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Das jüdische Echo · 1922-01-13 · 2 (13.1.1922) · p. Seite 16

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
2 (13.1.1922)
Date
1922-01-13
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 Das Jüdische Echo Nr. 2 Loewe, Dr. Sandler und Dr. J. Strauß. Geheimrat v. Wassermann, der verhindert war, hatte sein Fernbleiben entschuldigt. Nachdem Einstein den Herren Weizmann vorgestellt hatte, erstattete Weizmann einen Bericht über die bestehenden Pläne. Das erste Institut soll ein Komplex sein für angewandte Naturwissenschaften physikalischchemisch-biologischer Natur, das einerseits ein Forschungsinstitut hohen Ranges sein soll, andererseits zugleich der Lösung der praktischen Fragen dienen soll, die sich beim Aufbau des Landes auf diesen Gebieten ergeben werden. Weizmann berichtete auch .über die Aktion der amerikanischen jüdischen Ärztevereinigung zur Errichtung der medizinischen Fakultät und über die für das von ihm vorgeschlagene InsFtut bereits vorhandenen namhaften Mittel. Seine Ausführungen wurden mit großem Interesse aufgenommen und gaben Anregung zu einer ausführlichen Diskussion, die sich vor allem um den Punkt drehte, ob das Institut ein reines Forschungsinstitut sein solle, oder ob es in der von Weizmann vorgeschlagenen Art auch praktischen Zwekken dienen solle, oder aber ob ein richtiges Universitätsinstitut mit Lehrbetrieb vorzuziehen ist. Als Ergebnis der Aussprache, in deren Verlauf auch Prof. Loewe über die vorbereitenden Schritte zur Schaffung der Universitätsbibliothek berichtete, wurde ein aus den Herren Geheimrat Morgenroth, Prof. Neuberg und Dr. Sandler bestehendes Komitee eingesetzt, das die Aufgabe hat, das gesamte Material zu prüfen und einer nächsten Sitzung insbesondere über die bereits bestehenden Institute und die Projekte Bericht zu erstatten. Am 20. Dezember stattete Dr. Weizmann dein Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin einen Besuch ab. Er wurde im Präsidialzimmer des Verwaltungsgebäudes feierlich empfangen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Geheimrat Stern, hielt an Dr. Weizmann eine Ansprache, in welcher er seiner Genugtuung Ausdruck gab, daß der Berliner Gemeinde die Ehre dieses Besuches zuteil werde. Geheimrat Stern führte aus, daß man der Kraft der zionistischen Bewegung Bewunderung zollen müsse, wie immer inan sich zu ihr sonst stellen mag. Der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung, Gewerberat Plotke, versicherte namens der Repräsentanten versa m inlung der Berliner Gemeinde, der ja auch bewährte zionistische Vertreter angehören, daß sie die Ideen des Gastes zu würdigen wisse und daß die Berliner Judenheit sicherlich das große jüdische Werk des Aufbaus Palästina s n a c h K r ä f t e n u n t e r s t ii t z e n werde. Als ältester Rabbiner der Stadt Berlin sprach hierauf Rabbiner Dr. Weiße, der besonders die religiöse Bedeutung des Zionismus hervorhob. Dr. Weizmann erwiderte in einer Ansprache, in der er betonte, es sei ihm eine hohe Ehre, von einer der größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden der Welt in dieser freundlichen Weise auf genommen zu werden. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Parteiunterschiede zwischen den Juden angesichts der großen Aufgabe, die dem Gesamtjudentum gestellt sei, zurücktreten werden und daß alle Juden in gleicher Weise ihre Kräfte für den Aufbau des jüdischen Palästina einsetzen werden. Hierauf wurde ein Frühstück eingenommen, irl dessen Verlauf noch Dr. Sandler als Vorstandsmitglied der Gemeinde und alter Zionist einen Toast auf Dr. Weizmann ausbrachte. Am 22, Dezember fand eine interne Versammlung von etwa 150 der prominentesten jüdischen Persönlichkeiten Berlins statt, zu welcher Prof. Einstein, Prof. Kalischer, Prof. Mittwoch. Generalkonsul Landau, Direktor Oskar Wassermann und Justizrat Dr. Magnus eingeladen hatten. Weizmann berichtete dort eingehend über die politische Lage und die Schwierigkeiten beim Aufbauwerk. Seine Ausführungen machten einen außerordentlich starken Eindruck. Der Abend wurde von allen Teilnehmern als ein Ereignis von außerordentlicher Bedeutung gewürdigt. Die Rede Weizmanns im Sofiensaal zu Wien Am Sonntag, den 25. Dezember, fand in Berlin in Anwesenheit Professor Weizmanns die außerordentliche Landeskonferenz der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt, die interessante Debatten über die Lage in Palästina und in der zionistischen Organisation brachte. Von Berlin begab sich Prof. Weizmann zur Sitzung des zionistischen Aktionskomitees in Wien, dessen Beschlüsse wie weiter unten veröffentlichen. In Wien hielt Herr Dr. Weizmann im Sofiensaal bei gewaltiger Beteiligung der städtischen Massen eine Rede über „die jüdische Arbeit für den Aufbau Palästinas“. Zunächst sprach Präsident Weizmann von dein Mandatsentwurf für Palästina, in welchem das Wort „Wiederherstellung“ aufgenommen sei, auf welches besonderer Nachdruck gelegt werden müsse, von der Wandlung in den Anschauungen der Völker über das jüdische Volk und dem moralischen Gewinn der erreichten Erfolge, welche die Verantwortung auf die ganze Nation wälzen. Im weiteren Verlaufe seiner Rede kennzeichnete er die Stellung der zionistischen Organisation als Jewish Agency, welcher die Aufgabe zufalle, im Aufbau Palästinas mit der Mandatarmacht zusammenzuwirken als erste legale Zelle des jüdischen Volkes als juristische Einheit. Begreiflicherweise bemühe man sich von gewisser jüdischer Seite, gerade hier gegen den Zionismus anzukämpfen, und mache Versuche, diese Agency an sich zu reißen. Aber diese Juden müßten erst ihr Eintrittsgeld bezahlen und auch die zionistischen Imponderabilien in den Kauf ein- Me uh aus ersfr. 15, gegenüber der alten Jlkodemie

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