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Das jüdische Echo · 1922-03-10 · 10 (10.3.1922) · p. Seite 131

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
10 (10.3.1922)
Date
1922-03-10
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo 131 im völkischen Sinne) anzusprechen sind', wechseln mit Leuten, die im Herzen jüdisch-national sind, ab. Und solange die Richtungen, zu denen noch eine sozialistisch-internationale kommt, nicht auseinandergegangen sind, kann von fruchtbarer Arbeit bei den Kameraden nicht gesprochen werden. Trotz dieser Verschiedenheiten innerhalb und zwischen diesen drei Gruppen läßt sich heute schon eine erfreuliche Tatsache feststellen. Bei allen praktischen Tagesfragen zeigt sich, abgesehen vom „deutschradikalen“ Flügel der Kameraden, eine einheitliche Linie. Wenn es sich zum Beispiel um die Frage der jüdischen Volksschule handelt, so sind1 alle bis tief ins liberale Lager hinein bereit, trotz der Parteiprogramme die Notwendigkeit dieser Einrichtung anzuerkennen und am Aufbau mitzuhelfen. Auch die Ostjudenfrage wird heute, fast zu spät, zum mindesten als menschliche Pflicht behandelt. Keren Hajessod wird trotz zentral vereinleTischer Quertreibereien fast von der ganzen Jugend als Aufgabe aller Juden betrachtet und das Ukrainehilfswerk ist an vielen Orten, durch« die Initiative der Jugend erstanden, von der Jugend durchgeführt worden. Die Chaluzimfürsorge wird von allen Gruppen unterstützt. Und auch die Feierstunden verlebt die Jugend aller Richtungen gemeinsam. Die Freitagabendfeiern und vor allem die Freitagabendgottesdienste. Wenigstens diese Stunden zeigen Blauweiße, Kameraden und Jungjüdische Wanderer als das, was sie alle gemeinschaftlich in Wirklichkeit sind: als junge Menschen des jüdischen Volkes. Wenn auch die praktische Arbeit an Tagesfragen schon das gemeinsame Wollen der jüdischen Jugend zeitigt, so sperren Vorurteile, engherziger Führeregoismuis und die unvermeidlichen, allein selligmachenden Bundesprogramme den Weg zur einigen jüdischen Jugend. Die Arbeit aller Weiterblickenden in den Gruppen muß es sein, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Schmuei ben Mosche. Aus der jüdischen Welt Palästina. _ | A. D. Gordon. | Wie aus Jerusalem vom 25. Januar gemeldet wird, ist der hebräische Arbeiterschriftsteller A. D. Gordon in Jaffa infolge einer Lungenentzündung gestorben. Gordon, der vor kurzem in Wien weilte, um die Ärzte zu konsultieren, ist schon damals als hoffnungslos krank erkannt worden und kehrte von Wien nach Erez-Israel zurück. Er hat ein Alter von 65 Jahren erreicht. Zu seinen letztwilligen Verfügungen gehört der Wunsch, daß innerhalb eines Jahres jeder Nachruf unterbleibe. Empfang für Ramsay Macdonald in Jerusalem. Mr. James Ramsey Macdonald, einer der Führer der britischen parlamentarischen Arbeiterpartei, ist in Jerusalem eingetroffen. Ihm wurde von der vereinigten palästinensischen jüdischen Arbeiterpartei ein Empfang bereitet. Mr. Ramsay Macdonald nahm die Berichte entgegen, die «ihm über die Lage der jüdischen Immigranten in der Landwirtschaft und bei den öffentlichen Arbeiten, über die jüdische Arbeiterbank und das Kulturwerk unter den Chaluzim erstattet wurden. Er gab seiner Meinung Ausdruck, daß die von den jüdischen Arbeitern Palästinas für den sozialen Aufbau angewandten Methoden erfolgreich sein werden, denn sie sind neu und verschieden von denjenigen, die gewöhnlich in anderen Ländern angewandt werden. Mr. Ramsay Macdonald beabsichtigt ganz Palästina zu bereisen, um persönlich die Lage des Landes und besonders die der jüdischen organisierten Arbeiterklassen zu studieren. Die Tabakindustrie. Die Auflösung der Tabak- Monopolgesellschaft im Januar 1921 hat der Tabakindustrie die freie Betätigung in Palästina wiedergegeben. Der Bedarf wird jetzt zum großen Teile von der Regie Cointeresse dös Tabac de I’Empire Ottoman gedeckt, die in Jerusalem eine Fabrik betreibt, die 250. Arbeiter beschäftigt. Die Firmen Maspero aus Ägypten und Baddour aus Jerusalem haben in Jaffa und Jerusalem ihre Betriebe eröffnet, andere Firmen werden diesen zweifellos folgen. Die Abgaben für einheimischen Tabak sind bedeutend niedriger, wie die für eingeführten Tabak. Man hofft dadurch die Tabakkultur im Lande derart zu heben, daß die Einfuhr von Tabak von Jahr zu Jahr zurückgeht. Deutschland. Aus der Geschäftspraxis Knüppel-Kunzes. Ein Beleidigungsprozeß, der einen interessanten Einblick in die Verhältnisse des von dem antisemitischen Stadtverordneten Wilhelm Kunze geleiteten „Deutschen Wochenblattes“ gestattete, wurde, wie die B.-S.-Korrespondenz meldet, vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte verhandelt. Wegen Beleidigung des Weißenseer Arbeitslosenrates Grünbaum, dessen Vertretung Justizrat Broh übernommen, hatte sich der verantwortliche Redakteur des „Deutschen Wochenblattes“, Arthur Dux, zu verantworten. Im „Deutschen Wochenblatt“ war vor einiger Zeit ein Artikel erschienen, in dem behauptet wurde, Grünbaum hätte erklärt, daß die Arbeitslosenräte die Parole bekommen hätten, nicht an Machinationen zu rühren, die von Juden ausgingen. Grünbaum hatte gegen das „Deutsche Wochenblatt“ Klage erhoben, da er den Nachweis zu erbringen wünschte, daß er niemals einen ähnlichen Ausspruch getan habe und daß den Arbeitslosenräten von keiner Seite eine der- 8 I 8 8 8 8 8 8 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 8 8 8 8 8 8 o 8 5 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass 0

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