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Das jüdische Echo · 1921-09-09 · 36 (9.9.1921) · p. Seite 442

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
36 (9.9.1921)
Date
1921-09-09
Page
Seite 442 (sequence 4)
Language
German
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442 Das Jüdische Echo ' >. 36 die Administration und daß man sich über den Umfang unserer Arbeit klar sei. Nicht in der zionistischen Organisation hat sich das ganze Leben in Palästina zu konzentrieren, sondern eine Reihe von Faktoren ist dabei beteiligt: Die palästinensische Regierung, die palästinensische .ludenheit und die Ein wandernden, sobald sie wirtschaftlich unabhängig geworden sind. Die zionistische Exekutive hat nur eine Komtrollbehördc zu sein. Nur eine solche kann sich den Blick über das ganze Werk erhalten, ln unserem Verhältnis zur Regierung entscheidet vor allem diie Tatsache, daß neben der Steuerkraft des Landes und etwaigen Einnahmen aus öffentlichen Hilfskräften des Landes nur jüdisches Geld für den Aufbau in Palästina in Bewegung gesetzt werden kann. Ich fasse zusammen: Politik kann nur erfolgreich sein, wenn sie auf realen Faktoren beruht. Bei den Forderungen der Amerikaner werde ich mich nicht lange aufhalten. Für mich gipfeln Macks Vorschläge darin, ob man eine größere moralische Wirkung in finanzieller Beziehung erzielen kann, wenn man den Aufbau Palästinas durch die zionistische Organisation selbst mittels eines zentralen Fonds machen läßt oder wenn man den einzelnen Landsmannschaften Gelegenheit gibt, bestimmte Aufgabengebiete in Palästina direkt zu bearbeiten, natürlich vorbehaltlich der Zustimmung und unter Kontrolle der Exekutive. Persönlich glaube ich, daß, wenn der Kongreß unseren Plan zur Schaffung der Sonderinstitutionen annimmt, die Fragen sich von selbst lösen werden. Der Keren Hajessod ist eine selbständige Körperschaft. Er ist der Versuch, alle zu vereinigen, die an dem Palästinawerk teilnehmen wollen, Seinen neuen Statuten merkt man den ängstlichen Versuch an, darüber zu wachen, daß Nichtzionisten nicht von den Zionisten majorisiert werden. Der Brandeis-Plan war auf ganz anderer Grundlage aufgebaut. Wenn ich die Wahl habe, sagte Bramdeis, zwischen einer Körperschaft, die das Chaos bedeutet, zwischen konstruktiver Arbeit und zwischen einer Erweiterung der zionistischen Organisation, dann wäh’e ich das letztere. Weizmann sagte, wir hätten für ein neues „U g a n d a“ gestimmt. Wer zweifelt heute daran, daß die Anerkennung der zionistischen Organisation eines der positivsten Dinge ist, die wir im Mandatvertrag erreicht haben? Was dem Kongreß angeht, ist, ob der Weg, den Brandeis gehen wollte, ein guter Weg sei; denn aus der zufälligen Tatsache, daß Sir Mond seine Beteiligung ablehnt, lassen sich noch keine Folgerungen auf den Plan, selbst ziehen. Ich habe immer für nationale Erziehungsarbeit gekämpft., aber es ist nicht wahr, daß das zum Aufbau Palästinas notwendig sei. Welch eine Bankrotterklärung des Zionismus ist es, wenn wir hören, daß die Massen sich loslösen würden, wenn die zionistische Organisation sich nur auf die Palästina-Arbeit werfen würde? Der Umfang der Begeisterung und OpferwillLgkeit hängt von der Art und Weise der Führung unserer Geschäfte in Palästina ab. Die von Mack geteilte Auffassung hat den Bruch herbeigeführt. Der amerikanische Zionismus ist jung, er ist nicht älter als der Brandeissche Zionismus. Vor dem Kriege gab es keine Organisation in Amerika, die der Rede wert gewesen wäre. (Widerspruch. — Zwischenruf Dr. Levins.) Ich sage weiter, daß Dr. Weizmanns Erfolge in Amerika keine Festigung des Zionismus bedeutet haben. Seine Mission war es, eine Verständigung zwischen den Massen und den Führern herbeizuführen. Es war nicht seine Mission, die Brücke von Washington nach Pinsk zu schlagen, wie man gesagt hat, sondern sie von dem Unrat der Verleumdungen zu reinigen. Es war eine große Lektion für beide Teile zu lernen, auch für Brandeis, und Weizmann war der Mann, sie zu ertei’en. Es schmerzt mich tief, daß dies nicht geschehen ist. Er hätte ein größeres finanzielles Resultat erzielt, vor allem aber hätte er eine gefestigte Organisation hinterlassen, statt die Trümmer der Organisation. Es ist Sache des Kongresses, zu entscheiden, welches die Richtlinien der zionistischen Arbeiten in Zukunft sein sollen. Er hat sich Rechenschaft darüber abzulegen, ob die Organisation die engbegrenzte Organisation bleiben soll, die eine einzige uniforme Antwort; auf alle Fragen des jüdischen Lebens in allen Teilen der Welt verlangt, oder ob sie alle diejenigen vereinigen soll, die Palästina wollen. Es ist meine Überzeugung: Ein Land kann nur von einem Volke, von einem ganzen Volke gebaut werden. Martin Buber; vom Kongreß mit großem Beifall aufgenommen, führt aus: Unsere erste Aufgabe ist die der Volkserziehung, die zweite ist die Vorbereitung des Landes durch Pioniere der Arbeit. Die Galuth und Erez Jsrael sind nicht nur territorial verschiedene Begriffe, es sind zwei. Lebensformen des parasitären und des schöpferischen Lebens. Erez Jsrael bedeutet vor allem die Rückkehr aus dem parasitären zum vollständigen Volksleben, zur Urproduktion. Die Gewinnung Erez Jsraels und seine Vorbereitung durch eigene Arbeit ist unsere Aufgabe. Es darf nicht in Erez Jsrael ein Galuth geben. (Stürmischer Beifall.) Die dritte Aufgabe ist die Beseitigung der äußeren Hindernisse, die nicht in Volk und Land liegen, sondern in Dingen der Politik, im engeren Sinn die Diplomatie. Das ist die Arbeit, die die anderen realen Arbeiten erleichtern und ergänzen soll. Die Diplomatie kann keine Erlösung schaffen, siekann nur die Realisierung der wirklichen Arbeit für Vo'k und Land erleichtern. Die bestimmende Aufgabe ist das Beginnen, nicht das Fordern und nicht das Durchsetzen. Es gilt erst Werk und Wirklichkeit zu schaffen, dann erst zu fordern und durchzusetzen. Das muß man der Fiktionspolitik, die im Zionismus eine so verhängnisvolle Rolle spielt, immer wieder entgegenhalten. Die Diplomatie hat einen Schritt vor den anderen Aufgaben voraus: Sie hat die Lebensbedingungen der Arbeit zu ermöglichen. Wie ein Handwerker einen Werkzeugkredit braucht, so können wir dieses Minimum für unsere Arbeit fordern, auf Grund des Auftrages des jüdischen Volkes. Wir sind einer Phraseologie verfallen, die durchbrochen werden muß. Unsere Bewegung ist zu einem Betrieb geworden. Mode ff. Herrenschneiderei Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise W. Braun & Cie., München Neuhauserstr. 154, gegenüber der alten Akademie Sport

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