Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 2 (13.1.1922)
- Date
- 1922-01-13
- Page
- Seite 18 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Das Jüdische Echo Nr. 2 ihnen die Pioniere für Palästina. Aber je größer ihre Zahl wird, umso mehr wächst die Verantwortung. Diese Menschen warten auf das jüdische Volk, daß es ihnen die Möglichkeit gebe, sich in Palästina zu verankern. Sie werden nicht jahrelang Steine brechen können und deswegen kommen wir und sagen: Schaffet das Instrument, welches die Möglichkeit gibt, nicht nur diese im Lande festzuhalten, sondern auch die Tausende, die jetzt auf allen Wegen und Straßen, auf allen Dampfern und Eisenbahnzügen hiinziehen und an die Tore Palästinas pochen. Wir müssen ihnen sagen: Es gibt keinen Eingang, denn das jüdische Volk hat nicht die Möglichkeit gegeben, daß der Eintritt vorhanden sei. Bringen Sie -nicht uns und sie in diese Lage, denn das werden die Völker Europas nicht verstehen. Daß die Juden kein Geld haben, das wird ihnen niemand glauben. Wir stehen vor einer schweren und schicksalsreichen Zeit. In einer Welt, in der alles in Trümmern liegt, wollen wir den Aufbau unternehmen fast mit gebundenen Händen. Ein großer 'Feil unseres Volkes kommt ökonomisch und in gewisser Beziehung politisch nicht in Betracht. Aber eine große jüdische Gemeinschaft in Amerika wird sich allmählich der Verantwortung bewußt und beginnt die Mittel zu ersetzen, die sonst vielleicht aus dem Osten gekommen wären. Aber das ist nicht genug. Denn die Zeit drängt und wir werden die Erfüllung unserer Verpflichtungen nicht auf die Dauer hinausschieben dürfen. Es ist nötig, daß jeder in seinem Lande sich der Anstrengung bewußt werde, die er zu machen hat, Schwierigkeiten dürfen keine Ausrede sein. Die Schwierigkeit ist da, es gibt aber nur ein Mittel, sie zu überwinden, die Arbeit. Eine der Ausreden, die man uns gegenüber anwendet, ist die, daß man uns auf die guten Zeiten vertröstet, die kommen werden, und verspricht, dann alle möglichen privaten Unternehmungen in Palästina beginnen zu wollen. Sicherlich wird Palästina zum Teile auch von privaten Anstrengungen aufgebaut werden und es nicht Sache der Zionisten, diese irgendwie zu entmutigen. Im Gegenteil! Sie soll gefördert werden. Aber man muß in Betracht ziehen, daß diese Privatinitiative nur dann zu einem ernsten Faktor werden wird, wenn der Unterbau fest ist, wenn die politischen Verhältnisse stabil sind. Die Sicherheit in Palästina aber hängt nicht von den englischen Bajonetten ab, denn ein großer Staatsmann hat gesagt, daß man nicht auf die Dauer auf Bajonetten sitzen kann. Sie hängt vielmehr ab von den einwandernden Juden und ihrer Zahl. Wer heute nach Palästina wandert, ist nicht der kleine Kapitalist, es ist der Chaluz und er sichert den Weg durch seine Mühe und durch seine Anstrengungen auch für die anderen, die nachher kommen werden. Für ihn aber sorgt der Keren Hajessod und nicht die Privatinitiative. Deswegen muß die vorstaatliche Arbeit geleistet werden, damit wir dann Tür und Tor öffnen können für alles, was dann kommen wird. Bis es leicht sein wird ins Land zu kommen und sich dort festzusetzen, dann wird unsere Arbeit vielleicht überflüssig werden. Ich schließe mit dem Wunsche, daß die Zeit, da man keine Zionisten mehr brauchen wird, schnell kommen möge und zu ihrem Herannahen müssen alle beitragen. Dann wird das neue Lied in Palästina ertönen und dieses wird in alle Winkel der Erde etwas Neues, etwas noch nie Gehörtes ins Leben hineintragen. Das ist unsere Aufgabe in ihrer Schwere und ihrer Schönheit. Die Sitzung des zionistischen Äktionskomitees in Wien Die Beschlüsse In der Abstimmung wurden folgende Anträge des Finanz- und Wirtschaftsrates angenommen: Board of Trustees des J. N.-F. „Das Actions-Comite beschließt, einen Board of Trustees des Jüdischen Nationalfonds zu schaffen mit der Aufgabe, die oberste Kontrolle über die Finanzen des Jüdischen Nationalfonds auszuüben und dem Actions-Comite periodisch über die Nationalfondsverwaltung zu berichten.“ Kompetenz des jüdischen Nationalfondsdiirektoriums. „Die in Palästina wohnhaften Direktoren des Jüdischen Nationalfonds werden ermächtigt, im Rahmen des Budgets die laufenden Geschäfte des Jüdischen Nationalfonds zu leiten. Prinzipielle Fragen und solche Angelegenheiten, welche über den Rahmen des bewilligten Budgets hinausgehen, sowie die Beschlußfassung über das Budget selbst (unbeschadet des Budgetrechtes des Kongresses, bezw. des Zentralrates) sind dem Gesamtdirektorium Vorbehalten, eventuell auf dem Wege der schriftlichen Abstimmung. Die Direktoriumsbeschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefaßt.“ Es wurde beschlossen, die Höchstzahl der Nationalfondsdirektoren von sieben auf neun zu erhöhen, vorläufig jedoch nur acht Stellen zu besetzen. Das Actions-Comite beschloß die Wahl folgender Herren ins Direktorium: Dr. Hantke, Böhm, Farbstein, Schocken (Governor), Ussischkin (Governor), van Vriesland, W i 1 k a n s k y . Professor W a r b u r g. Den Herren Dr. Bodenheimer und Kremen etzky, die seit der Begründung des Jüdischen Nationalfonds an dessen Spitze standen und jetzt auf selbslose Weise zur befriedigenden Lösung der mit der Neuorganisierung des Jüdischen Nationalfonds zusammenhängenden Fragen beigetragen haben, wurde vom Vorsitzenden Dr. Hantke der Dank des Actions-Comites ausgesprochen. Schekel-Aktion. Hierauf wurden die Anträge der Exekutive, betreffend die Festsetzung der Schekelpreise und Organisierung der Schekel-Aktion für das Jahr 5882, in Behandlung gezogen ..und nach einer längeren Debatte mit gewissen Änderungen angenommen. Der Preis des Schekels für Österreich wurde mit K. 200, für Polen mit 150 poln. Mark festgesetzt; für die anderen Länder wird die Exekutive den Preis des Schekels bestimmen. In Verbindung damit wurde folgender Antrag des Herrn Lichtheim angenommen: „Das Actions-Comite bevollmächtigt die Exekutive, mit Hilfe aller Landes- und Sonderverbände einen besonderen Beitrag für die organisatorischen und politischen Bedürfnisse der Leitung erheben. Der Beitrag soll in solcher Höhe auf die Landes- und Sonderverbände gelegt werden, daß er zusammen mit den Schekolim alle organisatorischen und politischen Bedürfnisse der Zionisischen Organisation deckt.“ Die Vertreter des Jischuw in der Exekutive. Hierauf gelangte nachstehender . Antrag der Exekutive zur Annahme: „Auf Grund des Beschlusses des XII. Kongresses erklärt sich das