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Das jüdische Echo · 1921-09-02 · 35 (2.9.1921) · p. Seite 433

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
35 (2.9.1921)
Date
1921-09-02
Page
Seite 433 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 433 Sch’arim eine Reihe Geschäftsbauten aufzuführen. — Ein Bostoner Jude erwarb in der Nähe von Jerusalem eine große Bauparzelle, auf der er 250 Häuser errichten und ohne Nutzen weiter veräußern will. Erntehilfe der palästinensischen Schulkinder. Palästinensische Schulkinder, die das zwölfte Lebensjahlr bereits überschritten haben, können auf Grund eines Beschlusses der palästinensischen Schulvorstände zu leichten Weimbauairbeiten herangezogen werden. Die Lehrer werden ihre Klassen geschlossen zur Arbeit führen und sich an der Arbeit beteiligen. Es werden jedoch nur Schüler zugelassen, die ein ärztliches Zeugnis und die schriftliche Einwilligung ihrer Eltern vorlegen können. Vorläufig sind auf diese Weise 400 Schulkinder verpflichtet worden, die einen festen Lohn beziehen und einem besonderen Ausschuß für Jugendhilfe unterstehen. Die Arbeit ist zeitlich und räumlich so organisiert, daß sie den Unterricht in den Schulen in keiner Weise beeinträchtigt. (Ziko.) Polen. Feuersbrunst in Pinsk. Berichte aus Pinsk melden von einer schrecklichen Feuersbrunst, die in wenigen Stunden über 700 Häuser einäscherte und über 5000 jüdische Familien obdachlos machte. Die vereinigten Feuerwehren aus Pinsk, Brest. Kobrin und anderen Städten standen machtlos dem Elemente gegenüber. Der Schaden beträgt Milliarden. Leider gab es auch Menschenopfer, deren genaue Zahl noch nicht festgestellt ist. Die „alte Schul“ wurde mitsamt anderen Synagogen und öffentlichen Gemeindebauten ein Raub der Flammen und mit ihnen verbrannten einige hundert Thorarollen. Die jüdische Bevölkerung kampiert ohne Obdach, Kleidung und Nahrung auf den Feldern. Von Warschau aus ging sofort ein Hilfsauto mit Lebensmitteln und Medikamenten dahin ab. Landwirtschaftliche Ausbildung orthodoxer Juden. „Der Jude“, Warschau, teilt mit, daß eine Gruppe orthodoxer Politiker in Warschau beschlossen hat, eine Farm zur landwirtschaftlichen Ausbildung von orthodoxen jungen Leuten, die nach Palästina gehen wollen, zu gründen. Außer den sonstigen Einrichtungen werden an der Farm Talmud-Kurse eingerichtet, um den jungen Leuten Gelegenheit zu geben, jüdisches Wissen zu pflegen. Besondere Aufmerksamkeit soll den Teilen des Talmud geschenkt werden, die sich auf Palästina beziehen. Ungarn Zionistischer Delegiertentag in Ungarn. In Budapest fand kürzlich ein zionistischer Delegiertentag statt, der von 226 Delegierten aus 44 ungarischen Orten besucht war. Der frühere Minister Polney, ein Nichtzionist, erschien auf der Konferenz und sagte im Namen eines großen Teils der niohtzidniistiischen ungarischen Juden deren Bereitwilligkeit zur Mitarbeit am Palästina-Aufbaufonds zu. (Ziko.) literarisches Echo Selbstanzeige. Daß ein Autor sein neues Buch in der Presse sachlich anzeigt, ist beim jüdischen Schrifttum noch weniger häufig als anderswo. Obgleich es meiner Ansicht nach wünschenswert ist, daß die Neueirschein im gen nicht erst auf die Gelegenheit, die Laune oder Gnade jenes Rezensenten warten müssen, damit deren Inhalt dem Zeitungspublikum bekannt werde. Jedenfalls ist dies eine reinere, ehrlichere Art der Anzeige als die des gebräuchlichen anonymen sogenannten „Waschzettels“, der ja leider fast immer auch nur vom Autor verfaßt wird. Wie man sich aber auch im allgemeinen zur Frage der Selbstanzeige stellen mag. ich hoffe keinen Tadvek zu finden, wenn ich hiemit auf ein jetzt von mir erschienenes Schriftchen, das keinen literarisch-künstlerischen, wissenschaftlichen oder dergleichen, sondern lediglich einen tendenziöspropagandistischen Aspekt hat, aufmerksam zu machen, mir gestatte. Es heißt: „Von der Schande eurer Namen. Ein Ruf an die zionistische Jugend“ (mit einem Anhang: „Eine Auswahl biblischer und einiger nachbiblischer Namen“) und ist als „Flugschrift des Wiener Arbeiterkreises für hebräische Sprache und Kultur, Gruppe für die Propagierung hebräischer Namen“, im Verlage von M. Hickl, Wien, erschienen. — Ein kurzer Abschnitt daraus war übrigens vor einiger Zeit in der „Jüdischen Zeitung* vorabgedruckt. Die Haupttendenz derselben ist ungefähr in dem Vorwort folgendermaßen ausgedrückt: „Nichts aber ist so augenfällig bezeichnend für die Unzulänglichkeit, Unwahrscheinlichkeit und Unwertigkeit angeblich zionistischer, antiassimilatorischer Gesinnung als die unjüdischen Vornamen, die Zionisten weiter tragen und ihren Kindern geben — dieses nach innen und außen markanteste, aufdringlichste Kennzeichen israelitischer Unjüdischkeit, israelitischen) Sichnichtzuerkennengebens, diese vorderste antijüdische Mimikry. Gerade weil der Name an sich eine Bagatelle ist, „Schall und Rauch“ und im direkten Sinne äußerem Zwange nicht unterworfen ist, bleibt die unjüdische Ostentation, die er ausdrückt, eine ebenso symptomatische wie beschämende.“ In den 21 langen und) kurzen Kapiteln wird die „Schande“ von verschiedenen Blickpunkten aus beleuchtet, wobei vielerlei gegnerische Ansichten gebracht und widerlegt werden. Die Überschriften der Hauptkapitel lauten: „Entscheidet Euch“, „Werden wir durch den hebräischen Namen jüdischer?“, „Traurig-Heiteres“, „Von der Höhe des Westens — Von den Fortschritten des Ostens“, „Aus gesetzgebenden Körperschaften“ usw. Nochmals: Mir liegt gar nichts daran, ob die Schrift gut, schön, bedeutend usw. ist. Man schimpfe über sie, man „reiße sie herunter“ — und hebräisiere sich und den Kindern die Namen! Dr. Awraham Schwadron. Kongreßliteratur. Im Verlage der „Freien Zionistischen Blätter“, Heidelberg, sind soeben drei aktuelle Broschüren erschienen; Dr. Jakob Klatzkin setzt sich in einer Schrift „J ii d i s c h e Politik“ in drei Aufsätzen mit den wichtigsten Erscheinungen und Fragen der nationaljüdischen Politik der letzten Jahre auseinander. In einer zweiten Broschüre: „Bilanz der zionistischen Politik“ gibt Dr. N a c h u m Gold mann eine prinzipielle Kritik der zionistischen Politik der letzten Zeit. Die dritte Broschüre: „Forderungen an den XII. Kong r e ß“ enthält ein umfassendes Aktionsprogramm für den zionistischen Kongreß mit einer eingehenden Begründung und Kommentierung der einzelnen Thesen und Forderungen. — Ferner ist im gleichen Verlag eine Schrift erschienen von E. B. S a - dinsky: „Die nationale Sozietät“ (Bei-

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