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Das jüdische Echo · 1921-09-23 · 38 (23.9.1921) · p. Seite 471

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
38 (23.9.1921)
Date
1921-09-23
Page
Seite 471 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 471 selbst können es erarbeiten, erringen, erkaufen. Diese Erkenntnis ist das wichtigste, das entscheidende Ergebnis des XII. Kongresses. Alles hängt von der Mitarbeit des jüdischen Volkes ab. Es wäre gut gewesen, wenn der Kongreß diese Erkenntnis stärker, wuchtiger, wirkungsvoller ausgesprochen hätte, als er es getan. Jetzt ist es die Aufgabe aller, diese Erkenntnis in den weitesten Kreisen des Volkes zu verbreiten. Die Lage ist sehr schwer. Die Hindernisse sind groß. Die Aufgaben der nächsten Zukunft zahlreich und schwierig. Es ist kein Grund zum Jubel, abetr auch keiner zur Verzweiflung. Wir haben keine Veranlassung, selbstzufrieden zu sein, aber auch keine, apathisch und mutlos zu sein. Werden wir die notwendigen Opfer bringen, die notwendigen Anstrengungen machen, die notwendige Arbeit leisten, dann wird trotz allem das Werk gelingen. Werden wir versagen — dann wird eine große Stunde versäumt sein und die Zukunft des Volkes düsterer und dunkler sein, als es seine Gegenwart schon ist. .... ng. Politische Beschlüsse des Kongresses. In der Nachtsitzung, in welcher der Kongreß seine Arbeiten zu Ende führte, wurde eine große Anzahl von politischen Resolutionen vorgelegt, von denen wir die wichtigsten im Wortlaute folgen lassen: Der XII. Zionistenkongreß erklärt im Namen des jüdischen Volkes: In diesen acht Jahren, in denen wir uns nicht; versammeln konnten, ist der Großteil unseres Volkes schwerer betroffen worden als je zuvor in den von Not und Pein erfüllten Jahrtausenden unseres Exils. In derselben Zeit empfing das jüdische Volk eine Botschaft des Trostes. Sie verhieß ihm die Bedingungen, deren seine Sehnsucht und sein unablässiges Streben nach seiner Wiedergeburt durch die NeuaufriChtung seines nationalen Heimes, durch die Begründung eines freien einigen und ansässigen Volkslebens in seiner Heimat zu seiner Erfüllung bedarf: Die Bürgschaft des ungestörten Aufbaues. Ergriffen vernahm das jüdische Volk die unter Zustimmung der Völker erfolgte Erklärung der großen britischen Nation, die unter dem Namen der Balfour-Deklaration in die Geschichte eingegangen ist, die Kundgebungen Frankreichs und Italiens und ihre Bestätigung und Bekräftigung durch den Beschluß der Mächte in San Remo. Das jüdische Volk wartet auf die Verwirklichung dieser Erklärungen und dieses Beschlusses. Es erwartet, daß in Erez Israel ehestens politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen geschaffen werden, die die Errichtung des nationalen Heimes sichern, und zwar im Sinne der von den anderen Mächten bestätigten Deklaration vom 2. November 1917. Das jüdische Volk, das sich heute aus Erschütterung und Zerrissenheit wieder zusammenzuschließen beginnt, wird alle seine Kraft sammeln, um das Werk zu vollbringen. Der XII. Kongreß erklärt, daß die baldige Bestätigung des Palästina-Mandats durch den Völkerbund für die Sicherung der Ordnung, die Entwicklung des Landes und den schleunigen Aufbau des nationalen Heimes dringend notwendig ist. Wiewohl der Mandatsentwurf mannigfache Lücken aufweist und vielen von den zionistischen Organisationen vorgelegten Forderungen nicht entspricht, drückt der Kongreß seine Überzeugung aus, daß die Bestätigung des Mandats das Feld öffnen werde für eine gesetzlich geregelte gedeihliche und produktive Arbeit des jüdischen Volkes zwecks Errichtung einer nationalen Heimstätte und zum Wöhle der gesamten Bevölkerung Palästinas. Der Kongreß nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, daß das Ost jordanland, welches das jüdische Volk stets als integrierenden Teil von Erez Israel betrachtet hat, in das Mandatsgebiet Palästinas wieder eingeschlossen werden soll. Mit Bedauern muß der Kongreß feststellen, daß die Frage der Nordgrenze von Erez Israel trotz aller Bemühungen der Exekutive einer zufriedenstellenden Lösung bis jetzt nicht zugeführt werden konnte. Der Kongreß fordert, die Exekutive auf, auch fernerhin keinen Schritt unversucht zu lassen, damit die administrative und wirtschaftliche Einheit Palästinas der Politik der Einflußsphären nicht preiisgegeben wird und die Siedlungsmöglichkeiten für die arbeitsuchenden jüdischen Massen nicht geschmälert werden. Der Kongreß hofft, daß die Regierung der französischen Republik den Interessen des jüdischen Volkes in dieser Richtung entgegenkoinmen wird. Der XII. Kongreß erachtet es als seine heilige Pflicht, feierlich Protest zu erheben gegen die im Mai dieses Jahres von dem verhetzten arabischen Mob an der jüdischen Bevölkerung Jaffas und den Kolonien Judäa und Samaria verübten Blut- und Gewalttaten und bedauert, feststellen zu müssen, daß diese Taten bis heute nicht die angemessene Sühne gefunden haben. Der Kongreß weist insbesondere auf die Tatsache hin, daß die bestialische Ermordung des hervorragenden Schriftstellers Brenner und seiner Kollegen bisher unge-! L. Kielleuthner! 5 kgl. bayer. Hoflieferant 3 | 43 Maximilianstrasse 43 | 5 o 0 0 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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