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Das jüdische Echo · 1922-03-17 · 11 (17.3.1922) · p. Seite 146

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
11 (17.3.1922)
Date
1922-03-17
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
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146 Das Jüdische Echo Nr. 11 Spaltung der Ägudas Jisroel? Das unjüdische Verhalten der Agudas Jisroel in Palästina und in der Diaspora, über d.as wir mehrfach berichtet haben, scheint erhebliche Reibungen innerhalb dieser Organisation selbst hervorzurufen. Ein großer Teil der Agudah-Gruppen in Polen billigt, wie das Warschauer Blatt „Najer Haint“ meldet, weder die palästinensische Politik der Agudas Jisroel, noch die Resolutionen der letzten Agudah-Konferenz in Warschau, die gegen die nationaljüdischen Bestrebungen gerichtet waren. Es besteht die Absicht, eine neue nationalorthodoxe Partei zu gründen. Tatsächlich ist die Spannung im orthodoxen Lager unerträglich geworden. Die hervorragendsten Führer des orthodoxen Judentums wenden sich mit Entrüstung gegen die Taktik der Agudah und sprechen dieser vor kurzem nicht zum, Heil der gesetzestreuen Judenheit und der Einheit des jüdischen Volkes gegründeten Organisation das Recht ab, „im Namen eines Teiles der Judenheit, geschweige denn im Namen der gesamten Orthodoxie“ aufzutreten. Nachdem schon der Chief- Rabbi von England in einem Brief an Lord Northcliffe dieser Meinung Ausdruck gegeben hatte, betont jetzt auch das Oberrabbinat von Jerusalem — gezeichnet Rabbi Cook und Rabbi Jakob Meir —, daß es mit den de Haan, Sonnenfeld und Genossen keinerlei Gemeinschaft zu haben wünscht, daß diese unverantwortlichen Personen keinerlei Vollmacht zur Vertretung jüdischer Wünsche gehabt hätten und daß die Orthodoxie des Heiligen Landes den zionistischen Bestrebungen durchaus freundlich gesinnt sei. — Im Sinne dieser Erklärung hat sich die gesamte Orthodoxie Palästinas einschließlich der Agudah-Gruppen ausgesprochen, und es ist interessant, daß die Hörer der Rechtskurse des Professor de Haan ihren Lehrer aufgefordert haben, seine Tätigkeit einzustellen, „da er das Werk der nationalen Heimstätte unterminiert habe“. Tatsächlich sind die Folgen der Agudah-Agiitation recht unangenehm. Sie haben die judenfeindlichen Elemente in Palästina und in England ermutigt und ihnen neuen Stoff zu ihren Angriffen gegeben. Schon erklären die Araber offen, daß ihr Ziel die Errichtung eines panarabiischen Föderativstaates sei. Schon beruft sich die arabische Delegation in London bei ihren Aktionen auf den zionistenfeindlichen Willen der Orthodoxie. Die scharfe Gegenwirkung, die sich sofort überall im jüdischen Volk einstellte, dürfte genügen, um die Wirkung jenes verhängnisvollen Vorgehens zu beseitigen. Das nationale Empfinden des jüdischen Volkes ist zu stark, um ungestraft gereizt werden zu können. Der Dolchstoß, der den Zionismus treffen sollte, ist vorbeigegangen und hat die Täter selbst verwundet. Wir wollen hoffen, daß die bevorstehende Spaltung innerhalb der Agudas Jisroel den Beginn einer Gesundung der jüdischen politischen Verhältnisse bilden wird. Ein „Bund der erwachenden Bayern46 München. (Intel.) Die partikularistische und monarchistische Agitation in Bayern hat einen neuen Aufschwung erhalten. Ah die Spitze dieser Bewegung hat sich der Führer der bayerichen Volkspartei, Dr. Heim, gestellt, der jetzt öffentlich zum Kampf gegen die Weimarer Verfassung aufruft. Die neue Organisation Heims soll am, 12. ds. Ms. in Regensburg ihre gründende Versammlung abhalten und nach dem Muster der „Erwachenden Ungarn“ den Namen „Bund der erwachenden Bayern“ erhalten. Den Aufbau der Organisation soll der Leiter der früheren Orka, Kanzler, vornehmen. Als militärischer Berater wird ihm ein Major beigegeben werden. Wir haben keinen Grund, uns weiter mit dieser Heimsehen Gründung zu beschäftigen, solange keine Beweise einer antisemitischen Stellungnahme vorliegen. — Immerhin läßt die Wahl des Namens auf allerlei schließen. Die „Erwachenden Ungarn“ sind jene Gesellschaft berüchtigter Pogromisten, die den guten Namen Ungarns in der ganzen Welt diskreditiert hat. Die Morde, die ihr zur Last fallen, gehen in die Hunderte. Grauenvolle Schilderungen ihrer Grausamkeiten, der Morde, der Schändungen und Beraubungen wehrloser Menschen, die alles, was man über die „Schwarze Schmach“ hört, in den Schatten stellen, veröffentlichte seinerzeit die englische Untersuchungskommission. Es ist immerhin bezeichnend, daß man gerade diesen Namen wählte. Der Kundige wird sich freilich kaum wundern — man kennt die Fäden, die hinüber und herüber führen.— Die Gemeindewahlen in Nürnberg In Nürnberg wurde bekanntlich infolge des Abschlusses eines Wahlabkommens zwischen der liberalen Partei und der Jüdischen Volkspartei ein Wahlkampf vermieden. T?auThallmaier München %eattnecÜr.lQ. vomo. ^Tr^Uanß.

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