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Das jüdische Echo · 1922-01-27 · 4 (27.1.1922) · p. Seite 54

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
4 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
Seite 54 (sequence 10)
Language
German
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54 Das Jüdische Echo Nr. 4 Scharen ihrer Glaubensgenossen in anderen Ländern haben Jahrhunderte daran gearbeitet, ihrer Kirche eine alle anderen kirchlichen Mächte überragende Position im Heiligen Lande zu schaffen. Ein Mittel hiezu war eine ständige Vergrößerung des Besitzes an Grund und Boden der geheiligten Erde, dem auf der anderen Seite eine großzügige, vor der Ausgabe großer Summen nicht zurückschreckende Wohlfahrts- und Kulturarbeit gegenüberstand. Der Repräsentant dieses ganzen Wirkens war der Jerusalemer Patriarch in der türkischen Zeit, der nur dem Patriarchen von Konstantinopel untergeordnet war. Die riesigen Einnahmen des Patriarchats versiegten plötzlich im Weltkrieg. Der Versuch, bei den orthodoxen Gläubigen aller Welt nach dem Kriege Mittel aufzutreiben, schlug fehl, die Lebenshaltung der Geistlichkeit wurde immer dürftiger. Da wandte sich der Patriarch Damianos an die zionistische Palestine Land Developement Co. und bot ihr den Kauf von Grundstücken in Jerusalem an. Gegen den großzügigen Patriarchen begann nun im eigenen Lager eine Kampagne, die schwere Zerwürfnisse im Schoße der Gemeinde zur Folge hatte. Endlich kam der Vertrag am 12. Juli 1921 zustande, mußte aber erst von der Landesregierimg die Bestätigung erhalten. Diese setzte eine Kommission ein, welche über die Erleichterung der finanziellen Situation des Patriarchats beraten und auch über den Bodenverkauf entscheiden sollte. Nach monatelangen Verhandlungen, während welcher immer neue Schwierigkeiten auftauchten, wurde endlich am 19. Dezember 1921 der Vertrag vom High Commissioner bestätigt. Somit ist nun ein Jerusalemer Gebiet im Werte von etwa einer Viertelmillion Pfund aus dem Besitze der Kirche in den der jüdischen Gemeinschaft übergegangen. Dieses Gebiet enthält Teile von hohem Wert im Zentrum Jerusalems, gegenüber dem Mamiillahteich, nahe dem Jaffa-Tor. auf dem Wege zum Bahnhof und an der Jaffastraße. Gemäß dem Gedanken, der die Anhänger deT neujüdischen Bewegung nach Erez Israel geführt hat, soll dieser Boden alsbald dem Ziele jüdischer Arbeit zugeführt werden. Auf ihm soll ein jüdisches Verkehrs- und Geschäftszentrum erstehen. Die Kaufleute, deren Betriebe heute keine Ausdehnungsmöglichkeiten haben, sollen hier gute, moderne Magazine errichten können, ohne fernerhin den willkürlichen Preissteigerungen arabischer Hauswirte ausgesetzt zu sein. Und die, welche nach den letzten blutigen Ereignissen sich scheuen, weiter verstreut unter den Arabern der alten Stadt zu leben, sollen sich hier zu einer starken und kraftvollen jüdischen Kolonie zusammenschließen. So wird der bisher brachliegende Boden Jerusalems im jüdischen Besitze bald in weitgehendem Maße benützt sein und' als ein Symbol jüdischen Fleißes dastehen. Neue Bodenkäufe Jerusalem. Die Palestine Land Developement Co. hat zwischen den Kolonien in der Jesreel-Ebene 22 000 Dunam Bodens käuflich erworben, wovon sie 8000 Dunam der amerikanischen Zion Commonwealth abgetreten hat. Landkauf bei Mischmar Hajarden Die Kolonie Mischmar Hajarden erwarb südlich der Kolonie am Westufer des Jordan 3500 Dunam fruchtbaren Bodens, der für die Kultivierung sehr geeignet ist, wodurch auch die Wasserfrage für die Kolonie geregelt wird. Die Petach-Tikwah-Bahn Die neue Eisenbahn Petach^Tikwah-Ras-es-Ein beschränkt sich vorderhand nur auf Warentransport, der jetzt, infolge der Orangenernte, ziemlich groß ist. Die Eisenbahnverbindung ist noch temporär, der endgültige Bau soll bald vollendet werden, ebenso die Eisenbahnbrücke. Zum Stationsvorstand in Petaeh Tilkwah wurde ein Jude, der bisherige Gehilfe des Stationsvorstandes von Rasel-Ein, ernannt. Ansiedlung jüdischer Legionäre Jerusalem. Eine aus 25 Mitgliedern bestehende Gruppe ehemaliger jüdischer Legionäre hat sich zum Zwecke der Ansiedlung als Kolonisten organisiert. Die „Ica“ bewilligte ein Budget von 360 ägyptischen Pfund für jeden dieser Legionäre, um ihnen die Ansiedlung auf Ica-Boden in Palästina zu ermöglichen. Die Einwanderung im Dezember J. C. B. erfährt aus Jerusalem, daß im Monat Dezember v. J. 1100 Personen nach Palästina eingewandert sind. Diese Zahl bedeutet im Vergleich zur Einwanderungsziffer im November (765 Personen) eine Steigerung von 335 Personen. Kein Erfolg der antizionistischen Araberdeputatiou London. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Im Londoner „Observer“ vom 8. d. M. erklärt der bekannte Orientfachmann Sir Valentine Chirol in einem längeren Artikel, „Britische Politik im Osten“, daß die Deputation, welche die Araber in Palästina vor einigen Monaten nach London sandten, mit leeren Händen zurückgekehrt sei. POBZELL4N-NIEDERL46S MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »3 gegenüber der FeldhermhaUe GRÖSSTE AUSWAHL IN OEBBAl'OHSPOBZELLAI TÄGLICHE LAGEBEBGÄNZVNG

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