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Das jüdische Echo · 1922-03-17 · 11 (17.3.1922) · p. Seite 149

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
11 (17.3.1922)
Date
1922-03-17
Page
Seite 149 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 149 scheiden sollten, waren lauter Juden und Judenstämmlinge, trotz ihrer persianisierten Namen. Hirsch verwandelte sich in Harschena, Schmuhl in Schatar, Abraham in Admata, Teiteles in Tarschisch, Moses in Mornes, Moritz in Marsena. Der Hauptwortführer der Gesellschaft war Memukon. Br hieß mit richtigem Namen Cohn, war aus Kalisch eingewandert, handelte zuerst mit alten Hosen, dann mit persischen Teppichen, war dann Bankier und schmeichelte sich durch bis zur Senatorwürde. Dieser Memukon recte Cohn verkündete nun das von der Alliance längst beschlossene Urteil, daß die Königin abgesetzt werden müsse. Die Begründung des Urteils ist echt jüdisch und riecht nach Talmud. So vollzog sich das traurige Schicksal der hohen Frau. Sie wurde abgesetzt und nach Holland verbannt, wo sie das Ende ihres Lebens als Dulderin zubrachte und das Geschick ihres Volkes beweinte. Nun war die Bahn frei für die große Judenaktion. Jetzt konnte man es wagen, eine Jüdin auf den Thron zu bringen, um den schwachen König zu überwachen und allen jüdischen Wünschen gefügig zu machen. Der echt orientalische Plan einer Schönheitskonkurrenz wurde von den Juden ausgedacht, um die schon im Hintergründe bereitstehende Esther dem König zu unterschieben. Hier tritt nämlich der eigentliche Agent deT Alliance Mardechai auf den Plan." Er hieß mit richtigem Namen Benjamin Simonssohn. Es steht ja deutlich im Text (Ben Simai... Isch jemini). Ich habe nach mühsamen Forschungen feststellen können, daß das mystisch gefärbte Wort „Ben“ wirklich Sohn bedeutet, also Simonssohn, und Isch jemini ist ja nichts anderes als Benjamin. Er kam auf Geheiß der Alliance aus Kolomea in Galizien nach Susa, um die Verschwörung gegen das persische Volk zu leiten. Seine Nichte, die bei ihm weilte, hieß, wie der Text der Bibel selbst zugibt, Hadassa, wurde aber zu einer persischen Esther umgetauft. Sie war nicht einmal schön, und der Talmud bestätigt, wie mir mein talmudischer Berater Dr. Jakob Krummer versichert, daß sie ganz grün aussah. Aber sie war klug und raffiniert, wie alle Jüdinnen, und eine echte Schülerin ihres diplomatischen Onkels. Durch vorgeheuchelte Bescheidenheit verstand sie es, sich im Harem beliebt zu machen, und der von den Juden bestochene Obereunuche Haggai bevorzugte sie auf jede Weise, sodaß sie zur engeren Wahl kam. In diesem engen Kreise ließ sie erst recht ihre Künste leuchten, und sie betörte den alten König so sehr, daß er sie auf den Thron erhob. Ihren jüdischen Ursprung verriet sie natürlich nicht, um den König nicht scheu zu machen. Die persisch-nationale Volkspartei sah bekümmerten Herzens die drohende Gefahr des Vaterlandes und sie suchte den Judenintrigen des Hofes zu paralysieren. Sie schickte ihren mächtigsten Mann vor, den Haman, einen hervorragenden Staatsmann, echten Arier und — wie alle Größen der Welt seit Adam — germanischen Ursprungs, was schon der Namenklang besagt. Daß er als Nationalist ein Judenfeind war, ist ja selbstverständlich. Er mußte also den Kampf gegen die ganze jüdische demokratische und sozialdemokratische Gesellschaft aufnehmen. Es gelang ihm, durch staatsmännische Klugheit und arische Energie, den Staat wieder in gesunde Bahnen zu lenken und eine Zeitlang sogar die schlaue Königin in Schach zu halten. Aber er rechnete als gradliniger Arier nicht mit den jüdischen Ränken. Er setzte beim König ein Dekret durch, daß alle Juden, die doch vom Mutterleibe aus revolutionär sind, radikal vernichtet werden sollten, und glaubte damit gewonnenes Spiel zu haben. Da kannte er aber die Juden schlecht. Mardechai schlich täglich um den Hof, steckte sich hinter Esther und schlug Lärm, als wenn es etwas Schlimmes wäre, einige Hunderttausend Juden umzubringen. Ehe jüdischen Journalisten erhoben im „Susaner Tageblatt“ und in der „Kuscher Zeitung“ ein großes Geschrei und sprachen von Kultur, Recht und Menschlichkeit,, von Dingen, die das Ohr des echten Nationalisten fremd berühren. Die Königin aber ließ ihre Minen spielen. Sie zog Haman in ihre Netze, bestach ihn durch ihre Liebreize, bis er schwach wurde. Dabei wußte sie die Eifersucht ihres königlichen Gemahls zu wecken, und als Haman eines Tages ganz harmlos vor ihr niederkniete, ließ sie sich vom ergrimmten König überraschen. Die gut einstudierte Komödie gelang, Haman war ein toter Mann und mit ihm war der ganze Antisemitismus tot. Nun erst offenbarte sich Esther dem verliebten König als Jüdin, verdächtigte Haman und seine Partei in allen Tonarten und lockte ihm unter Tränen einen Freibrief ab, alle Judenfeinde des Landes unschädlich machen zu dürfen. Das war das Ende der arischen Herrschaft in Persien. Haman und seine ganze Familie wurden hingerichtet, Mardechai übernahm den gutbesoldeten Reichskanzlerposten, und die Juden waren die offenen Herren im Lande. Mit dem persischen Reich aber, das damals 127 Provinzen zählte, ging es seitdem bergab. Es wurde ein armes Land und das Volk mußte echte Teppiche für die reichen Juden weben. Merkwürdig, das alles steht klar infder Megillah, man braucht sie nur richtig zu lesen. Und doch ist niemand bis heute darauf gekommen. Man kann nämlich erst durch Babel zur Bibel, durch Ausgrabungen zu Begrabungen und aus Dokumenten zu neuen Momenten kommen. Ja, die Welt wird staunen, und mein etwas verblaßter Ruhm wird in neuem Glanze strahlen. Die Juden werden vor Wut schnauben, aber der Gefährlichste unter ihnen, der Professor Jules Oppert in Paris, der mich einen Ignoranten der Assyriologie nannte, ist tot. Dabei bin ich gar kein Antisemit. Ich verkehre gern mit den getauften und geadelten jüdischen Millionären. Sie führen die beste Küche und ihre Weine sind älter als ihr Adel. Aber — wo es sich um Wissenschaft handelt, da hört der Spaß auf. Ja, das Buch Esther ist die allergrößte Enttäuschung.“ Mit selbstbewußter Würde legte der weltberühmte Gelehrte das kostbare Manuskript aus der Hand. Die Tür zu seinem Allerheiligsten ging leise auf und im Rahmen zeigte sich die stattliche Gestalt der Frau Professor, in ein rotes Morgengewand gehüllt. „Ach, Fritz, ich habe vergessen, Dir zu sagen, von Kommerzienrats Levy ist eine Einladung zur morgigen Purimfestlichkeit gekommen. Wir gehen doch hin? Da gibt es so herrliche Puddings, und die niedliche Herta wäre eine gute Partie für unseren Kurt.“ Dentist ANTON KOBUR MUnchen, Baaderstr. 23/1

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