Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 39 (30.9.1921)
- Date
- 1921-09-30
- Page
- Seite 488 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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488 Das Jüdische Echo Nr. 39 Leider konnte es dazu nicht kommen infolge der großen Fülle und Bedeutung des Beratungsstoffes, der die Zeit von morgens 9—1 Uhr, von 2 Uhr nachmittags bis über 9 Uhr abends beanspruchte. Der 1. Punkt der Tagesordnung betraf die Ordnung und Regelung der Rabbinatsgehälter. Leider ist es bis jetzt wenig in die Öffentlichkeit gedrungen, in welch traurigen Verhältnissen ein großer Teil der bayerischen Rabbiner lebt. Und es ist höchste Zeit gewesen, daß sich der Gemeindeverband dieser Angelegenheit bemächtigte, nachdem eine staatliche Hilfe nur als Ergänzung in Betracht kommt. Eine Angleichung oder gar eine Gleichstellung der Rabbiner mit den christlichen Geistlichen durch den Landtag hat sich als trügerische Hoffnung erwiesen, wie sich aus dem Verhandlungsbericht vom 9. August 1921 ergibt. Die 11 Rabbinern gewährten Zuschüsse verdienen kaum erwähnt zu werden. Alfred Braunschweiger, Wiirzburg und D r. Br ade r, Ansbach, beide Mitglieder des Rates, erstatteten in dieser Frage eingehende Referate und legten entsprechende Vorschläge vor, die sich im wesentlichen auf die Eingliederung in die Gruppen X und XI des Beamtenbesoldungsgesetzes vom 2. Juni 1920, die Anrechnung der Bezüge für den Religionsunterricht und die Kasualien beziehen. An der sehr lebhaften Diskussion beteiligten sich J.-R. Hommel, Schweinfurt, Dr. Freudenthal, Nürnberg, Albert Joseph, Neustadt a. d. H., Dr. Bamberger, Kissingen und Dr. Bamberger, Nürnberg u. a., die im großen und ganzen die Forderungen der Referenten unterstützten und das erfreuliche Resultat zeitigten, daß zunächst Mk. 75 000.— als erste Notstandsaktion verwendet werden und daß im übrigen der Verband bereit sei, für eine generelle Regelung der ganzen Frage einzutreten. Der Ständige Ausschuß ernennt einen Unterausschuß zur Bearbeitung der einlaufenden Unterstützungsgesuche und verabschiedet sie bis zu einer Höhe von Mk. 50 000.— als ä Contozahlung. Der 2. Punkt der Tagesordnung betraf die Verbescheidung der bisher eingelaufenen Unterstützungsgesuche von notleidenden Gemeinden und einzugruppierenden Lehrern. Lehrer D i n g f e 1 d e r , München, referierte als Vorsitzender des Bewilligungsausschusses. Zwei Aktionen kommen in Betracht: I. Zunächst die Bewilligung von Mk. 19 000.— für Gemeinden seitens des Bewilligungsausschusses, II. Mk. 50 000.— ä Contozahlungen im Sinne eines sofortigen Vorschusses aus den dem ständigen Ausschuß zur Verfügung stehenden Mk. 250 000.— für Eingruppierung der Religionslehrer. In der überaus ausgedehnten Diskussion betonte mit Recht Seminaroberlehrer J. Stoll, Wiirzburg, die Notwendigkeit, Distriktskommissionen zu bilden mit der dringenden Aufgabe, die Gemeinden über die Bedeutung des Verbandes aufzuklären. Daran fehlt es noch sehr und das allein wird noch fernstehende Gemeinden anziehen und alle in der Notwendigkeit des Anschlusses bestärken. Es gilt, sagte Stall mit Recht, praktische Arbeit für den Verband zu leisten, damit er zum wahren Leben kommt. In. später Abendstunde erläuterte dann noch der unermüdliche Präsident Dr. Neumeyer das „R e 1 i g i o n s g e s e 11 s c h a f 11 i c h e Steuergesetz“ als 3. Punkt der Tagesordnung. In Rede und Gegenrede über die einzelnen Punkte erfolgte überaus instruktive Einführung in das Gesetz und Erläuterung. Außerhalb der Tagesordnung regte K.-Rat Sigmund Fraenkel, München, an, beim Minister des Innern, Staatssekretär Dr. Schweyer, Vorstellungen zu machen gegen den immer anmaßender auftretenden Antisemitismus in Bayern überhaupt und in München im besonderen anläßlich des Oktoberfestes. Eine unter seiner Führung dorthin entsandte Deputation konnte der Tagung die Nachricht bringen, daß man seitens des Ministeriums zugibt, daß es so nicht weitergehen dürfe. Man müsse dagegen einschreiten. Ferner konnte O.L.G.R. Dr. Neumeyer hocherfreulichen Bericht geben über die Regelung der Kompetenzen des Rabbinerverbandes in Bayern und des Gemeindeverbandes und ihrer gegenseitigen Beziehungen, an deren Zustandekommen der überaus wohlgeneigte Ministerialrat Dr. H e z n e r lebhaften aktiven Anteil genommen und der auch weiterhin seine Mitarbeit jederzeit zur Verfügung stellte. Unter lebhaften Dankesworten konnte der Präsident Dr. Neumeyer die Vertreter entlassen, die alle in harmonischer Weise zusammengearbeitet haben, um ein großes Stück Arbeit im Interesse der bayerischen Judenheit zu bewältigen. Aus der jüdischen Welt Deutschland. Jüdische Welthilfskonferenz. Die „Hebrew Immigrant Aid Society“ (Hias) und die Exekutive der jüdischen Welthilfskonferenz haben für den 25. September nach Prag eine jüdische Emigrationskonferenz einberufen. Die hauptsächlichsten auf der Tagesordnung stehenden Fragen sind: Die po- L. Kielleuthner! kgl. bayer. Hoflieferant 5 43 Maximilianstrasse 43! 8 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass