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Das jüdische Echo · 1922-01-27 · 4 (27.1.1922) · p. Seite 55

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
4 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
Seite 55 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 55 Ausweisung eines arabischen Notabein Jerusalem. Die Regierung hat den früheren Staatsanwalt von Palästina, Kostaki Saba, ausgewiesen. Der Grund der Ausweisung ist die Beteiligung Kostakis zu dem regierungsfeindlichen Jaffaer Blatte „Palestine“. Kostaki ist ein geborener Syrier. Die mohammedanisch-christliche Vereinigung hat gegen die Ausweisung Protest eingelegt und verlangt, daß Kostaki das Recht auf Erwerb der palästinensischen Staatsbürgerschaft gegeben werde. Blutige Zusammenstöße zwischen; Arabern Jerusalem. In Kerak kam es zwischen christlichen und mohammedanischen Arabern zu blutigen Zusammenstößen, die 6 Tote und 60 Verwundete zur Folge hatten. Die palästinensische Regierung hat Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung getroffen. Drei Aeroplane befinden sich unterwegs nach Kerak. So sieht die von den Arabern und ihren jüdischen und nichtjüdiischen Freunden oft gerühmte arabische Einheitsfront gegen die jüdische Heimstätte aus! Wasserkraftprojekte Aus dem Keren Hajessod-Buch I. Wenn es auch keine schwarze Kohle in Palästina gibt, hat die Natur das Land mit schnellfließenden Flüssen beschenkt, deren Wasserfälle zur Erzeugung von Kraft (Generating power) benützt werden können. Eine kurze Beschreibung der wichtigsten Flüsse und Ströme Palästinas erscheint wesentlich, um die in ihnen verborgenen Möglichkeiten dem Verständnis näherzubringen. Der Jordanfluß nimmt im Antilibanon, genauer am Berge Hermon, seinen Ursprung in einer Höhe von mehr als dreitausend Metern über dem Meere. Der Hermon ist hoch und ausgedehnt genug, um beträchtliche Mengen Schnees zu sammeln, die man manchmal sogar in den heißesten Sommertagen sehen kann. Dieser schmelzende Schnee nährt eigentlich die Wasserscheide des Jordan. Der obere Jordan besteht aus sieben besonderen Strömen, die gerade, bevor er den Hulah-(Merom-) See erreicht, sich vereinen. II. Der Hulah-See liegt beiläufig auf der gleichen Höhe mit dem Mittelländischen Meere. Nach Verlassen dieses Sees ist der Jordan ein gegen 600 Fuß (beiläufig 183 Meter) breiter Fluß. Er fließt zuerst zwei Meilen träge, sich schlängelnd, dann stürzt er plötzlich sechs oder sieben Meilen nieder, in einer über 690 Fuß langen Reihe von Katarakten und Wasserfällen. Zwischen den Seen von Hulah und Tiberias ist eine Entfernung von, nur netm Meilen, der Fall des Flusses während dieser kurzen Entfernung erreicht hingegen beinahe 700 Fuß. Nachdem der Jordan den Tiberias-See verläßt, fließt er klar und sich schlängelnd, bis er das Tote Meer erreicht. Die ganze Länge dieser Strecke des Jordan, in gerader Linie gemessen, beträgt 66 Meilen. Etwa vier Meilen vom Tiberias- See südlich erreicht er den wichtigen Nebenfluß Jarmuk irni Osten und neun Meilen weiter unten im Tale breitet er sich gegenüber der Stadt Beisson aus, die an der Öffnung des Tales von Jesreel liegt. Dann macht der Jordan einen riesig steilen Fall von 400 Fuß zur allgemeinen Höhe des Tales; und noch weiter südlich gibt es einen anderen Fall von 150 Fuß. Von diesem Landstrich an fließt der Jordan gegen zwölf Meilen durch ein zwei oder drei Meilen breites Tal, mit mehr oder weniger steilen Bergen an beiden Ufern. Weiter südlich verbreitert sich das Tal beträchtlich durch das Zuströmen des Jabbok von Osten. Das Tote Meer liegt etwa 1300 Fuß unter der Fläche des Mittelländischen Meeres. Der Höhenunterschied zwischen dem Toten Meer und dem Tiberias-See beträgt etwa 600 Fuß. Der Jarmuk, dieser bedeutendste Nebenfluß des Jordan, steigt vom Hauran ab und nimmt zahlreiche Nebenflüsse rechts und links auf. Was den Jarmuk betrifft, so ist nicht die Wassermenge, die er dem Jordan zuführt, das Erwähnenswerteste, sondern eher die Schnelligkeit und die Tatsache, daß er sich durch das Gebirge von Hauran und Transjordanien ein tiefes Bett grub. Vom hydrotechnischen Standpunkt kommt der bei Mezerib beginnende Teil in Betracht. Für den Durchschnittsleser genügt es, zu erwähnen, daß dieser Strom in der Nachbarschaft von El-Hamma in einem 300 Fuß tiefen Hohlweg fließt; die Ufer dieses Hohlweges sind beinahe senkrecht und bestehen aus hartem, geologischen Bildungen und bedürfen daher — roh ausgedrückt — nur eines Dammes, um einen mächtigen Wasserfall zu bilden. Was vom Jarmuk gesagt worden ist, hat auch in geringerem Grade auf den Jabbok Bezug, einen anderen Nebenfluß des Jordan, der vom transjordanischen Gebirge herfließt. Eine Beschreibung der mächtigen Wasserfälle Palästinas wäre nicht vollständig, würden wir zwei wichtige Ströme, die vom Gebirge Moab in das Tote Meer fließen, nämlich den Amon und den Zerka-Main, nicht erwähnen. Diese beiden Ströme gruben sich tiefe Betten im harten Stein und trocknen nie aus. Der Audja-(Jarkon-)Fluß, in dessen Nachbarschaft Petach-Tikwah liegt und welcher in das Mittelländische Meer vier Kilometer nördlich von Jaffa mündet, bildet viele natürliche Wasserfälle in seinem mittleren Lauf; ihre Kraft, wenn auch nicht so beträchtlich wie in den Fällen des Jordan und des Jarmuk, ist nichtsdestoweniger bedeutend, besonders für das lokale Bedürfnis des Kreises. III. Alle palästinensischen Wasserkraftprojekte sind praktisch mit Bewässerungsplänen eng verbunden. Dies versteht sich leicht, wenn man bedenkt, daß die Landwirtschaft, die schon jetzt die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung ist, in der Entwicklung des Landes eine nochi viel wichtigere Rolle spielen wird. Verschiedene Sachverständige haben verschiedene Schätzungen der potenziellen Wasserkraft Palästinas gegeben. Die letzten Berechnungen ergaben die Zahl von einer Million Pferdekräften zusätzlich eines Wasserzuschusses, der für die Bewässerung von 1 200 000 Acker Landes ausreicht. Während es vorläufig noch keinen Sinn hätte, Elektrizität in solchem Ausmaße zu erzeugen, sollte man nichtsdestoweniger bedenken, daß, von der zukünftigen Entwicklung ganz abgesehen, die zahlreichen Brunnen der Ebenen, die jetzt in den jüdischen Siedlungen durch Heizmotore und blinde Pferde in den Araberdörfern in Betrieb gehalten werden, beträchtliche Mengen elektrischer Kraft in Anspruch nehmen könnten. Außerdem wäre die geplante Elektrifizierung aller Eisenbahnen des Landes von höchst wichtigen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen begleitet.

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