
- Seite 148 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Das Jüdische Echo Nr. 11 Litauen. Solowejtschik wieder litauischer Minister für jüdische Angelegenheiten. Kowno. Nach längerer Beratung mit den Parteien wurde die Liste des neuen Kabinetts festgestellt. Dieses wird ausschließlich Fachminister zählen. Zum Ministerpräsidenten wird Galwanowski ernannt werden. Der bisherige Minister für jüdische Angelegenheiten, Dr. Solowejtschik, wurde zur Übernahme dieses Portefeuils eingeladen. Die jüdische Parlamentsfraktion und der jüdische Nationalrat haben beschloßen, Dr. Solowejtschik die Übernahme des jüdischen Ministeriums zu gestatten, worauf Dr. Solowejtschik der Einladung entsprochen hat. 111111! 111!■ li 111 | Feuilleton || H ■t ■i ii i in Die große Purim^Enttäuschiiiig Von Fabius Schach. Das Hamburger Israelitische Familienblatt veröffentlicht folgende hübsche Purimsatyre: Der gefeierte Assyriologe, Professor Friedrich Dulitzer, legte mit einem energischen Ruck die Feder aus der Hand. Er hatte soeben den letzten Satz des 17. Bandes seines berühmten Werkes „Die große Enttäuschung“ vollendet. Er sah auf die Uhr. „11 Uhr 37 Minuten. Ein großer geschichtlicher Moment. Das soll für meinen späteren Biographen registriert werden.“ Er ging im großen Studierzimmer auf und ab, von sich selbst und seinem Buche berauscht. „Das wird wieder einschlagen, wie die seligen 42er Geschütze bei Verdun. Ach, die haben wir leider nicht mehr, und auch nicht den Hof, durch dessen Gunst man berühmt wurde. Aber ich habe mich von einem Bibelverehrer in einen Bibelzerstörer gewandelt, ich werde auch die Metamorphose zum Republikaner ohne körperlichen Schaden bestehen. Ja, die Juden und ihre gelehrten Rabbinen werden wieder toben und schmähen. Umso lautere Reklame werden die Deutschnationalen für das Buch machen. Und sie sind ja heute die eigentlichen Herrscher in Deutschland, sie haben den größten Beutel und das stärkste Organ. Das wird eine Sensation!“ Er ließ sich wieder in den weichen Ledersessel niedersinken, nahm das dicke Manuskript in die Hand, streichelte es zärtlich mit den feingepflegten Fingern und blätterte immer wieder darin. „Das ist groß und gewaltig, und doch so einfach wie alles Erhabene. Diese neue Entdeckung über den Ursprung und den wahren Sinn des Buches Esther wird alle meine früheren übertreffen. Darauf ist bis heute kein Babel- und Bibelforscher gekommen. Die Sache ist so klar, daß kein Zweifel mehr darüber auf kommen kann. Das Buch Esther ist der größte Judenschwindel in der alten und neuen Literatur. Es ist der Schlußstein eines raffinierten Intrigenspiels, die Krönung eines lange vorbereiteten Teufelswerkes, das sich bis zum Drama steigert. Und die Romantik darin ist selbstredend, wie alles Schöne der Bibel, fremden Quellen entlehnt. Die Fabel dieses Buches ist psychologisch so klar wie eine von mir entzifferte assyrische Inschrift. Die Geschichte ist so furchtbar und grauenerregend, wie alles echt Jüdische! Die kabbalistische Gesellschaft Alliance Isr,aelite Universelle, die von Moses in Ägypten gegründet wurde und seitdem die Weltgeschichte lenkt, hat in einer unterirdisch abgehaltenen Sitzung beschlossen das persische Reich unter jüdische Macht zu bringen. Die Zeit war besonders günstig, denn damals herrschte in Persien ein alternder König, der als redlicher Arier allen Einflüßen zugänglich war. Dazu kam, daß er sehr prachtliebend war und eine besondere Schwäche für schöne Frauen und feurige Weine hatte. Darauf baute die Alliance ihren Plan auf. Wie immer, wurden am Hofe und zwischen den Diplomaten viele Juden unter fremden Namen eingeschmuggelt, um den Staat zu unterwühlen. Ein großes Hindernis war die Königin Wasti, die den Juden nicht hold war. Sie mußte also beseitigt werden. Zu diesem Zwecke wurde der König durch die jüdischen Ratgeber überredet, große Feste zu feiern. Wer die Macher waren, deutet der Text nur zart an, der Eingeweihte aber weiß Bescheid. Es heißt „Die Herren der Länder, saßen um ihm“. Nun, wer die Herren der Länder sind, das wissen wir ja. Das war auch die beste Gelegenheit, den Juden in Mainz Weinlieferungen zu verschaffen, und Juwelieren, Seiden- und Teppichhändlern gute Geschäfte in die Hand zu spielen. Der König geriet in Schulden und mußte bei den jüdischen Bankiers in Frankfurt am Main Anleihen zu wucherischen Zinsen aufnehmen. Am dritten Festtage veranlaßten die jüdischen Ränkeschmiede den König, in seiner Weinlaune den Befehl zu geben, daß die Königin im tiefsten Decoletee erscheinen solle. Er wollte mit ihrer Schönheit prunken. Das mußte die sittenstrenge Wasti ablehnen; sich der verjudeten lüsternen Gesellschaft zu präsentieren, gehöTt nicht zum arischen Geschmack. Damit war ihr Schicksal besiegelt. Es wurde ein Kronrat über das „Verbrechen“ der armen Königin abgehalten. Die sieben Rechtskundigen, die über die Sache ent- L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass