Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 35 (2.9.1921)
- Date
- 1921-09-02
- Page
- Seite 432 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103024-9145334--04290-9077115- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
432 Das Jüdische Echo Nr. 35 Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen (Abteilung für Legitimationspapiere) ist in der Lage, für jüdische Ausländer die Beschaffung von Heimatpässen in einer Reihe von Fällen zu vermitteln bezw. zu erleichtern, sowie auch die Legitimierung durch deutsche Personalausweise zu ermöglichen. Die Sprechstunden des A.F.A. finden täglich außer Sonnabend und Sonntag von 9—1 Uhir, Berlin, Auguststraße 17, 1. Stock, statt. Take Jonescu für den Zionismus. Der rumänische Außenminister Take Jonescu gewährte einem Mitarbeiter der Zeitung „Uj Kelet“ eine Unterredung, in deren Verlauf er sich auch über seine Stellung zur zionistischen Bewegung aussprach. „Ich kenne“, begann der Minister, „den Zionismus schon seit langem. Schon vor Jahren hatte ich Gelegenheit, mit einigen intimen Freunden Theodor Herzls zu sprechen, die an der zionistischen Bewegung aktiv teilnahmen. Ich fragte sie damals, ob sie die Errichtung des Judenstaates für möglich hielten. Ich dachte selbstverständlich nicht an ein so mächtiges Land^ in welchem sämtliche 14 Millionen Juden Platz finden würden. Aber es wirkte wohltuend auf mich, von ihnen eine überzeugende, ermunternde, bejahende Antwort zu hören. Auch ich bin überzeugt, daß das jüdische Volk die Eignung und die Fähigkeit zur Staatsgründung und auch zur grundlegenden landwirtschaftlichen Arbeit besitzt. Denn es ist nicht wahr, daß die Juden zur Bodenbearbeitung nicht imstande sind. In Beßarabien gibt es viele jüdische Gemeinden, deren Bewohner sich seit Alexander I. ununterbrochen mit Landwirtschaft beschäftigen.“ Take Jonescu schloß seine Ausführungen, indem er erklärte, daß der Zionismus „sowohl vom Gesichtspunkt der Juden als auch von dem der ganzen Welt“ eine erfreuliche Bewegung sei. (Ziko.) Mandat und Verfassung für Palästina. London. „Times“ erfahren, daß der volle Text des Palästina-Mandats anfangs September offiziell veröffentlicht werden wird. Ferner soll gleichzeitig ein zweites Dokument, das die Verfassung für Palästina enthalte, dem Völkerbunde vorgelegt werden, damit auch dieses Dokument die Sanktion und die Autorität des Völkerbundes erhalte und gleichzeitig mit dem Mandatstext verlautbart werden kann. (J.C.B.) Protokolle der Weisen von Zion. (J. K. B.) Die „Times“ begannen mit der Veröffentlichung einer Artikelserie ihres Konstantinopeler Korrespondenten über den Ursprung der „Protokolle der Weisen von Zion“. Im ersten Artikel beweist der Verfasser an Hand von Tatsachen, daß die „Protokolle“ faktisch ein nichtgelungenes Plagiat sei. Die Protokolle seien nach einem französischen Buche „Dialogue a L’enefr entre Macchiavelli et Montelqieu“ bearbeitet worden, das im Jahre 1865 in Brüssel erschienen sei. Das britische Museum besitzt eine vollständige Kopie des erwähnten Buches. Gleich nach dem Erscheinen des Buches wurde sein Verfasser, Maurice Jolie, ein Pariser Rechtsanwalt und Publizist, von der Polizei Napoleons III. verhaftet und zu 19 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Schreiber dieses Artikels erzählt weiter: Er sei in Konstantinopel einem gewissen Herrn X begegnet. der ihn bat, seinen Namen nicht zu veröffentlichen. Herr X, ein russischer Grundbesitzer, der vor den Bolschewiken flüchtete, erwarb von einem Offizier der „Ochrana“ eine Anzahl alter Bücher, uter welchen sich auch ein Buch in französischer Sprache befand. Dieses Buch, dessen erste Seite fehlte, trug den Namen „Jolie“ und das Datum: Genf, Oktober 1864. Als Herr X dieses Buch einmal las, fiel es ihm auf, daß die „Protokolle“ dieselben Phrasen, wie das französische Buch enthält. Nachdem der Korrespondent mehrere Phrasen aus dem französischen Buche zitiert und sie mit entsprechenden Stellen der „Protokolle“ vergleicht, kommt er zum Schlüsse, daß der Schreiber, der die „Protokolle“ Nilus übergab, ein unvorsichtiger. schamloser Plagiator war. Aus der Jüdischen Welt Palästina. Arabische Kinder ,in hebräischen Schulen. Araber aus Hebron haben den Direktor des Erziehungsdepartements der Zionist Commission gebeten, ihren Kindern den Besuch der hebräischen Ortsschule zu erlauben. Sie begründeten ihren Antrag mit einem Hinweis auf die hohe Bedeutung der hebräischen Sprache. Kleine Nachrichten. In Haifa fand die erste Rekrutierung des palästinensischen Bataillons statt. Obwohl die jüdischen Organisationen erst in letzter Stunde benachrichtigt wurden, konnten sie eine beträchtliche Anzahl von Rekruten stellen. — Eine Gruppe jüdischer Kaufleute hat zur Abhilfe des Mangels an Geschäftslokalen beschlossen, in Meah 8 i 8 8 8 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass