Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1921-10-07 · 40 (7.10.1921) · p. Seite 503

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
40 (7.10.1921)
Date
1921-10-07
Page
Seite 503 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103024-9145340--04366-9077191
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 40 Das Jüdische Echo 503 Aussichten. Ebenso werde sich der Völkerbund mit dem Problem der jüdischen Wanderung zu befassen 'haben. Nach dieser Richtung müssen alle Schritte einheitlich unternommen werden und nicht durch einzelne Organisationen auf eigene Faust. Die Resolution wurde zum Beschluß erhoben. Die Emigrationskonferenz beschloß einstimmig die Gründung einer Emigrationsbank und beauftragte das Zentralorgan, mit den an dieser Konferenz fehlenden großen jüdischen Organisationen, unbeschadet des charifativen und philanthropischen Charakters desselben, in der Bankgründung zu kooptieren. Die auf die Bankgründung bezughabenden Resolutionen von Dr. Bernh. Kahn (Hilfsverein Berlin) unterbreitet, lauten: 1. Die neue Bank soll die bereits bestehenden ähnlichen jüdischen Gesellschaften nicht beeinträchtigen, sondern dieselben tunlichst fördern und sich ihrer bedienen. 2. Sie soll sich zunächst mit den Geldüberweisungen befassen. Sie soll den Namen „Jüdische Zentralbank“ führen und nichts in ihrem Titel aufnehmen, was mit der Emigration zusammenhängt. Sie kann ihren Tätigkeitsbereich bloß mit ausdrücklicher Zustimmung der Gründungskörperschaften erweitern. 3. Die Bank ist eine Aktiengesellschaft mit bevorrechteten Gründeraktien. Das Gründungskapital beträgt 50 000 englische Pfund mit je 100 Pfund per Share: kleinere Stücke werden nicht ausgegeben. Die Bank wird ihren Sitz in London haben mit Korrespondenzfilialen in allen Orten, wo ein ähnliches jüdisches Institut nicht besteht. 4. In den Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien und anderen überseeischen Ländern werden Saving Banks (Sparkassen) in Verbindung mit der Zentralbank gegründet. 5. Die anwesenden Organisationen übernehmen die Kosten der Gründung. Die Tätigkeit der Bank soll sobald als möglich beginnen, selbst wenn nur ein Teil des Aktienkapitals vorhanden ist. Die Resolutionen. Prag, 27. September. (J. C. B.) Die Emigrationskonferenz nahm eine Reihe von Resolutionen an, von denen die wichtigsten lauten: 1. Die jüdische Emigrationskonferenz hält es für dringend, daß die künftige jüdische Emigrationszentrale alle Mittel in Bewegung setzt, damit die Hindernisse, welche der Auswanderung der Juden aus dem Osten Europas, insbesondere aus den Pogromgebieten, entgegenstehen, endgültig aus der Welt geschafft werden sollen. 2. Die jüdische Emigrationskonferenz hält es für eine der wichtigsten Aufgaben des jüdischen Volkes und aller jüdischen Instanzen, durch eiin geschlossenes, solidarisches Vorgehen die Eröffnung einer Reihe von Ländern, die für die Einwanderung geeignet sind, zu ermöglichen. Die künftige Zentrale soll für diese Aktionen an alle jüdischen Institutionen und alle politischen Organisationen überhaupt appellieren und zugleich durch die internationalen jüdischen Organisationen eine einheitliche Aktion vor dem Völkerbund veranlassen. 3. Da die Interessen der jüdischen Emigration eine vollständige, einheitliche Tätigkeit der auf diesem Gebiete wirkenden Gesellschaften erforderlich machen, beauftragt die jüdische Emigrationskonferenz das von ihr eingesetzte Zentralorgan, die diesbezüglichen Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Organisationen aufzunehmen. Nachdem die Sowjetregierung den am Dnjestr in der Ukraine befindlichen Flüchtlingen die Erlaubnis zur Auswanderung erteilt hat, wird beantragt: 1. Mit der rumänischen Regierung Verhandlungen zu pflegen wegen Durchlassung jener Flüchtlinge, die nach Amerika, Argentinien usw. einwandern dürfen, wie Frauen, die zu ihren Männern Eltern, die zu ihren Kindern fahren u. dgl. 2. Im Falle, daß diese Erlaubnis erteilt wird, übernimmt das Zentralorgan vor der Sowjetregierung die Verantwortung dafür, daß die Flüchtlinge unbehelligt über die Grenze geschafft werden. Vor Schluß der Konferenz wurden noch folgende Resolutionen angenommen: Indem das Interesse der jüdischen Emigration vollständige Einheitlichkeit in der Tätigkeit der Organisationen, die auf diesem Gebiete arbeiten, erfordert, beauftragt die jüdische Emigrationskonferenz das von ihr gewählte Zentralorgan, sofort in diesbezügliche Verhandlungen mit den entsprechenden jüdischen Organisationen zu treten. Die Zentrale soll bei der Regulierung der Emigration dafür sorgen, daß diese womöglich zur Konzentration größerer und geschlossener jüdischer Gruppen in bestimmten Gegenden führen soll, damit die Möglichkeit einer nationalen Entwicklung garantiert erscheint. Ins Direktorium wurden gewählt: Mozkin, Temkin, Efroikim und Gurewitsch für Paris, Jochelrnann, Goldenberg und Pines für London, Dr. Klee, Dr. Moses, Dr. Brutzkus, Kreinin und Lazki für Berlin. Die „Hias“ (Jüdisch-amerikanisches Emigranten-Hilfskomitee) hat ihren Anschluß vollzogen. PORZELIiAJf-OTEKlKLAGE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE ») gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL. IN GEKRAS CH3PORZF.LLAN TÄGLICHE LAGFHERGÄIZUNG

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.