Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 32 (12.8.1921)
- Date
- 1921-08-12
- Page
- Seite 398 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Das Jüdische Echo Nr. 32 dann kann Erez Jsroel zu seiner paradiesischen Pracht und Herrlichkeit emporblühen. Die majestätische Größe des Libanon, der bis zu den Spitzen der Berge sieh hinaufziehende üppilge Pflanzenwuchs des Karmels, der Frucht- und Blütenreichtum der Saronebene — sie treten an die Stelle der Öde. Bis jetzt aber will der elegische Zug aus Zions Angesicht nicht weichen. Rührige Kolonisation und eifrig arbeitende Kolonisten suchen ein ernstheiteres Gepräge zu geben. Wir vernehmen den Klang der Sense und Sichel, das Klappern der Dreschmaschinen, sehen die saftgefüllten Trauben zur Kelter schaffen, zahllose Ölbaumanlagen spenden ihr wertvolles Naß — dies und noch viel anderes läßt die jüdische Volksseele hoffnungsfroh über Zilons Trümmer schweben und reinigt die Luft, in die Libanons Zedern hineinragen. Das ist aber das Zion nach seiner materiellen Seite. Es ist die Vorstufe, die Jesaja mit; den Worten kündet: „Schüttle den Staub von dir, erhebe dich, nimm deinen Platz ein, Jeruscholajiim, löse die Fesseln deines Halses, gefangene Tochter Zions!“ Sie führt hinauf zu dem Hochziel, wonach Jeruscholajiims Trümmer in Jubel ausbrechen, „denn Gott hat sein Volk getröstet und erlöst Jeruscholajim.“ Aus der jüdischen Welt Konferenz der Misrachi-Weltorganisation. Eine Konferenz der Misrachi-Weltorganisation findet kurz vor dem zwölften Zionistenkongreß statt. Die Misrachipartei von Preßburg lud die Exekutive der Misrachiorganisation ein, die Konferenz nach Preßburg einzuberufen. Der palästinensische Einwanderungs-Kommissar über die jüdischen Arbeiter. In Konstantinopel fand ein Empfang zu Ehren Bialiks statt, bei welchem außer Bialik selbst Dr. Calel als Vertreter der Zionistischen Organisation, der Großrabbiner Chaim Bejarano und die hebräischen Schriftsteller Kleinmann und Drujanoff Ansprachen hielten. Schließlich ergriff der Chef des Immigrationsdepartements der palästinensischen Regierung, Major Morris, das Wort, um sich über seine Stellung zum Zionismus zu äußern. Major Morris, der übrigens Christ ist, meinte, daß er dem Zionismus wie der beste zionistische Jude gegenüberstände, und daß die Arbeit der jüdischen Einwanderer (Chaluzim) ihn in dieser Auffassung bestärkt habe. Der Mut der jüdischen Männer, Frauen und Töchter in Palästina zwinge jeden Beobachter zur Bewunderung. Er habe gerade in Konstantinopel die Chaluzim besucht und festgiestellt, daß sie zu unbedingtem Vertrauen und großer Hoffnung berechtigen. Dabei sei er gewiß, daß er in Rumänien und in Polen, wohin er sich in nächster Zeit begeben werde, die gleichen Menschen antreffen könne. (Ziko.) Lodzer Textilindustrie für Palästina. In den letzten Tagen dies Juni wurden mehrere Lodzer Kaufleute von Sir Herbert Samuel empfangen. Der Führer der Kaufleute, Herr Lüsternik, teilte dem Oberkommissar mit, daß eine Lodzer Textilfabrikantengruppe den Ausbau der palästinensischen Textilindustrie beabsichtige. Voraussetzung sei allerdings der Bau einer eigenen Industriestadt mit Arbeiterwohnungen. Herr Lüsternik entwickelte dem Oberkommissar seine Pläne bis ins einzelne und bat schließlich um die pachtweise Überlassung eines entsprechenden Terrains. Sir Herbert Samuel versprach, das Projekt beim Landwirtschaftsdepartement zu unterstützen. Neuerwerbungen der Nationalbibliothek in Jerusalem. Dem Zionisten Dr. Zlocisti ist es gelungen, von einem Führer der deutschen sozialdemokratischen Partei das Manuskript von Moses Heß’ „Rom und Jerusalem“ für die Nationalbibliothek in Jerusalem zu erwerben. Die Überlassung geschah unter der Bedingung, daß die Nationalbibliothek, sobald es ihre finanzielle Lage gestattet, das Dokument käuflich erwirbt.. Durch Dr. Zlocisti hat die Nationalbibliothek auch das Manuskript eines Teiles der „Geschichte der Juden“ von Grätz mit unveröffentlichten Bemerkungen des Verfassers in ihren Besitz bringen können. (Ziko.) Die Entwicklung der Eisenbahnen. Der Jerusalemer Bahnhof ist in der letzten Zeit, wie die „Wiener Morgenzeitung“ meldet, bedeutend vergrößert und mit elektrischem Licht a'usgestattet worden. Die Brücken der Strecke nach Jerusalem wurden gestützt, so daß ein Maschinenwechsel in Artuff nicht mehr notwendig ist, wodurch die Reise von Jerusalem nach Ludd verkürzt wird. Der Durchgangsdienst nach Ägypten wurde bedeutend verbessert. Für die Eisenbahnen wurden im zwölfmonatlichen Budget, das mit dem 31. März 1920 endete, 47 000 Pfund angewiesen. Berlin-Palästina in 7 Tagen. Durch die letzten Umänderungen der Eillinie Triest-Alexandrien ist es gelungen, die Reisezeit nach Palästina ganz wesentlich abzukürzen. Die Berliner Niederlassung POSZELLAN-NIEDEBLiCiE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 93 gegenüber der FeldherrnhaUe GRÖSSTE AUSWAHL. IN GEBRAUCHSPORZELLAN TÄGLICHE LAGEREBGÄNZUNG