Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 35 (2.9.1921)
- Date
- 1921-09-02
- Page
- Seite 434 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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434 Das Jüdische Echo Nr. 35 träge zur Lösung der Judenfrage im Zusammenhang mit dem allgemeinen nationalen Problem). In dieser Schrift bietet der Verfasser den Entwurf einer völkerrechtlichen Regelung der Judenfrage, durch die er auch das Galuthjudentum nationalpolitisch mit dem jüdischen Gemeinwesen in einen organisatorischen Zusammenhang bringen will. Der Entwurf basiert auf dem Gedanken einer Scheidung der staatlichen und der nationalen Sphäre der Völker, in welcher der Verfasser die alleinige Möglichkeit einer radikalen Lösung des nationalen Problems erblickt. Auch Heft 4 der „Freien Zionistischen Blätter“ ist erschienen, das dem XII. Zionistenkongreß gewidmet ist. Außer einem umfassenden einleitenden redaktionellen Aufsatz: „Forderungen an den Kongreß“ enthält das Heft Beiträge von Dr. Jakob Klatzkin: „Der Bankerott der Diplomatie“; Eugen Höflich : „Gegen Legion und Legionsgesinnung“; Hans Kohn: „Unser Weg“. Dr. M. B e i 1 i n s o n : „Der Zionismus und das jüdische Volk“; Israel Z a n g w i 11 : „Ito und Zionismus“. Alle Publikationen sind vom Verlag der „Freien Zionistischen Blätter“, Heidelberg. Rohrbacherstr. 18, in München durch die Ewer-Buchhandlung, Wagmüllerstraße 19, zu beziehen. Personalia Frl. Clara Schmal konnte am 1. September 1921 auf ein 25jähriges Dienstjubiläum bei Frau Prof. Werner-München zurückblicken. Gemeindenu.Vereins-Echo Chaluzim-Durchrelse: Letzte Woche Donnerstag kam eine weitere Gruppe Chaluzim durch München, deren Verpflegung dank guter Organisierung tadellos durchgeführt werden konnte, trotzdem nicht viel mehr als eine Viertelstunde Zeit dazu war. Diese Woche, Dienstag früh, kamen nun wieder in einem neuen Transport von drei Gruppen 40 Mann an, wovon zwei Gruppen mit dem Triester Zug wie sonst weiterfuhren. Die Verpflegung ging auch hier dank der intensiven Leistung des Frauen- und Mädchenkomitees flott von statten. Der Fürsorgestelle war es gelungen, von der Bahndirektion einen Waggon reserviert zu erhalten. Mit hebräischen Liedern von prachtvollen Stimmen mit froher Zuversicht gesungen, fuhren sie von uns. Eine Gruppe mußte zur Erledigung einiger Formalitäten, wie Beschaffung des Visums usw. bis zum Abend hier bleiben. Sie waren tagsüber in den Räumen des Gesamtausschusses. Die Verpflegung wurde von der Fürsorgestelle in der Volksküche durchgeführt. Abends 6.15 Uhr fuhren auch diese ab. Die Kasse der Fürsorgestelle, die für alles aufkommen muß (es war für die Auslösung von unterwegs beschlagnahmten Gepäcks z. B. diesmal Mk. 362.— zu zahlen), ist leergebrannt. Es kann auf die Dauer nicht angehen, daß die Kosten für die Beihilfe und Verpflegung der durchreisenden Chaluzim von einzelnen getragen wird. Es wäre die moralische Pflicht jedes Juden in München, an diesem Werke mitzuhelfen und wir lassen daher an alle unsere Volksgenossen den Aufruf ergehen : Spendet! Helft mit! Auf diesem Wege sagen wir Herrn Dr. Flaschner und Herrn Dir. Max Feuchtwanger sowie dem Frauenkomitee herzlichen Dank für die aufopfernde Hingebung und Mitarbeit. Chaluzim-Fürsorgestelle, Rothmundstr. 6/1. Geld- oder sonstige Spenden bitten wir an obige Adresse zu richten. München. Die zionistische Ortsgruppe gibt bekannt, daß ab 1. September hebräische Kurse eingerichtet wurden. Dadurch soll allen Gelegenheit geboten werden, zu mäßigem Preis hebräische Kenntnisse zu erwerben. Weitere Anmeldungen können noch in den allernächsten Tagen entgegengenommen werden im Sekretariat der zionistischen Ortsgruppe, Wagmüllerstraße 19/0. Nürnberg. Am 1. Sept. wurde die erste israelitische Volksschule einer bayerischen Großgemeinde eröffnet. Die Herren Hauptlehrer Heß, Dr. J. Bamberger und Benno Gutmann sind von der mittelfränkischen Kreisregierung ab 1. Mai als Lehrer dieser Schule ernannt. Ein Beweis der Opferfreude bildet die Tatsache, daß die kleine Gemeinde Adas Jisroel mustergütige Schulzimmer und Einrichtungen in der kurzen Zeit geschaffen hat. Mit den 3 Unterklassen und etwa 100 Schülern wird schon am 1. September der Betrieb der Schule aufgenommen werden. Wir beglückwünschen Nürnberg zu dieser segensreichen Einrichtung und hoffen, daß auch München bald folgen wird. "RauThallmder München ThßaünßrÜrAÖ.