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Das jüdische Echo · 1922-01-13 · 2 (13.1.1922) · p. Seite 17

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
2 (13.1.1922)
Date
1922-01-13
Page
Seite 17 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 17 beziehen, unseren guten Namen, den wir auch einschätzen sollen. Das seien die Bedingungen zum Mitarbeiten — nicht zum Mitreden. Hier ergebe sich eine merkwürdige Analogie — fuhr Präsident Weizmann fort — von der er sprechen müsse, obgleicher niemanden absichtlich beleidigen wolle. Es sind noch andere Leute vorhanden, die nicht wollen, daß die jüdische Agency in den Händen der Zionisten bleibe. Die Araber reden genau so wie unsere jüdischen Gegner; die Zionisten repräsentierten nicht das ganze Volk, sie säßen vielfach außerhalb Palästinas. Es sind immer die gleichen Argumente. So haben sich verschiedene Kräfte zusammengefundcn, Juden und Nichtjuden im edlen Kampfe gegen unsere Agency. Es ist eine schwere Sünde und Verantwortung, welche diese Leute auf sich nehmen. Aber ich sage Ihnen: Das Mandat wird bestätigt werden in der Form, in welcher es vorliegt. Noch vor der BaJfour-Deklaration irn Juni 1917 traten gegen unsere Bestrebungen die mächtigsten Juden der Welt in London auf, während wir ein Häuflein waren, welches weder das Geld noch den Namen oder die soziale Position hatte wie jene. Es ist jenen mißlungen, es wird auch diesen mißlingen, die Bestätigung des Mandats in der vorliegenden Form zu verhindern. Weil die Völker der Erde, die uns die Deklaration gegeben haben, und uns das Mandat bestätigen werden, historisch tief erdenken, als man glaubt. Im Namen eines Volkes, das auf allen Schlachtfeldern blutete und verlor und auf keinem gewann, sprachen wir. Aber gerade weil wir die jüdische Sprache redeten, darum konnte man unsere Stimme auch im Klirren der Waffen hören. Hätten wir gesprochen wie englische Diplomaten, so wäre unsere Stimme nicht zu unterscheiden gewesen von denen der anderen. Diplomaten hat Balfour bessere gesehen, als wir stellen konnten, aber Juden nicht. Und darum war das Verständnis für den geschichtlichen Werdegang des jüdischen Volkes, für den einzigartigen Prozeß, der sich in unserem Volke abspielte, vorhanden. In diesem Kriege, wo jedes, auch das kleinste Volk seine nationalen Ansprüche erhob und durchzusetzen suchte, konnte man verstehen, daß eine alte Nation mit einer großen, ruhmreichen Vergangenheit ein Recht hat auf ein Winkelchen der Erde, von wo sie das mächtigste aller Worte gesprochen hat. Das war unsere unzerstörbare Macht und darum sind wir durchgedrungen. Und darum wird das Mandat bestätigt. Nun liegt es auf unseren Schultern. Wir machen jetzt alle Schwierigkeiten durch,, die sich auftürmen, wenn man von politischen. Formen ins wirkliche Leben überzugeihen hat. Die allergrößte Schwierigkeit äußerer Natur ist das Verhältnis zu den Arabern. Vieles ist zwischen uns und den Arabern getreten, seit Jahrhunderten kennen wir uns nicht mehr, jene sind im Orient zurückgeblieben, wir haben ein europäisches Kleid angelegt, sind untergetaucht in der europäischen Kultur und sind so jenen unkenntlich geworden. Auch sind Freunde da, die dafür sorgen, daß man sich nicht erkennt. Aber die Führer unter den Arabern beginnen zu verstehen, daß im Aufbau des neuen Ostens und für den Fall, daß ein arabischer Staat entstehen sollte, die Juden mit-, arbeiten werden unter der Bedingung, daß Palästina ein Judenland werden muß. Es ist nicht leicht, die Erkenntnis unter den vielen Mißverständnissen, die sich häufen, klar werden zu lassen. Aber die schwere, langsame Arbeit wird von uns geleistet und sie ist vielleicht die allerwichtigste politische Arbeit, die uns jetzt bevorsteht. Dazu gehört Geduld, und diese Qualität, glaube ich, besitzen wir Juden in genügendem Maße. Wir sehen vielleicht schweren Zeiten entgegen, aber wenn alles leicht wäre, so wären die anderen Zionisten. Nun gibt es noch eine Großmacht und mit der muß man am allermeisten verhandeln. Das ist das jüdische Volk selbst. Ich hatte die Genugtuung, die Menschen bei/ der Arbeit in Palästina zu beobachten und habe mich immer gefragt: ist es möglich, daß die richtigen Menschen am Platze sind, wenn die Stunde schlägt? Die Antwort, die man uns gibt, indem man darauf hinweist, was alles die Juden in den Ländern der Zerstreuung geleistet haben, hat mich nie befriedigt, weil eine Grundverschiedenheit in der Arbeit hier und dort besteht. Hier kommen wir hinein in fertige ökonomische Formen, denen wir uns nur anzupassen haben, dort muß die Form aus sich selbst heraus geschaffen werden und deswegen ist es, daß wir sehen, daß die ungeheuer vielen klugen Juden, die wir auf den Börsen und an den Universitäten haben, ihre Klugheit einbüßen, wenn sie nach Palästina gehen, weil man dort umlernen und sich ganz neu einstellen muß. Ich sah unsere neuen Menschen auf den Straßen und Wegen und in den Sümpfen arbeiten, ich sah, wie die Engländer auf sie sahen und wie sich, jene an die Erde klammerten. Das sind die Männer, welche den Grundstein für Aufbau legen werden. Ein merkwürdiges Wunder ist geschehen: Die Zarenarmee, welche 'hausende von Juden zum Straßenbau und ähnlichen Arbeiten zwang, machte aus p

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