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Das jüdische Echo · 1921-10-07 · 40 (7.10.1921) · p. Seite 504

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
40 (7.10.1921)
Date
1921-10-07
Page
Seite 504 (sequence 6)
Language
German
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504 Das Jüdische Echo Nr. 40 Der Zentralrat soll von den einzelnen angeschlossenen Organisationen gewählt werden. Das gewählte Direktorium wird sofort die Arbeiten in Angriff nehmen. Eine Spezialkommission soll bald nach Polen entsendet werden, um die Arbeit dortselbst zu vereinheitlichen. Es ist zu erwarten, daß nunmehr in das Chaos der bisherigen Emigrationsarbeit Ordnung gebracht werden wird. Mißglückte Verhandlungen der arabischen Delegation. Über den Mißerfolg der arabischen Delegation in London wissen die Zeitungen verschiedene interessante Details zu berichten. Der Londoner Korrespondent des Warschauer „Moment“ berichtet darüber folgendes: Die arabsiche Delegation machte hier viel von sich reden. Sie wandte sich an die Presse, die Parlamentsmitglieder und versuchte auch zum englischen Volke zu sprechen. Sie führte auch Unterhandlungen mit der englischen Regierung, der sie ausführlich und offen die arabischen Forderungen unterbreitete, jedoch ohne jeden Erfolg. Die Forderung auf Annullierung der Balfour-Deklaration vor Inangriffnahme von Verhandlungen mit den Zionisten wurde von Churchill zurückgewiesen, sodaß es zu diesen Verhandlungen nicht kommen konnte. Auch die zweite wichtige arabische Forderung, Schaffung einer nationalen Regierung in Palästina mit voller Autonomie oder mit anderen Worten Regierung Palästinas durch ein von der jetzigen Bevölkerung gewähltes Parlament hatten keinen größeren Erfolg. Die neue Konstitution wird bloß einen Rat schaffen, der zu 49% aus gewählten und 51% aus von der Regierung ernannten Mitgliedern bestehen wird. Die Zionistische Organisation verlangt, daß die Juden in diesem Rat nicht weniger als 50% der gewählten und ernannten Mitglieder erhalten. Die arabische Delegation hat in dieser Zwangslage eines ihrer Mitglieder nach Genf entsandt, um beim Völkerbund gegen das Palästinamandat zu protestieren, welche Taktik sicherlich geeignet sein dürfte, Mißstimmung bei den Engländern hervorzurufen. Auch die Audienz beim Papst hat die kirchlichen Kreise in England erregt. Die englische Kirche kann nicht vergessen, daß diie Araber zuerst zum Papst gingen und jetzt versuchen, auch andere Elemente durch ihre Fahrt nach Genf mit ihren Klagen gegen England aufzubringen. Bericht über die Kundgebung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands in Köln. Der Vorstand des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands veranstaltete am 18. September 1921 in Köln a. Rh. im Anschluß an seine Plenarsitzung eine große öffentliche Kundgebung. Es nahmen Dr. Alfred Apfel-Berlin, Dr. Cora Berliner-Berlin, Kurt Neu-Berlin, Paul Aufseesser-Köln, Kurt Zacharias-Bremen, Sämy Rosenberg-Leer und Paul Eppstein-Ludwigshafen zu Zeitfragen der jüdischen Jugendbewegung Stellung. D r. Cora B e r 1 i n e r - B e r 1 i n eröffnete den Abend: Der Wille der jüdischen Jugend sei nicht einheitlich. Er weise bedeutende Impulse auf: Die jüdische Jugend sei voraussetzungslos. Die jüdische Jugend arbeitet zusammen mit aller Jugend am Neuaufbau mit primitivstem Begiriff vom Ich und von der Gemeinschaft. Neues Leben soll überall gestaltet werden und immer irgendwie jüdisch; es bedeutet Abkehr von jeglicher Gewalt und Bekenntnis zur Achtung und Liebe des neuen Menschen; Aufbau im Sozialen; ein Sozialismus ohne Parteisinn. Im brüderlichen Zusammenwirken aller Kräfte darf der Mensch nicht Mittel sein im Leben der Völker. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen zu opfern. Dies ist der Wille der Zeit, die der jüdischen Jugend möge zum Segen werden. Paul-Aufseesser-Köln erkennt aus dieser Beziehung von Mensch und Nebenmensch das Göttliche und die Verwirklichung des Göttlichen. Es gilt einen Tempel der Menschlichkeit zu bauen. Kurt Zacharias-Bremen fordert Mitarbeit am Aufbau der jüdischen Gemeinschaft, für die wir verantwortlich sind. Einsetzen für die notleidenden Ostjuden ist unsere Pflicht. Opfer verlangt die Zeit, nicht Wohltaten. Alfred Apfel-Berlin verweist auf die Vorkriegszeit, in der der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands den beachtenswerten Versuch machte, den inneren Kampf des Judentums zu überwinden, Vermittlung jüdischen Wissens zu gewähren und den Antisemitismus zu bekämpfen. Der Verband war der erste praktische Nachweis, daß es möglich sei, Tausende von Juden zu einen. Die allgemeine Gährung der Nachkriegszeit erfaßte auch die jüdische Jugend, die sich mit letzter Intensität die Frage vorlegt: Was bedeutet es, Jude zu sein. Die jüdische Jugend prüft sehr L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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