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Das jüdische Echo · 1921-08-12 · 32 (12.8.1921) · p. Seite 397

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
32 (12.8.1921)
Date
1921-08-12
Page
Seite 397 (sequence 7)
Language
German
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Nr, 32 Das Jüdische 397 wird einen Vortrag halten, eine große hebräische Veranstaltung ist geplant usw. usw. Dile Behörden der tschechoslowakischen Republik bringen dem Kongresse das größte Interesse entgegen. Alle Gesandtschaften und Konsulate sind angewiesen, den Kongreßbesuchern bei der Paßerteilung in weitestem Maße entgegen zu kommen. Die Teilnehmer am Kongresse erhalten eine bedeutende Ermäßigung auf den tschechoslowakischen Eisenbahnen. Auch die österreichische und die deutsche Regierung haben Anordnungen getroffen, um den Reisenden zum Kongresse die Visabesorgung möglichst zu erleichtern. Die Presse der ganzen Welt hat für den Kongreß naturgemäß ein sehr lebhaftes Interesse. Fast alle großen Telegraphen- und Nachrichtenbüros, sowie die führenden großen Weltblätter haben ihre Berichterstatter zum Kongresse bereits angemeldet. Die Kongreß leitun g wird während des Kongresses ein eigenes Tagblatt, die „Kongreßzeitung“ herausgeben, die jeden Tag erscheint und für die bereits jetzt eine außerordentliche Nachfrage in der ganzen Welt sich bemerkbar macht. So wird der Kongreß innerlich und, äußerlich ein Merkmal der großen Entwicklung sein, die die zionistische Bewegung und damit das jüdische Volk in den letzten Jahren genommen hat. Offizielle Tageszeitung des Zionistenkongresses. Das Büro des XII. Zionistenkongresses gibt während des Kongresses eine Kongreßzeitung heraus, die täglich, also insgesamt 8—lOmal erscheinen wird. Jede Nummer enthält einen ausführlichen Bericht über die Verhandlungen des vorhergehenden Tages. Den weitesten Kreisen der Judenheit ist damit die Gelegenheit gegeben, mit größter Beschleunigung einen offiziellen, ausführlichen Bericht über die Verhandlungen des Kongresses zu erhalten. Der Abonnementspreis für die gesamte Ausgabe beträgt bei direkter Zusendung unter Streifband Kr. 25.—. Bestellungen sind durch Vermittlung der Redaktion des Jüdischen Echos an das Büro des XII. Zionistenkongresses, Karlsbad, Schützenhaus, zu richten. Der neunte flw. M. Schweitzer, München. In jener Zeit, als Zions Fall seine düsteren Schatten vorauswarf, prophezeiten gleichzeitig Jirmijahu, Zephaniia und die Prophetin Hulda. In den Gebet- und Versammlungshäusern redete Zephania zu seinen Zeitgenossen. Hulda suchte auf die Frauen in ihren Zelten einzuwirken. Jirmijahu aber war der Prophet der Straße. Jeder Prellstein diente ihm als Kanzel, und sein Publikum war das Volk auf der Straße. Seine Reden kündeten Schreckhaftes, Entsetzen und gar oft stob die Menge auseinander, sodaß die Häuser allein seine Zuhörerschaft bildeten. Seine schaurige Botschaft drang zu dem Königspalast und in den Gefängnishof, und selbst die Königsgräber mußten die bitteren Worte hören: speiet die Gebeine aus. Dieser Zionssohn liebte sein Zion tiefer und heißer als irgend ein anderer. Eine ergreifende Schilderung geben unsere Midraschlehrer von seiner Liebe zu Zion und von seiner Sendung an Zion, die einem Becher bis an den Rand mit Weh und Unheil gefüllt glich. Was die anderen Propheten ahnend geschaut, für ihn war es Erlebnis. Er sah mit eigenen Augen die traurige Erfüllung seines Volkes Geschick, und was jene Bitteres und Schweres erschauten, für ihn war es Gegenwart geworden. Wir vernehmen ja an diesem Gedenktag seine „Echa“-Elegie, in welcher uns mancher Zug aus seinen Rieden auf der Straße ans Herz greifen muß. Wenden wir uns nun weg von dem Propheten, der so grau in grau zu malen versteht und lauschen den Gedanken des Jesaja. Die nationale und religiöse Einheit Jsraels, der allgemeine Völkerfrieden, das sind die Ideale seiner Sehnsucht, das sind diie Ziele, die er kündet, und diesen Idealen ist jene erhabene messianische Idee entstammt, die hier ihre Keime sprossen und ihre Blüten treiben läßt. Je trüber die Zeiten, desto heller strahlt ihm das verheißene Zukunftsbild, ein Menschenbund wird zu glücklichen Tagen vereint. Darin liegt ein charakteristisches Merkmal zwischen der Anschauung unserer Propheten und der der klassischen Völker des Altertums. Diese blickt in wehmütiger Resignation auf ein längst verschwundenes goldenes Zeitalter. Unsere Propheten aber setzen es an das Ende aller Zeiten. Sie proklamieren dadurch den beständigen Fortschritt, die Perfektibilität des Menschengeschlechts und seine endliche Vollkommenheit. Wenn es uns am Tage des neunten Aw klagend und fastend zur Erde niederzieht, und wir aus den Klagetönen die Ursachen vernehmen, die Zionsstaat und Zionstempel uns für immer schwinden ließen, so fragen wir uns doch: weshalb klagen wir heute noch um Geschehnisse, die sich in grauer Vergangenheit abspielten? Können sie durch Klagen und Fasten ungeschehen gemacht werden? Nicht darum ist es. Die Gegenwart im Spiegel der Vergangenheit: erblicken, die Fehler der alten Zeiten in anderen Zeiten nicht wiederholen — das will uns der traurige Gedenktag zum Bewußtsein bringen. Und wie wird das neue Zion entstehen? Der große Tröster Jesaja kündet es uns in einer Sprache an, die wir heute erst recht verstehen können. Er wendet sich an die Völker alle, die in ihrer machtgewaltigen Größe, in ihrer Selbstüberhebung und Selbstveirgötterung die Gottesstimme in der geschichtlichen Umwälzung nicht hören wollen. Sie werden ermahnt, die Warnungen zu beachten. Denn auch die Völker können erst dann Heil und Gesundung finden, wenn sie dem jüdischen Volke die Ruhe nach der jahrtausendelangen Hetzjagd gönnen werden. Erst r Wer sich geschmackoo/J kleiden will, der besuche die RussteHungs- und Verkaufsräume der Firma Adalbert Schmidt Kgl. bayer. Hoflieferant München, Residenzstrasse 6 v Feine Herren- und Damenschneiderei nach Mass y

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