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Das jüdische Echo · 1921-09-16 · 37 (16.9.1921) · p. Seite 460

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
37 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
Seite 460 (sequence 6)
Language
German
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460 Das Jüdische Echo Nr. 37 April 1921 beklagte sich die Regierung darüber, daß die Einwanderer größtenteils ungeschult waren und daß kaum neue Industrien und industrielle oder landwirtschaftliche Unternehmungen gegründet waren, so daß ungefähr 1500 Chaluzim beim Straßen- und Eisenbahnbau beschäftigt werden mußten. Allerdings unternahm die Regierung die Straßenbauten nicht, um jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Die Arbeiten waren unbedingt notwendig und es gab keine Vorzugsbehandlung jüdischer Arbeiter. So lagen die Dinge, als die Maiunruhen ausbrachen, infolge deren die Regierung die gesamte Einwanderung verbot. Unter dem Eindruck dieses Verbotes weigerten sich auch später die arabischen Bootsleute, jüdische Einwanderer ans Land zu bringen. Erst seit dem 1. Juli war die Landung Ln Haifa und einige Tage später auch in Jaffa wieder möglich. Die zionistische Auffassung der Einwanderungsfrage ist naturgemäß in den Satz zusammenzufassen: Möglichst viele Juden in möglichst kurzer Zeit nach Palästina zu bringen. Meine Auffassung war, es sollte keinerlei Einwanderungsbeschränkung existieren. Doch brachte mich die Erkenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas zu einer Änderung dieser Auffassung. Palästina bietet weder die Existenzmöglichkeiten eines neuen Koloniallandes (wie die Vereinigten Staaten, Australien und Kanada), noch die einer industriell entwickelten städtischen Wirtschaft. Heute muß die Einwanderung auf Pioniere beschränkt sein. Die Regierung ihrerseits ist der Meinung, daß die Kontrolle der Einwanderung ihre Sache ist. Sie will nur solche Einwanderer zulassen, für welche eine bestimmte Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber in Paläsina bereits nachgewiesen werden kann, wenn er sich in seiner Heimat um das Visum bewirbt. In der Auswahl der Immigranten müßten die Palästinaämter sehr sorgfältig Vorgehen. Nicht das Gefühl, sondern gesunde wirtschaftliche Erwägungen müßten die Auswahl bestimmen. Aber diese Auswahl dürfte nicht Sache der britischen Konsulate, sondern der zionistischen Körperschaften sein. Die Zionist Commission beschäftigte sich eingehend mit dem Plane, Juden an Stelle der ägyptischen Arbeiter in die militärische Arbeitergruppe einzustellen. Die ganze Angelegenheit hängt in hohem Maße von den finanziellen Möglichkeiten ab, die uns instand setzen sollen, Darlehen und Ausrüstung auf Abzahlung zu geben. Die Zionistische Organisation dürfte im kommenden Jahre 500 Personen in der Landwirtschaft dauernd ansiedeln. Die Vorbereitungsarbeiten in Ernek Jesireel dürften weitere 200 Personen beschäftigen. Von privater Seite dürften etwa 500 Häuser neu gebaut werden, die Beschäftigung für 2000—2500 Personen bieten dürften. Die Ausführung des Ruthenbergschen Audscha-Projektes kann 200 Personen beschäftigen. An privaten Arbeiten dürften folgende verfügbar sein: Bei landwirtschaftlichen Arbeiten in Judäa 700—800 Personen, an gelernten Arbeitern 700 Personen, an industriellen Unternehmungen 1000 Personen. Ich schätze mit aller Vorsicht, daß Palästina im kommenden Jahre 12 000—15 000 neue arbeitende Einwanderer aufnehmen kann. Das ist natürlich nicht die Gesamtzahl derer, die einwandern sollen, sondern nur jener, für die die Zionistische Organisation unter den jetzt bestehenden Verordnungen die Verantwortung übernehmen kann. Selbstdisziplinierte und selbstregulierte Einwanderung unter dem einzigen Gesichtspunkt des Aufbaues Palästinas als jüdisches nationales Heim ist der Schlüssel der Lage. Ohne diese sind Deklarationen und Mandate leere Worte; mit dieser werden wir durchdlringen. Davis Trietsch (Deutschland): Die bisherige Kolonisation war systemlos, klein, langsam und ungeheuer kostspielig. Es ist unmöglich, durch allmähliche Verbesserungen zu einer neuen Form zu kommen, sondern die bisherigen Formen müssen gänzlich aufgegeben werden. Die neue Form muß die intensive Kolonisation mit weit überwiegender Berücksichtigung städtischer Ansiedlungsformen sein. Doch denkt niemand an die bisherige städtische Form, und niemand sollte an die bisherige ländliche Form denken. Die Vereinigung der Vorzüge beider Formen ist die Gartenstadt. Als reiner Typ der Gartenstadt ist die Siedlungsform zu betrachten, bei der zu jedem Hause ein Nutzgarten gehört, aus dem die Ansiedlerfamilie ihren eigenen Bedarf deckt. Im palästinensischen Klima reicht hierzu eine Fläche von 100 Quadratmetern pro Kopf. Was die Berufe der Einwohner anlangt, so wird der Häuserbau für die erste Zeit 50 Prozent der Arbeitskräfte beschäftigen, die nötigsten Handwerke und Industrien 10 Prozent, verschiedene industrielle Berufe 10 Prozent, freie Berufe 10 Prozent, öffentliche Arbeiten, die mit der Ausgestaltung der Gartenstadt Zusammenhängen, 20 Prozent. Große Bedeutung wird das Hotel- und Pensionswesen und der Erziehungs- und Schulbetrieb haben. Die gartenstädti- 3 3 3 3 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 3 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass 0

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