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Das jüdische Echo · 1922-01-13 · 2 (13.1.1922) · p. Seite 21

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
2 (13.1.1922)
Date
1922-01-13
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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M r. 2 Das Jüdische Echo 21 Sache führt, fatal ist für ihre Bewegung, wie für die richtige Entwicklung des Landes. Indem man fortwährend kritisiert, was von der Regierung nicht gemacht wurde, ist man geneigt, das bereits Erreichte zu vergessen. Seit Dezember 1917 ist das Hebräische mehr und mehr eine offizielle Sprache geworden, ln Jerusalem wurde ein jüdischer Vizebürgermeiister ernannt, ein Fall, der seinesgleichen nicht hat in der Geschichte des türkischen oder arabischen Palästina. Juden sind in den meisten Zweigen der Verwaltung vertreten und die Regierung erwartet nur einige greifbare und schöpferische Anzeichen von Kapital oder Entwicklung, um die Durchführung der Politik Großbritanniens in Palästina fortzusetzen.“ Der Regierungsvertreter hält es von größter Wichtigkeit, daß freundliche und harmonische Beziehungen zwischen den verschiedenen Stämmen und Religionen der Bevölkerung Palästinas bestünden und für sehr bedauerlich, daß die zionistischen Führer die sephardischen Elemente der Juden nicht heranziehen. Die Sephardim stehen in enger Fühlung mit der eingeborenen Bevölkerung des Landes, sprechen so gut arabisch wie hebräisch und würden freudigst am Aufbauwerk mithelfen, wenn sie nur die leiseste Ermunterung von ihren Glaubensgenossen erhielten. Der jüdischen Presse in Jerusalem macht er den Vorwurf, daß sie die Zwischenfälle zu sehr aufbausche und gegen die englische Regierung ausschlachte. Das Palästinamandat und der Vertrag von S&vres Interview eines Vertreters der J. P. Z. mit Prof. Rappard, Direktor der Mandatskommission des Völkerbundes. Prof. R.: „Im Laufe des Monats Januar 1922 wird eine Sitzung des Völkerbundsrates stattfinden. Ich kann Ihnen aber noch nicht bestimmt sagen, ob die Frage des Palästinamandates dort verhandelt werden wird, da diese Frage mit dem Vertrage von Sevres eng zusammenhängt.“ J. P. Z.: „Darf ich Sie um Aufklärung bitten, inwiefern diese beiden Fragen Zusammenhängen?“ Prof. R.: Bis zum Inkrafttreten des Vertrages von Sevres ist Palästina de jure noch als Teil des ottomanischen Reiches zu betrachen, der von England militärisch okkupiert ist. Erst durch Ratifizierung des Vertrages von Sevres erhält England endgültig das Mandat über Palästina. Nun ist es aber kaum zu erwarten, daß nach den von Frankreich durch Franklin Bouillon getroffenen _ Abmachungen mit Angora und den letzten Ereignissen in Kleinasien der Sevres-Vertrag unangetastet aufrecht erhalten bleibt. Trotzdem kann ich Ihnen versichern, daß die englische Regierung die Bestrebungen des Zionismus zu verwirklichen beabsichtigt. Auf diese Weise ist nunmehr ein Circulus vitiosus entstanden. Die zionistischen Führer verlangen von der englischen Regierung die Ratifizierung des Mandates durch den Völkerbund, da ohne eine solche die jüdischen Immigranten und Finanziers keine Möglichkeit haben, ihre konstruktive Arbeit in Palästina fortzusetzen. Andererseits verlangt die englische Regierung von den Zionisten vorerst die Erbringung des Beweises ihrer Leistungsfähigkeit. Vielleicht könnte die Washingtoner Konferenz diese Sachlage zum Guten ändern.“ Die katholische Kirche und der Zionismus Äußerungen eines höheren Prälaten. Von Dr. M. Beilinson (Rom). Ich hatte hingst Gelegenheit, mit Professor Ernesto Buonainti, einem der bedeutendsten Gelehren und hervorragenden Repräsentanten des katholischen Klerus Italiens, über das Verhältnis der katholischen Kirche zum Zionismus zu sprechen. Buonainti, welcher im jugendlichen Alter von 22 Jahren Professor der Philosophie an der Unilversitä Ecclesiastica in Rom, der päpstlichen Hochschule, wurde, ist gegenwärtig Professor für Geschichte des Christentums an der Universität in Rom. Auf seinem Spezialgebiet hat er wertvolle Schriften über den heiligen Augustinus und andere Kirchenväter verfaßt. Gegenwärtig redigiert Professor Buonainti eine bedeutende Zeitschrift für theologische Wissenschaft, „Rivistä di Theologia“. Er gehörte ehedem zu den Führern der modernistischen Bewegung, blieb aber der Kirche treu, obwohl er io vielen Fragen von den im Vatikan herrschenden Ansichten abweicht. Dennoch gehört er zu den Intimen des Staatssekretärs vom heiligen Stuhl Gaspari. Professor Buonainti ist ein Mann von vielseitiger Bildung, ausgezeichnetem Rednertalent und betätigt sich auch publizistisch und schriftstellerisch. Er hat mehrere Bücher über politische Fragen herausgegeben, die in Italien viel gelesen werden, wie Buonainti überhaupt zu den populärsten Persönlichkeiten Italiens gehört. Beim Vatikan selbst steht er in hohem Ansehen. Seine Ansichten über den Zionismus decken sich nicht mit dem zionistischen Standpunkt, sind jedoch angesichts der Persönlichkeit und des Einflusses Buonainti's von größtem Interesse. L. Kielleuthner kg!, bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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