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Das jüdische Echo · 1921-09-09 · 36 (9.9.1921) · p. Seite 444

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
36 (9.9.1921)
Date
1921-09-09
Page
Seite 444 (sequence 6)
Language
German
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444 Das Jüdische Echo Nr. 36 bische Agitation gegen den Zionismus anbelangt, so wird sie von fremden Agenten betrieben, die nichts mit dem arabischen Volke zu tun haben, und ich behaupte, daß diese verhängnisvolle Agitation, die zu Mord und Pogrom geführt hat, von englischen Beamten betrieben wurde. Was die Emek-Ländereien anbelangt, von denen behauptet wird, daß sie zu teuer gekauft worden wären, so kann ich als alter Palästinenser sagen, daß die Arbeiterschaft seit zwanzig Jahren darauf gewartet hat, daß diese Ländereien gekauft würden. Es ist lächerlich, zu sagen, sie wären zu teuer gekauft. Ich möchte antworten, daß dort, wo es sich um die Lebensinteressen des Volkes handelt, von billig oder teuer keine Rede sein kann. Man könnte höchstens den Vorwurf erheben, daß diese Ländereien etwas zu spät und in zu geringem Umfang gekauft wurden. Was wir brauchen, ist die Abschaffung des unzulänglichen diplomatischen Systems, das unsere* Führung beherrscht. Wir brauchen eine kräftige, zielbewußte, wirtschaftliche Leitung, die den wirtschaftlichen Problemen mit aller Macht zuleibe rückt. Wir müssen absolut fordern, daß die Einwander um g freigegeben wird. Von dieser Kardinalforderung dürfen wir nicht abgehen: Freie Einwanderung für alle Juden. Wir verlangen von der Leitung die Wahrung unserer Rechte im weitesten Ausmaße. Der nächste Redner Lipski: (New York) spricht englisch. Er erwartet, daß der Kongreß sich konstruktiver' Arbeit widmen werde, anstatt zu debattieren. Die Aussprache über Amerika betrifft eine innerpolitische Frage der amerikanischen Organisation und wird auf dem Kongreß entstellt wiedergegeben. Simon scheint nicht zu wissen, daß die zionistische Organisation in Amerika schon vor dem Kriege existierte (Beifall), daß sie ihren Mitgliederstand bewahrt hat. Das provisorische Komitee mit Birandieis au der Spitze hat eine Kluft zwischen sich und der zionistischen Organisation geschaffen. Es hat auf die Wünsche des jüdischen Volkes in Amerika nicht gehört, diie jüdische Presse ignoriert, daher war das jüdische Volk in Amerika unvorbereitet im Momente der Balfour- Deklaration. Die Brandei's-Gruppe wollte die zionistische Weltorganisation verleugnen. Der Streit ging nicht darum, ob man Spenden und Investitionen im Keren Hajessod Zusammen legen soll, der Streit war der, daß die amerikanische Leitung gegen einen allgemeinen Fonds der Weltorganisation Stellung nahm. Auf den Konferenzen in Chicago und Buffalo war bereits die Majorität gegen die Leitung. Als die Amerikaner, mit Brandeiis an der Spitze, im Sommer 1920 nach London kamen, hatten sie keinen Plan. Brandeis machte seinen Vorschlag auf eigene Faust. Die Mitglieder seiner Delegation waren unzufrieden, aber doch gezwungen, mitzugehen. Branders suchte die zionistische Organisation zu zersplittern. Alle seit Jahrzehnten aufgebauten Institutionen sollten aufgelöst und in private Gesellschaften umgewandelt werden. Die amerikanische Leitung war inaktiv so daß eine Änderung in der Leitung notwendig wurde. Das Memorandum wurde nicht bekanntgegeben. Redner hofft, daß der Kongreß sich vereinigen werde, um ein kurzes, konstruktives Programm auszuarbeiten. Dr. Leon Reich: (Lemberg) weist auf die pessimistische Stimmung des Kongresses hin und bedauert, daß der Inhalt des Mandatsvertrages bis heute noch unbekannt ist. Obwohl wir die Leistungen unserer Führer bis San Remo anerkennen müssen, müssen wir doch feststellen, daß derzeit die politische Lage schlecht ist. Das Palästina-Mandat kann vielfach interpretiert werden. Es sind Mißdeutungen möglich und es sind darin Vorrechte für die Araber gegeben. Daß kein Begrüßungsschreiben vom Oberkommissär vorliegt, ist ein Symptom für seine Haltung. Wir haben nichts getan, um die arabische Presse zu beeinflussen. Die Einwanderung ist aufgehalten. Redner vermißt das lebende .Prinzip in Bezug auf die kolonisatorische Politik. Die Auseinanderhaltung der Finanzen wird nicht beachtet, weil wir, wie Ussischkin sagt, von der Hand in den Mund leben. Dagegen müssen wir Verwahrung einlegen. Bezüglich der Organisation ist zu sagen, daß keine Verbindung zwischen Leitung und Volk besteht. Es ist dazu gekommen, daß die Intellektuellen abseits stehen müssen. Man hat Simon und de Lieme mit unbegrenzter Vollmacht nach Palästina geschickt, sie dann abgesetzt und neue Männer ernannt, ohne daß das Aktionskomitee gefragt wurde. Dadurch wurde das Statut verletzt. Dagegen findet Redner das Verhalten der Leitung gegen die Amerikaner gerechtfertigt. Unsere Delegation wurde in Amerika respektlos aufgenommen, als ob sie nicht das jüdische Volk repräsentieren würde. Das ist umso bedauerlicher, wenn wir bedenken, daß* der Name Weizmann ein Symbol der jüdischen Renaissance ist. (Beifall.) Das Schulwerk in Palästina muß unversehrt bleiben. Es ist das einzige Mittel, das jüdische Volk geistig zu heben. 9 3 0 i 0 0 3 0 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieterant 43 Maximilianstrasse 43 5 3 o ♦ 3 9 9 o Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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