Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1922-01-27 · 4 (27.1.1922) · p. Seite 56

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
4 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
Seite 56 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9072829-9103027-9145365--04764-9077432
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

56 Das Jüdische Echo Nr. 4 Die gegenwärtigen bescheidenen Bedürfnisse des Landes (für Beleuchtung. Pumpen. Beheizung und industrielle Zwecke) belaufen sich annähernd auf 10 Millionen Kilowattstunden jährlich. Für die Elektrifizierung der bestehenden Eisenbahnen wäre außerdem ein Zuschuß von 30 Millionen Kilowattstunden jährlich erforderlich. Zur Deckung dieses Bedarfs würde die Errichtung einer Kraftstation am unteren Teile des Jordan genügen, die imstande wäre, 100 000 Pferdekräfte in vierundzwanzig Stunden zu erzeugen. Diese Kraftstation würde gleichzeitig etwa 200 000 Kubiikyards Wasser für Bewässerungszwecke liefern. Es ist berechnet worden, daß die Anlage ein Kapital von 2 Millionen Pfund Sterling erfordern würde; der beabsichtigte Beitrag durch den Keren Hajessod wurde gegenwärtig mit 200 000 Pfund Sterling festgesetzt. Die Zahl der bei diesem Projekt unmittelbar beschäftigten Arbeiter würde sich auf dreitausend belaufen und wenigstens ebensoviele würden bei verschiedenen Hilfsarbeiten, wie Transport Lebensmittelerzeugung usw. Beschäftigung finden. Zur Nutzbarmachung des Audshaflusses für den Bedarf der unmittelbaren Nachbarschaft — besonders für Jaffa, Tel-Awiw und Petach-Tikwah — müßte das Kapital von etwa 100 000 Pfund Sterling aufgebracht werden. Ein beträchtlicher Teil davon könnte aus lokalen Mitteln erlangt werden. IV. Die Ausführung selbst des mäßigsten hydroelektrischen Entwurfs bringt heutzutage sehr große Ausgaben mit sich. Es kommt nicht hauptsächlich auf die Auslagen für das Stationsgebäude und die Verteilung der Energie an. In einem Lande wie Palästina, wo in 6 bis 7 Monaten des Jahres kein Regen fällt, wo die Verdampfung intensiv ist, müssen Maßnahme für die Erhaltung der Wasservorräte während der trockenen Jahreszeit getroffen werden. Dies bedingt viele Steinarbeiten und den Bau kostspieliger Dämme und Schleusen. Doch selbst damit ist noch nichts getan. Eine Station zwischen dem See Huleh und Tiberias würde eine genaue Aufsicht über den oberhalb der Station liegenden Teil des Jordan, außerdem die Aufforstung gewisser Flächenräume, Kanalisation und Aushöhlung gewisser Teile und die Versorgung mit Reservoiren erfordern. Auf die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Wasserkraft und Landwirtschaft in Palästina zurückkommend, sei darauf hingewiesen, daß die Erzeugung von Nährstoffen und technischen Bestandteilen pflanzlicher oder tierischer Beschaffenheit gegenwärtig als ein Zweig der Fabrikindustrie betrachtet wird. Die wissenschaftlichen Methoden und die in der Landwirtschaft der am meisten fortgeschrittenen Länder angewandten Erfindungen bringen die Benützung zahlreicher Geräte mit sich, die, was Palästina betrifft, von lokalen Kräften besorgt und betrieben werden könnten. Es ist erwähnenswert, daß zum Beispiel die Verdichtung des atmosphärischen Stickstoffs durch die Elektrizität ein Phänomen im täglichen Leben mehrerer Länder geworden ist. Man braucht nicht viel Einbildungskraft, um sich vorstellen zu können, was es für die Landwirtschaft Palästinas bedeuten würde, wenn ein gewisser Teil der gewonnenen elektrischen Einheiten der Erzeugung von Nitro gen Verbindungen gewidmet werden könnte. Von ihrer Anwendung in der Landwirtschaft abgesehen, können diese Verbindungen in der chemischen Industrie häufigen und höchst wichtigen Gebrauch finden. Es ist auch oft von der Nutzbarmachung der im Wasser des Toten Meeres enthaltenen Mineralien gesprochen worden. Bei der Verwirklichung dieses Planes würde uns die Elektrizität wieder sehr behilflich sein, da die Auflösung minderwertiger zusammengesetzter Substanzen und ihre Umgestaltung in hochwertige Chemikalien durch Hydrolyse erzielt werden kann. Um Landwirtschaft betreiben zu können, müssen — in welchem Lande immer — Boden, Sonne und Feuchtigkeit vorhanden sein. Zum Glück hat Palästina genügend leerstehenden Boden und sehr viel Sonnenhitze. Das dritte Element ist unglücklicherweise nur an wenigen Orten vorhanden und es ist von größter Wichtigkeit, daß die Feuchtigkeit, die sonst verloren ginge, gleichmäßig verteilt werde. Wie am Anfang dieses Aufsatzes schon erwähnt wurde, bestehen große Flächenunterschiede zwischen den verschiedenen Teilen des Landes, und um die Verteilung durchzuführen, wird die Anwendung von Energie notwendig sein. Elektrizität ist die Naturkraft, die in Palästina für Bewässerungszwecke angewendet werden soll. Die Erzeugungsmöglichkeiten eines bewässerten Flächenraumes im Vergleich mit einem unbewässerten sind so groß, daß, wären die notwendigen Auslagen noch so hoch, es doch ein einträgliches Geschäft wäre. Gemeinden-u.Vereins-Eclio Blau-Weiß. 2. Zug. Samstag 4.30 Uhr Heimnachmittag 2. Gruppe bei Erich. Sonntag 8.30 Uhr (Endhaltestelle Linie 19) Steinhausen. Zum Kochen: Mehl, Zucker, Fett, Kakao. Mittwoch 5.45 Uhr Arbeitskurse im Heim. Zionistische Ortsgruppe. Generalversammlung am Dienstag, dem 7. Februar abends 8 Uhr im K.J.V., Bayerstraße 67/69. Näheres siehe Inserat. An alle zionistischen Ärzte und Rechtsanwälte. Allen zionistischen Ärzten, Zahnärzten u. Rechtsanwälten möchten wir an dieser Stelle folgende *• KRIU-UCKO DAS HAU Sllilifct W%I%^#THEATINERSTR.16 TELEFON 27831—33 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGM&DCH EN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.